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MICHELAU

Eine Uferpromenade für Schwürbitz

Noch ist hier eine große Baustelle, aber die Planungen für die Gestaltung des Uferbereichs im Rahmen der Hochwasserfreilegung Schwürbitz laufen bereits. Foto: Annette Körber

Wenn die Bauarbeiten im Rahmen der Hochwasserfreilegung in Schwürbitz abgeschlossen sind, soll am Main eine Uferpromenade mit einem gepflasterten Fußweg angelegt werden. In Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt sollen an Stelle der gefällten Bäume neue gepflanzt werden, die auch mit den Folgen des Klimawandels zurechtkommen.

So weit waren sich die Fraktionen in der Sitzung des Gemeinderats am Mittwochabend einig; der erste Vorentwurf fand Zustimmung. Diskutiert wurde aber über das weitere Vorgehen: Soll ein Planungsbüro und damit auch eine Gartenbaufirma mit dem Projekt betraut werden? Dann kämen auf die Gemeinde Kosten in Höhe von 120 000 Euro zu – für Anlegung und Gestaltung 100 000 Euro, für die Planungsleistung 20 000 Euro. Ein entsprechendes Angebot liegt der Gemeinde vor.

„Wir haben die Chance, das Ortsbild maßgeblich zum Positiven zu verändern.“
Andreas Robisch, SPD-/JSB-Fraktionsvorsitzender

Bürgermeister Jochen Weber schlug alternativ vor, das Projekt dem gemeindlichen Bauhof zu übertragen. Damit würden sich die Kosten auf die Hälfte reduzieren. Die CSU unterstützte diesen Ansatz. Fraktionsvorsitzende Judith May verwies auf das ausgebildete Personal, die entsprechenden Maschinen und Werkzeuge im Bauhof.

Sie forderte aber auch, Förderungsmöglichkeiten zu prüfen. Auf die Kritik Roland Brauns (SPD) hin, dass dies längst hätte geschehen müssen, erklärte der Bürgermeister, dass eine Förderung bereits beantragt sei. Allerdings sei sie nur für den Festplatz möglich, nicht für die Uferpromenade. „Wir haben die Chance, das Ortsbild maßgeblich zum Positiven zu verändern“, stellte Andreas Robisch, Vorsitzender der SPD-/JSB-Fraktion, fest. Allerdings halte es seine Fraktion für sinnvoll, einen Fachplaner zu beauftragen: Der Standort zwischen Spundwand und Fahrbahn sei nicht einfach für die Bäume. Zudem müssten Sorten ausgewählt werden, die mit den Folgen des Klimawandels zurechtkommen.

Das vorliegende Angebot anzunehmen forderte auch Roland Braun: Angesichts des traurigen Anblicks der Grünanlagen in Schwürbitz – etwa bei der Turnhalle oder auf dem Friedhof – hat er den Eindruck, dass der Bauhof gar nicht die Zeit für zusätzliche Aufgaben hat. „Den Kinderspielplatz in Neuensee soll er ja auch anlegen“, verwies Braun auf das in der vorigen Sitzung beschlossene Projekt im Nachbarort. Seine Schlussfolgerung: „Immer wenn es um Schwürbitz geht, geht es mit dem Sparen los!“

Hochwasserfreilegung und Hort für Schwürbitz

Gegen diese Anschuldigung verwahrten sich Dirk Fischer und Klaus Krügl von der CSU-Fraktion, auch wenn Krügl dem SPD-Kollegen Recht gab, was die angesprochenen Grünanlagen anging. Er setzte aber die Hochwasserfreilegung und den neu gebauten Hort dagegen. Fischer verwies darauf, dass es das Anliegen des Gemeinderats sein müsse, in allen Gemeindeteilen zu sparen, schließlich gehe es um Steuergelder.

„Wir haben das Personal, wir haben die Gärtner. Die machen auch nichts anderes als pflastern und gärtnern“, begründete Fischer den Standpunkt der CSU. Und Bürgermeister Weber merkte an, dass die Gemeinde für die von den Einwohnern gewünschte Sandsteinoptik der Mauer 230 000 Euro bezahlt, weil das Wasserwirtschaftsamt die Kosten dafür nicht übernimmt. „Das ist uns Schwürbitz wert. Deswegen wäre es gut, wenn wir da das Geld sparen könnten.“

FW-Fraktionsvorsitzender Lutz Weisser betonte: „Wir sind auch der Meinung, dass das vernünftig gemacht gehört. Es soll ja was für die Zukunft sein.“ Der Gärtnertrupp könne die Anlage nachher in Stand halten. Jetzt aber sollte ein Planungsbüro einbezogen werden.

„Wir haben das Personal, wir haben die Gärtner. Die machen auch nichts anderes als pflastern und gärtnern.“
Dirk Fischer, CSU

Jochen Weber verwies darauf, dass die Fachbehörde festlege, welche Hecken und welche Bäume wo gepflanzt werden. Letztlich endete die Abstimmung über die Beauftragung eines Planungsbüros 8:13. Das heißt, dass der Bauhof die Planung und Gestaltung der Uferpromenade übernimmt.

