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KÜPS

Fremdwasseranteil der Kläranlage Küps ist zu hoch

Der Fremdwasseranteil in der Kläranlage ist zu hoch. Nicht nur in Küps ist die Wasseraufbereitung eine Herausforderung für Kommunen (Symbolbild). Foto: HEise

Der Fremdwasseranteil bei der Kläranlage Küps liegt nach einer seit Jahresbeginn neuen Berechnung bei 70 Prozent. Zu viel um eine längere Frist nach dem Auslaufen der wasserrechtlichen Genehmigung zum Jahresende 2019 als bis Ende 2023 zu bekommen. Dies zwingt den Abwasserverband und die drei Mitgliedsgemeinden Küps, Kronach und Weißenbrunn zu einem ambitionierten Handeln.

Das Ingenieursbüro SRP reichte seine erstellten Unterlagen fristgerecht bei Wasserwirtschaftsamt Kronach ein. Zahlreiche Maßnahmen sind auf den Weg gebracht. Innerhalb von 20 Monaten muss das geplante Regenüberlaufbecken Schmölz in Betrieb genommen werden. „Die gesetzten Fristen sind sehr sportlich“, meinte Verbandsvorsitzender Bernd Rebhan. An etlichen Regenüberlaufbecken müssen Maßnahmen erfolgen. Der Fremdwasseranteil muss auf unter 50 Prozent gesenkt werden.

Das Regenüberlaufbecken Schmölz muss bis 2023 in Betrieb gehen, erklärte Diplom-Ingenieur Walter Brandner (SRP). Die vorgesehenen Lösungen müssen in Kürze mit dem Wasserwirtschaftsamt besprochen werden.

Kläranlage ist 40 Jahre alt

Bei der nunmehr 40 Jahre alten Kläranlage kommt auch zu viel Sand an – rund fünf bis zehn Prozent. Das bedeutet auch einige Lkw-Transporte mehr zur Müllverbrennungsanlage. Ziel ist weniger Sand im Klärschlamm und weniger Klärschlamm im Faulturm. Bei starkem Regen soll das Regenwasser zudem nun nicht in die Kläranlage kommen. Angestrebt ist die Errichtung eines Stauraumkanals. Dabei wurden drei verschiedene Möglichkeiten vorgestellt, von denen die auf Dauer wirtschaftlichste ausgeführt werden muss.

Der kalkulatorische Zinssatz wurde bei einer Gegenstimme von Dr. Ralph Pohl auf 1,0 Prozent festgelegt. Der rechnerische Mittelwert belaufe sich auf 0,65 Prozent, verlangte Ralf Pohl dies festzusetzen. „Wir müssen längerfristig denken“, erwiderte Kämmerer Reinhard Zapf.

Weißenbrunns Bürgermeister Jörg Neubauer bescheinigte als Rechnungsprüfungsausschuss-Vorsitzender keine Beanstandungen der Jahresrechnung. Er dankte allen Beteiligten für ihre engagierte Arbeit.

Laufende Baumaßnahmen an der Kläranlage

Die seit 2019 laufenden Arbeiten zur Automatisierung der Kläranlage sind zu 75 Prozent erfolgt und sollen bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Die Druckleitung Kaullache Schmölz wurde termingerecht abgeschlossen, mit Mehrkosten wird nicht gerechnet.

Bei der Erneuerung des Belebungsbeckens wurden im März die Maßnahmen für Belüfter und Gebläse für 133 125 Euro vergeben. Ebenso die Arbeiten für die Druckluftzuleitung zur neuen Gebläsehalle für 18 000 Euro. Die Vergabe verzögerte sich um zwei Monate wegen Abklärung einer Förderfähigkeit mit dem Wasserwirtschaftsamt. Diese wurde negativ beschieden. Demnächst soll nun mit den Bauarbeiten begonnen werden.

Für Pumpwerk und Regenüberlaufbecken Schmölz wurden die Planungen zur Genehmigung eingereicht.

Zur Finanzierung der Kosten für die Sanierung der SPS/Schaltanlage und des Belüftungsbeckens wurde bei der LfA Förderbank Bayern ein Darlehen über 435 000 Euro aufgenommen. In den ersten zehn Jahren liegt der Zins bei minus 0,01 Prozent.

Beschlüsse der jüngsten nichtöffentlichen Sitzung

Um vorgeschriebene Messwerte zu erhalten müssen aus dem Abwasser umfangreiche proben entnommen werden. Der hierfür notwendige Ablaufprobennehmer war defekt und musste für 7100 Euro ausgetauscht werden.

Als wirtschaftlichster Anbieter erhielt die Firma Mühlherr für 143 000 Euro den Auftrag zur Erneuerung der Druckleitung „Kaullache Schmölz“.

Wegen einer Leckage der Schmutzwasserdruckleitung auf der Kläranlage Nagel wurde die Firma Krumpholz beauftragt, für rund 50 000 Euro die Leitung auf einer Länge von 25 Metern auszutauschen. Ein Wartungsvertrag für die neue Technik der Schlammpresse wurde bei 4400 Euro Kosten im Jahr abgeschlossen.

Für die neuen Gebläse des Belebungsbeckens wurde ein Wartungsvertrag mit der Firma Kaeser für 345 Euro im Jahr abgeschlossen. Für den Stauraumkanal wurde ein Bodengutachten an das Ingenieurbüro Piewack & Partner, Bayreuth, vergeben.

Von RAINER GLISSNIK

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