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REDWITZ

Damen des FC Redwitz zeigen Einsatz trotz Abstandsregeln

Damen des FC Redwitz zeigen Einsatz trotz Abstandsregeln
Engagiert und motiviert trainiert die Damenmannschaft des FC Redwitz unter den Auflagen während der Corona-Pandemie. Foto: Karin Sträßner

Es ist heiß an diesem Abend. Trotzdem tummelt sich die Damenmannschaft des FC Redwitz auf dem Rasen. Und sie haben Spaß, endlich mal wieder trainieren zu dürfen. Trainer Marco steht grinsend am Spielfeldrand. Viel muss er nicht sagen, die Mädels haben nichts verlernt.

Offiziell ist das Trainieren seit 11. Mai wieder erlaubt. Es durften jedoch nur Kleingruppen bis maximal fünf Personen trainiert werden, und natürlich mussten die strengen Regeln des Infektionsschutzes beachtet werden. Deshalb trainierte bis zu diesem Zeitpunkt keiner der befragten Vereine (FC Redwitz, TSV Marktzeuln und FC Michelau). Die Zeit war zu unsicher und die Auflagen der Dachverbände (Bayerischer Fußballverband und Bayerischer Landessportverband)zu aufwändig.

Damen des FC Redwitz zeigen Einsatz trotz Abstandsregeln
Die Parkplätze vor dem Vereinsheim des FC Redwitz sind wieder besetzt. Das erste Training der Damenmannschaft seit dem Lockdown läuft wieder. Foto: Karin Sträßner

Seit dem 8. Juni jedoch gibt es weitere Lockerungen im Freistaat, auch im Bereich Breitensport. Seit diesem Zeitpunkt ist das Trainieren draußen mit bis zu 20 Personen erlaubt, was in Redwitz auch praktiziert wurde. In Marktzeuln wird ab 19. Juni wieder trainiert, in Michelau seit dem 15. Es trainieren jedoch bei allen Vereinen nur die Erwachsenen, im Bereich der Juniorinnen und Junioren ist nirgends ein Training angesetzt.

Fußballverband zeigt „eigenartige Ansicht“

Damen des FC Redwitz zeigen Einsatz trotz Abstandsregeln
Auf dem Trainingsgelände des FCR geht es endlich wieder rund. Foto: Karin Sträßner

Einen interessanten, wenn auch etwas seltsamen Gedanken verrät Melanie Stettner vom FC Michelau. Der Bayerische Fußballverband vertritt hinsichtlich der Fortsetzung der Spielsaison 2020 bei den Junioren „eine etwas eigenartige Ansicht“. Da bei diesen der Leistungsgedanke überwiege, werde die Saison weitergeführt. Bei den Juniorinnen allerdings werde die Saison abgebrochen, da laut Bayerischem Fußballverband bei den Mädels vor allem der soziale Gedanke zählt. „Juniorinnen gehen hauptsächlich zur Pflege der sozialen Kontakte zum Fußballtraining.“

Was man beim Training in Redwitz so jedoch nicht feststellen kann, wenn auch die Damen ja bereits älter sind. Artur Koch, der Vorsitzende des FCR, erklärt, dass das Training aller neun Mannschaften den Verein vor ein logistisches Problem stellen würde. Koch: „Wir wollen nicht mehrere Abteilungen an einem Tag auf dem Platz sehen.“

Im Erwachsenenbereich zählen die Redwitzer Damen mehr Mitglieder als die Herren. Die Arbeit vor etlichen Jahren zur Initialisierung des Frauenfußballs von Stefan Pfadenhauer hat den Zuwachs dieser beflügelt und sie zu einem Aushängeschild des Redwitzer Fußballvereins gemacht.

Spaß haben und Fitness in Gang bringen

Bei allen befragten Mannschaften sind die Trainingseinheiten vorerst freiwillig. Den aktiven Spielern soll laut Koch die Möglichkeit gegeben werden, wieder die Kameraden zu sehen, Spaß zu haben und auch die Fitness in Gang zu bringen.

Damen des FC Redwitz zeigen Einsatz trotz Abstandsregeln
Wann auf dem Landesliga erprobten und gepflegten FCR-Platz wieder der Ball rollt, ist ungewiss. Foto: Karin Sträßner

Erschwert werde dies jedoch durch die aktuellen Auflagen. Bei einer Kontaktsportart wie Fußball sei es natürlich schwierig, den Mindestabstand zu wahren. Dennoch gebe es genug Übungen, die man ausführen kann. Neben Laufeinheiten, Pass- oder Torübungen hat die Herrenmannschaft der Redwitzer beim ersten Training eine Partie Fußballtennis gespielt.

Die Umkleidekabinen, Duschen und Aufenthaltsräume müssten jedoch geschlossen bleiben. Am Ende jeden Trainings müssten die benutzten Materialien desinfiziert werden. Der Torwart sollte seine Handschuhe sogar während des Trainings nach Ballkontakt desinfizieren.

Voraussichtlich Anfang September könnten Freundschaftsspiele stattfinden. Doch das ist unsicher. Hier warten die Verbände noch auf Informationen von der Landesregierung.

Während Ausgangsbeschränkung eigenverantwortlich fit gehalten

Petra Niechziol, Vorsitzende des TSV Marktzeuln, kann die Einstellung mancher Fußballer nachvollziehen: „Es fehlt die Motivation, wenn man nicht weiß, wofür man übt!“ Die Kicker der heimischen Vereine mussten sich während der Ausgangsbeschränkung in Eigenverantwortung fit halten. In Michelau und Marktzeuln verabredeten sich jeweils Kleingruppen zum Laufen. Dies diente dem gegenseitigen Ansporn. In Redwitz haben sich Spieler online Ende Mai zu einer Fahrradtour verabredet und den Biergarten des Vereinsheimes als Start- und Endziel gewählt. Die Damenmannschaft hat während der Ausgangsbeschränkung ein Video zusammengestellt, in denen sie sich von Video zu Video, natürlich alle jeweils im eigenen Garten, den Ball zuspielten.

Vereine finanziell schwer getroffen

Im Übrigen hat die Corona-Pandemie die Vereine finanziell schwer getroffen. Die fehlenden Einnahmen durch Wegfall von Spielen, Veranstaltungen und auch Sponsoren konnten kaum kompensiert werden. In Redwitz versuchen die Verantwortlichen, durch den Biergartenbetrieb am Vereinsheim bei schönem Wetter die Vereinskasse etwas aufzubessern. So spürt man auch beim ersten Training der Damen den Geist von George Halas (ehemaliger Fußballspieler, Trainer, Eigentümer und Pionier im professionellen American Football): „Niemand, der jemals sein Bestes gegeben hat, hat es später bereut!“

Von Karin Sträßner

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