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REDWITZ

Fränkischer Theatersommer in Redwitz

Fränkischer Theatersommer in Redwitz
Sibylle Mantau als Ginger ist gerade dabei, Dominik Schmidt aus dem Publikum zu verführen, als deren Partner Sigi dazwischenkommt. Foto: Thomas Micheel

Sehr gut besucht war die Aufführung des Fränkischen Theatersommers, das das Varieté-Theater „Der Traum von Las Vegas“ zeigte. Sibylle Mantau und Siegfried Mai lieferten ein abwechslungsreiches und beschwingtes Spektakel, in dem die Zuschauer angesprochen und in die Show einbezogen wurden.

Zugleich war es die erste Veranstaltung vor der Loggia auf dem neuen Marktplatz, der damit als multifunktionaler Platz allen Ansprüchen gerecht wurde. Dem Publikum wurde ein wundervolles Entertainment mit Witz, Charme und einem Hauch Nostalgie geboten. Es wurde geswingt, gesungen, jongliert, gezaubert, getanzt und gelacht.

Mit tollen Outfits und beschwingter Musik in die Stadt der Shows versetzt

Vielen Besucherinnen und Besuchern war es ein persönliches Anliegen, nach der Fertigstellung des neuen Marktplatzes bei der Premierenveranstaltung dabei zu sein und das besondere Flair dieses Ortes mitzuerleben. Und es funktionierte alles. Schon beim Einlass wurde man freundlich empfangen. Schnell war ein Platz gefunden, und der gelungene Abend nahm seinen ereignisreichen Verlauf. Auch als ob das Wetter eine Regieanweisung erhalten hätte, hörte es mit Beginn der Aufführung auf zu regnen und die Sonne bahnte sich einen Weg durch die Wolken.

Beschwingt ging es los, und Sigi Mai führte in das Varieté-Theater ein. Er stellte mit Ginger den „Star of the evening“ vor. Diese zeigte wenig Begeisterung, in Redwitz auf der Bühne zu stehen. Offen enthüllte sie den Wunsch, lieber in Las Vegas aufzutreten. Dennoch zeigte sie tolle Outfits, und mit der entsprechenden Musik fühlte man sich gleich in die Weltstadt der Shows und Konzerte versetzt.

Wortspiele, Artistikeinlagen, aber kein Striptease

In Redwitz vermisste Ginger Gauner und Ganoven, was zu einem abwechslungsreichen Wortgefecht mit ihrem Partner führte. Der Beifall des Publikums zollte ihnen Anerkennung und Gefallen. Die Zuschauerinnen und Zuschauer wurden bei Wortspielen aber auch einbezogen.

Nicht fehlen durften Artistikeinlagen. Sigi Mai stellte sein Können beim Jonglieren unter Beweis, und nicht wenige hielten beim Jonglieren mit drei Bällen und nur einer Hand den Atem an. Ebenso begeisternd die Einlage mit dem Bowler Hut. Hier holte er sich mit Dominik Schmidt einen Partner aus dem Publikum, der seinen Part ausgezeichnet erfüllte. Gespannt warteten dann die Anwesenden, wie weit Ginger beim Striptease mit Schmidt gehen würde. Leider zeigte sich Sigi May als Spielverderber und unterbrach die Show.

„Wo ist der Ball?“ Sicherlich rätseln einige heute noch, auf welche Weise an Stelle des Balls plötzlich eine Mandarine unter dem Becher zum Vorschein kam. „Man kann es Männern nicht recht machen“, wusste Ginger angeblich aus eigener Erfahrung und eklärte: „Egal wie ein Mann aussieht: Irgendwo liegt eine Frau in der Sonne und freut sich, ihn losgeworden zu sein.“

Gekonnt die Einlage von Mai mit den Zigarrenkisten. „Alkohol und Vegas gehören einfach zusammen“, stellte Ginger eine weitere These auf und begründete damit, warum sie immer einen guten Tropfen bei sich hat. Aktiv einbezogen wurde das Publikum beim Quiz. Zu erraten war, welche Lieder zu welchem Film gehören.

Am Ende dann doch lieber Redwitz als Las Vegas

Das mittlerweile halbwegs einvernehmliche Miteinander des Künstlerpaares wurde jäh durch einen Telefonanruf eines Agenten unterbrochen. Ein Angebot lag vor, in Las Vegas aufzutreten. Doch nur für einen von beiden.

„Egal wie ein Mann aussieht: Irgendwo liegt eine Frau in der Sonne und freut sich, ihn losgeworden zu sein.“
Sibylle Mantau als Ginger

Hin und her ging es, und zum Vergnügen des Publikums focht das Paar seine interne Konkurrenz ohne Rücksicht aufeinander aus. Letztlich erweiterte der Agent das Angebot auf beide. Doch siegte bei Ginger die Entscheidung, das Angebot abzulehnen und lieber in Redwitz zu bleiben, da es ihr hier so gut gefalle. Das war ganz im Sinne des Publikums, das diese schwerwiegende Entscheidung mit kräftigem Applaus quittierte.

Die Bewirtschaftung hatte der Bürgerverein „Lebendiges Redwitz“ übernommen. Dank galt der türkischen Gemeinde, die die Bestuhlung zur Verfügung gestellt hatte.

Fränkischer Theatersommer in Redwitz
Ginger würde anfangs lieber in Las Vegas als in Redwitz auf der Bühne stehen. Foto: Thomas Micheel

Von Thomas Micheel

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