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WEIDHAUSEN

Grundschule Weidhausen: Nicht nur lehren, auch reden und zuhören

Grundschule Weidhausen: Nicht nur lehren, auch reden und zuhören
„Mutmachposter“ des Bildungshaus-Teams. Foto: privat

Die Grundschule Weidhausen hat zusammen mit ihrem Bildungshaus-Partner „Nami“ (Nachmittagsbetreuung) aus dem Bildungshaus ein umfassendes gemeinsames Konzept für das „Homeschooling“ sowie für die individuelle Betreuung der Grundschüler entwickelt. Grundgedanke dieses Konzeptes ist es, neben dem Lernen die sozialen Kontakte zu den Schülerinnen und Schülern weiter zu pflegen. Aufgrund der langen Kontaktbeschränkungen und der mehrwöchigen Schulschließungen werden die nämlich für die Kinder zunehmend wichtiger.

„Neben der Unterrichtsversorgung auf digitalem Weg durch die Klassenlehrkräfte werden die Kinder von den Nami-Mitarbeitern telefonisch oder per Videokonferenz individuell betreut.“
Claudia Lege, Schulleiterin

„Neben der Unterrichtsversorgung auf digitalem Weg durch die Klassenlehrkräfte werden die Kinder von den Nami-Mitarbeitern telefonisch oder per Videokonferenz individuell betreut“, erklärt Schulleiterin Claudia Lege. Während der Motivationsanrufe hat das Team beispielsweise auch für die Sorgen und Nöte der Mädchen und Jungs ein offenes Ohr. „Viele der Kinder freuen sich, dass wir ihnen zuhören und sie mit uns reden können“, betont Nami-Leiterin Kirsten Wiersig. Ein reger Austausch erfolgt auch in den WhatsApp-Gruppen. Dort werden zur sinnvollen Freizeitbeschäftigung auch Knobel-Aufgaben hineingestellt.

Viele Familien leiden durch Kinderbetreuung, Homeschooling und Homeoffice unter enormen Belastungen. Mit ihrem Angebot wollen die Partner des Bildungshauses zur Entschärfung dieser Belastungen beitragen und haben sogar ein „Mutmach-Poster“ entworfen, das bei den Kindern und Eltern gut ankommt.

Tagesplan für den nächsten Tag kommt bis 15 Uhr

Täglich versenden die Klassenlehrerinnen der vier Grundschulklassen bis 15 Uhr an die Familien einen Tagesplan per E-Mail. So können die Eltern bereits am Vortag mit ihren Kindern das „Lernen zu Hause“ besprechen. Schließlich umfasst ein Tagesplan gleich ein ganzes Paket an Aufgaben, die in jedem Kernfach zu bearbeiten sind und neben Lesen, Schreiben und Rechnen auch kleine „Forscher-Aufträge“ umfassen. Die Materialien können direkt am PC bearbeitet und genutzt werden.

Grundschule Weidhausen: Nicht nur lehren, auch reden und zuhören
In den Einrichtungen sollen Poster, Aufkleber und Flyer an die Hygienevorschriften erinnern, die das Bildungshausteam präsentiert: (v. li.) Claudia Lege, Ute Fischer, Nina Wöhner, Karina Rutkowski, Kirsten Wiersing und Carina Kürsten. Foto: Alexandra Kemnitzer

Die Tagespläne sind mit einem QR-Code versehen, so dass Tutorials, die beispielsweise von den Klassenlehrerinnen erstellt wurden, einfach und schnell abrufbar sind. Zudem stehen den Kindern kostenlose Apps zur Verfügung.

40 Prozent der Familien haben keinen Drucker

Mit diesem Angebot liegt die Grundschule Weidhausen richtig, denn eine Umfrage, die Claudia Lege nach den Osterferien bei den Eltern startete, zeigte auf, dass aus den eingegangenen Rückmeldungen lediglich 60 Prozent der Familien über einen Drucker verfügen und die Menge der zu bearbeitenden Aufgaben als genau richtig ansehen. „Lediglich 15 Prozent haben angegeben, dass ihre Kinder sehr viel Unterstützung beim Abarbeiten benötigen“, führt die Schulleiterin weiter aus.