Erste Anregungen der Fraktionen zur Gestaltung

Die Fraktionen brachten außerdem erste Anregungen zur Gestaltung ein. Die CSU/JU möchte neben der schon eingeplanten Liegebank weitere Sitzmöglichkeiten – am besten an Punkten mit einer schönen Aussicht. Dort sollte es dann auch Mülleimer und eine Dog-Station für tierische Hinterlassenschaften geben, führte Judith May aus. Außerdem wünscht sich die CSU/JU Fahrradständer, Wegweiser, eine Infotafel zu Schwürbitz, Nistkästen und Insektenhotels.

Die angedachte Liege hält auch Andreas Robisch für eine sehr gute Idee. Die Michelauer Gartenfreunde hätten beim Kreisverband bereits eine solche beantragt, die sie im nächsten Jahr bekommen sollen. Diese Liege könne für die Uferpromenade genutzt werden, erklärte Robisch, der auch Vorsitzender des Gartenbauvereins ist.

Aus dem Gemeinderat

Bürgermeister Jochen Weber informierte über eine Verkehrsschau: In Neuensee, Ortsteil Anger, gebe es keine Möglichkeit für einen Fußgängerüberweg. Die Gemeinde könne aber „Streetbuddys“ aufstellen, wie sie es beim Hort in Schwürbitz getan hat, um die Autofahrer um Vorsicht zu bitten. Für einen Schülerübergang im Ortsteil Berg arbeite das Landratsamt an einer Lösung. Die Behindertenwerkstätten wurden als besondere Gefahrenstelle eingestuft; dort soll künftig Tempo 30 gelten.

Aus dem Gemeinderat kamen folgende Anregungen:

• Simone Naumann (parteilos) bat zu prüfen, ob im Gemeindegebiet Blühflächen angelegt werden könnten. Weber sagte dies zu.

• Klaus Krügl gab die Bitte älterer Mitbürger weiter, denen der Weg zu den Glascontainern am Anger zu weit ist: Vielleicht könnten nach dem Bau des neuen Rewe-Marktes auf dem Gelände welche aufgestellt werden. Andreas Robisch merkte dazu an, dass die Container zu selten geleert würden beziehungsweise dass es zu wenige für den großen Einzugsbereich seien. Krügl regte an, vor der Neuvergabe des Auftrags dem Landratsamt mitzuteilen, dass man mit der bisher beauftragten Firma (Remondis) nicht zufrieden sei.

• Klaus Krügl bat darum, im Bereich der Kläranlage wieder eine Bank aufzustellen.

Aus der vorigen nichtöffentlichen Sitzung gab der Bürgermeister folgende Beschlüsse bekannt:

• Neubau der B 173 und Verlegung der Lif 13: Der Geh- und Radweg nach Trieb wird im Bereich der neuen Brücke nicht beleuchtet.

• Vergaben im Rahmen des Hortbaus in Michelau: Heizungsinstallationsarbeiten (etwa 109 000 Euro) – Firma Limmer & Söllner, Altenkunstadt, Lüftungsinstallationsarbeiten (etwa 112 000 Euro) – Firma LHS GmbH & Co. KG, Neuhaus am Rennweg, Sanitärinstallationsarbeiten (etwa 126 000 Euro) – Firma HLS Metallbau GmbH, Sonneberg, Elektroinstallationsarbeiten (etwa 287 000 Euro) – Firma Elektro Haase, Coburg.

• Vergaben im Rahmen der Sanierung der Johann-Puppert-Schule Michelau: Leitungsbefahrung/Spülung (etwa 12 900 Euro) – Firma Kanaligator, Michelau, Schließanlage (etwa 44 400 Euro) – Firma M.N.O., Nürnberg.

• Nachträge im Rahmen der Sanierung der Johann-Puppert-Schule Michelau: Anbindung Lüftungsgerät Dach/Abluft Brennofen (etwa 34 900 Euro) – Firma LHS GmbH, automatische Hygienespülung Trinkwasseranlage (etwa 59 600 Euro) – Firma HLS Metallbau GmbH, Produktänderung Pelletförderanlage im Herstellerprogramm (etwa 5700 Euro) – Firma HLS Metallbau GmbH.

• Vergabe zur Verfüllung des Pumpenraums der alten Hochwasserpumpen der Kläranlage (etwa 12 300 Euro) – Firma Gutgesell GmbH.

• Mit der Firma Admira, Bayreuth, wird ein Durchführungsvertrag zur Ausweisung des „Sondergebietes Nord IV (SO), großflächiger Einzelhandel“ abgeschlossen.

Bürgermeister Weber gab außerdem bekannt, dass für den Tag der Heimat am 20. Juni Trauerbeflaggung angeordnet wurde – zum Gedenken an die Opfer von Flucht und Vertreibung.

Von AnNette Körber

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