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KÜPS

Glasmosaik von Hubert Weber in Küps wird erhalten

Glasmosaik von Hubert Weber in Küps wird erhalten
Als Erkennungsmerkmal der Schule schmückte die Wandfläche beim Hauptportal ein buntes Glasmosaik von Hubert Weber . Das Mosaik soll im neuen Schulkomplex einen würdigen Platz bekommen. Das Foto zeigt die Baustelle mit dem abgedeckten und bereits teilweise freigelegten Mosaik. Foto: Markt Küps

Die Abbrucharbeiten auf dem Schulgelände sind weit fortgeschritten. Die zu Beginn der 1960-er Jahre geschaffene Turnhalle ist bereits beseitigt, auch das Mittelgebäude ist nur noch in Bruchstücken erkennbar. Mit dem Glasmosaik am Haupteingang des 1958 gebauten Zentralschulhauses soll ein Erkennungsmerkmal des bisherigen Gebäudes erhalten bleiben, schreibt die Marktgemeinde in einer Pressemitteilung.

Der Marktgemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung für die Sicherung des etwa 2,5 mal 2,5 Meter großen Mosaiks die Weichen gestellt. Dieses Stillleben aus einer Gitarre und einem Früchtekorb mit Vogel werde der zeittypischen Dekorationskunst der 1950-er Jahre zugerechnet. Zwar weise das Mosaik partielle Fehlstellen auf, sei aber auch nach über 60 Jahren noch in einem beachtlichen Zustand. Wie das Mosaik sind auch einige weitere Dekorationen laut Kreisheimatpfleger Robert Wachter erhaltenswert.

Zahlreiche Werke im öffentlichen Raum zeugen von seinem Schaffen

Geschaffen hat diese Glasmosaik der Künstler Hubert Weber, der „Maler ohne Hände“, der 1941 seine beiden Hände im Kriegsgeschehen verlor. Sein Vater wollte sich mit dem Schicksal seines Sohnes nicht zufriedengeben und fand bei Professor Ferdinand Sauerbruch in Berlin Hilfe. Nach zahlreichen Operationen konnte Weber Prothesen tragen, die ihm sein vielfältiges künstlerisches Schaffen erst ermöglichten. Das Küpser Wandbild gehört zu einer langen Reihe von Arbeiten, an denen das Schaffen von Hubert Weber heute noch zu erkennen ist.

Er entwarf viele Brunnen und gestaltete Bronzeplastiken, wirkte an Schulen, Krankenhäusern und Verwaltungsgebäuden. Das restaurierte Wandbild in der früheren Schule in Hain, „Schöpfung“ aus dem Jahr 1962, gehört dazu. Hubert Weber verstarb 2013 in Lichtenfels.

Plastik des Turnhallenflügels bereits gesichert

Im Sockel unterhalb des Glasmosaiks befindet sich der Grundstein der Schule von 1958 mit seiner Abdeckplatte mit dem Küpser Wappen, der ebenfalls beim Abbruch geborgen wird. Eine große ,,Drahtplastik“ aus schwarz lackiertem Band- oder Flachstahl, die auch von Hubert Weber geschaffen wurde und den Turnhallenflügel zierte, haben Beschäftigte des gemeindlichen Bauhofes bereits gesichert. Die 2,5 mal sechs Meter große Metallplastik hat verschiedene Sportmotive zum Thema.

Auch die Bleiglasfenster, die über dem Hauptportal des Klassenzimmertrakts angebracht waren, wurden abgenommen. Allerdings ist der große Mittelflügel, signiert mit „Hubert Weber 1959“, vor mehreren Jahren durch ein normales Fenster ersetzt worden.

„Diese Aufbauleistung unserer Vorgänger darf auch nach Jahrzehnten nicht vergessen werden.“
Bernd Rebhan, Bürgermeister

Bürgermeister Bernd Rebhan dankte Planer Kersten Schöttner und dem Abbruchunternehmer Eginolf Reuther für die Lösung, die für das Ernte-Mosaik gefunden wurde. Die Aufgabe sei durchaus anspruchsvoll, führe aber hoffentlich zu der gewünschten Lösung. Mit Metallrahmen müsse das schwere Mauerteil geschützt und verspannt werden.

Mit der Schaffung der damaligen Volksschule habe der Markt mit Bürgermeister Ernst Hanna einen enormen Kraftakt vollbracht. „Deswegen ist mir diese Kunst am Bau, noch dazu vom Kriegsbeschädigten Hubert Weber, wichtig“, verdeutlicht Rebhan. „Diese Aufbauleistung unserer Vorgänger darf auch nach Jahrzehnten nicht vergessen werden.“ (red)

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