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MARKTGRAITZ

Bürgerversammlung zum geplanten Markgraitzer Dorfladen

Bürgerversammlung zum geplanten Markgraitzer Dorfladen
So könnte der Marktgraitzer Dorfladen einmal aussehen. Foto: Roland Dietz

Es war eigentlich schade, dass nicht mehr Marktgraitzer Bürger in die Turnhalle gekommen sind, um sich zum Stand der Gründung einer Genossenschaft für einen Dorfladen zu informieren. Die Informationen die Bürgermeister Jochen Partheymüller und Berater Wolfgang Kröll von der Dorfladengesellschaft netWay waren jedenfalls erfreulich.

So war zu erfahren, dass die ehemalige Bäckerei Hornung optimaler Standort gelte. Hier werde ein Laden entstehen, der die Attribute familiär, ursprünglich, regional und nachhaltig beinhalten werde. Das Grundsortiment werde von einem Großhändler bezogen, aber es soll versucht werden, möglichst viele Produkte von regionalen Anbietern und Direktvermarktern anzubieten. Von den 38 möglichen Lieferanten aus dem Landkreis und der näheren Umgebung hätten sich fast alle zu einer Kooperation bereit erklärt. Auch der Landkreis will die angestrebte Umsetzung von Dorfläden unterstützen.

Bürgerversammlung zum geplanten Markgraitzer Dorfladen
In die ehemalige Bäckerei Hornung soll der geplante Dorfladen einziehen. Foto: Roland Dietz

Die Pandemie habe gezeigt, wie wichtig Einkaufsmöglichkeiten vor Ort seien. So könne auch der zu Beginn der Pandemie für ältere oder nicht mobile Mitbürger eingerichtete „Einkaufs und Lieferservice“ auch innerhalb eines Dorfladens weitergeführt werden. Überhaupt solle das Thema Service eine wichtige Rolle spielen. Neben aktuellen Infos zu den Angeboten könnten ein Imbissstand und die Möglichkeit zur Geldabhebung angeboten werden. Zudem soll es ein kleines Café als Treffpunkt geben. Das Sortiment werde grundsätzlich aus Grundnahrungsmitteln wie Bäckereiprodukten, Fleisch - und Fischangeboten, Käse, Obst, Gemüse und Zeitschriften bestehen. Weitere Produkte des täglichen Bedarfs sollen je nach Nachfrage ihren Platz finden. Dem ansässigen Getränkemarkt soll aber keine Konkurrenz gemacht werden.

„Bei der Elli“ oder irgendwas mit „Hecht“

Für die Namensgebung wurde von den bestehenden Arbeitskreisen eine Fülle von Angeboten erarbeitet wobei die frühere Bezeichnung „Bei der Elli“ oder der Zusatz „Hecht“ – das Marktgraitzer Wappentier, hoch im Kurs stehen. Von der Gestaltung wird der Laden barrierefrei sein und der frühere Zugang behalten. Die Verkaufsfläche werde vom Sortiment abhängen.

Bürgerversammlung zum geplanten Markgraitzer Dorfladen
Berater Wolfgang Kröll von der Dorfladengesellschaft netWay bei seinen Ausführungen im Hintergrund Bürgermeister Jochen Partheymüller. Foto: Roland Dietz

Wolfgang Kröll von der Firma „newWay (Dorfladen-Netzwerk) sagte, dass bestehende Dorfläden im letzten halben Jahr eine Umsatzsteigerung von fast zehn Prozent bei gleicher Ladenfläche erzielt hätten. Nicht Gewinnmaximierung sei aber oberstes Ziel, sondern achtsamer Umgang mit heimischen und regionalen Ressourcen sowie die Einbindung aller Bürger vor Ort. Des Weiteren machte er auf die anzustrebende Rechtsform einer Genossenschaft aufmerksam. In dieser Genossenschaft habe jedes Mitglied, egal welche finanzielle Einlage es gemacht hat, ein Stimmrecht. Die Gesellschafter haften nur begrenzt mit ihrer Einlage. Darüber hinausgehende Haftungen seien ausgeschlossen.

Ab Anteilszeichnung sei die Mindestlaufzeit einer Mitgliedschaft zehn Jahre. Bei Tod scheidet der Gesellschafter aus. Der nächste Schritt auf dem Weg zum Marktgraitzer Dorfladen sei nun eine Gründungsveranstaltung der „Gesellschaft Dorfladen“ in welcher die Rechtsform endgültig festgelegt werde. Weiter gehe es mit der Einzahlung des Gründungskapitals der teilnehmenden Gesellschafter.

70 000 Euro müssen zusammenkommen

Bei einer Gesamtinvestitionssumme von 410 000 Euro und zu erwartender Zuschüsse besonders vom ALE wurde die Bürgerbeteiligungssumme auf 70 000 festgelegt. Eine Einlage bezieht sich auf das Minimum von 300 Euro. Matthias Partheymüller fragte nach, wie es mit der Einrichtung und deren Kosten aussehe. Beim Kauf von nötigen Geräten werden die Gesellschafter von seiner Firma weiter unterstützt. Ebenso sei dies mit der Gestaltung des Ladens, antwortete Fachmann Kröll. Die Rahmenbedingungen und Voraussetzungen für einen erfolgreichen Dorfladen seien in Marktgraitz gegeben. Wichtig sei nun, dass viele Marktgraitzer die Chance nutzen und mit dabei sind, fasste Kröll abschließend zusammen.

 

Von Roland Dietz

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