Schülerinnen und Schüler, die einen Mehrbedarf haben oder deren Eltern nicht ausreichend unterstützen können, werden nicht alleine gelassen. Im Zuge der Abfrage wurden auch Wünsche und Anregungen gesammelt, die teilweise umgesetzt wurden. Beispielsweise das Zusenden der Tagespläne bereits am Vortag.

Individuelle Hilfe und freizeitpädagogische Angebote

Bei Bedarf stehen nach individueller Terminabsprache die Mitarbeiterinnen der Nami sowie die Fach- und Förderlehrerin der GS Weidhausen, Fachlehrerin Elvira Zech und Förderlehrerin Monika Habel, per Telefon oder per Videokonferenz in regelmäßigem Kontakt, um mit einzelnen Kindern zu üben, Hilfestellungen zu geben und Fragen zum Tagesplan zu klären.

Karina Rutkowski aus der Nami lässt sich beispielsweise per Telefon von Kindern vorlesen, was als Übung prima klappt. Damit auch der Nachmittag abwechslungsreich gestaltet werden kann, erhalten die Kinder jede Woche per Post freizeitpädagogische Angebote zugeschickt, die stets heiß begehrt sind.

Grundschule Weidhausen: Nicht nur lehren, auch reden und zuhören
Das Bildungshaus-Team mit Materialien, die an die Kinder verschickt werden: (v. li.) Carina Kürsten, Claudia Lege, Nina Wöhner, Ute Fischer, Kirsten Wiersig, Karina Rutkowski. Foto: Alexandra Kemnitzer

Auch in der Notfallbetreuung der Schule lernen die Mädchen und Jungs nach dem Tagesplan. Unter der Einhaltung der Hygienevorschriften und aktuellen Bestimmungen können sie sich während der Betreuungszeit beispielsweise auch im Bildungshaus-Garten betätigen, denn aufgrund der unterschiedlichen Arbeitszeiten von Eltern in Pflegeberufen, wird derzeit nur eine Handvoll Kinder betreut, die zu unterschiedlichen Zeiten die Notfallbetreuung besuchen.

„Wenn wir im Garten sind, gehen alle auf Abstand und können trotzdem in die Arbeiten einbezogen werden.“
Ute Fischer zur Notfallbetreuung

„Wenn wir im Garten sind, gehen alle auf Abstand und können trotzdem in die Arbeiten einbezogen werden“, erklärt Ute Fischer, die auch während des normalen Schulbetriebs als pädagogische Kraft in den Unterricht mit geht und so die Abläufe der Schulstunden, die Arbeitsweisen sowie die Schülerinnen und Schüler kennt.

„Notgruppen“ stehen auch in den beiden Kindergärten „Oase“ und „Kleine Welt“ zur Verfügung, die ebenfalls zum Bildungshaus gehören. Auch in diesen beiden Einrichtungen werden an die Kinder Mappen mit Materialien verschickt, was sehr gerne angenommen wird. Zum „Fit werden“ für die Einschulung erhalten die Vorschulkinder nach Absprache mit der Schule unter anderem Arbeitsblätter. Denn viele Eltern der künftigen Erstklässler sorgen sich um einen erfolgreichen Schulstart im September. Über die sozialen Medien werden Bastelanleitungen und sonstige Tipps ausgetauscht und so die sozialen Kontakte der Familien untereinander gepflegt.

Für weiter Lockerungen sind alle Partner gewappnet

Alle Partner des Bildungshauses sind für weitere Lockerungen gewappnet. Beispielsweise erinnern Poster, Aufkleber und Flyer der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in den jeweiligen Einrichtungen an die Hygienevorschriften. Rituale, wie beispielsweise das Handgeben, werden nun vom ausgiebigen Händewaschen und anschließenden Desinfizieren abgelöst.

Zudem stellte die Gemeinde Weidhausen dem gesamten Team des Bildungshauses Masken zur Verfügung. Zusätzliche Mund- und Nasenschutzmasken fertigten beispielsweise auch Mütter oder Mitarbeiterinnen.

 

Von Alexandra Kemnitzer

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