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BEIKHEIM

Brücke bei Beikheim: Erinnerung an „das Züchla“

Brücke bei Beikheim: Erinnerung an „das Züchla“
Sie steht noch, die alte Brücke der Steinachtalbahn bei Leutendorf. Foto: Werner Knoth

Viele, meist jüngere Leute wundern sich und fragen, was ist das für eine Brücke, die bei Beikheim, nahe Leutendorf, über die Steinach führt. Es ist ein Zeugnis vergangener Jahre und erinnert an „des Züchla“, das von Ebersdorf bei Coburg über Mödlitz, Leutendorf, Fürth am Berg bis Neustadt bei Coburg fuhr. Weitere Zeitzeugen sind auch noch einige frühere Bahnhöfe, die teilweise bewohnt sind.

Am 1. November 1920 wurde die Bahn unter dem Jubel der Bevölkerung eröffnet. Man nannte sie Steinachtalbahn, weil sie zwischen Leutendorf und Neustadt bei Coburg an der Steinach entlang fuhr. Man konnte von Leutendorf über Neustadt bei Coburg, Coburg und Ebersdorf/CO wieder nach Leutendorf fahren - ohne aufzustehen. Einige Leute machten sich daraus einen Spaß und fuhren die Strecke. Deshalb kam auch der Spitzname Karussellbahn auf.

Aber nach dem Zweiten Weltkrieg war, wegen der Teilung Deutschlands und der sogenannten Zonengrenze, Schluss mit dem Karussellfahren, Endstation war der Bahnhof in Fürth am Berg. Durch die damalige DDR ging nichts mehr auf der rund vier Kilometer langen Strecke bis Neustadt.

Der Personenverkehr wurde 1975 eingestellt, der Güterverkehr Anfang der 1990-er Jahre. Die Abschiedstour führte Ende Mai 1992 von Ebersdorf nach Hof-Steinach. Im gleichem Jahr begann der Rückbau der Schienen. Teile der Strecke, wie zwischen Leutendorf und Horb an der Steinach, wurden als Fuß- und Radweg ausgebaut.

Erinnerungen bleiben nur noch von den Baudenkmälern.

Von Werner Knoth

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