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HORB

Betonkolosse bei Horb künden von Megaprojekt B 173 neu

Derzeit werden die Widerlager der Brücke der künftigen Bundesstraße 173 über die B 289 bei Horb gebaut. Das Bauwerk soll noch in diesem Jahr fertiggestellt werden.Fotos: Steffen Huber Foto: Steffen Huber

Rund fünf Meter ragen die beiden Kolosse aus grauem Beton in die Höhe. Eine Hebebühne ist an den nördlichen Pfeiler herangefahren. Auf deren Plattform stehen Arbeiter, nehmen ein vom Baukran angehobenes Entwässerungsrohr in Empfang und verlegen dieses zwischen dem Bewehrungsstahl. Nicht mehr lange, dann rollen die nächsten Betonlaster, sogenannte Fahrmischer, an, um ihren flüssigen Baustoff zwischen Stahl und Verschalung fließen zu lassen. Hier zwischen Horb und der Bahnlinie Hochstadt-Probstzella ist das größte Bauvorhaben im Landkreis in diesem Jahrhundert am besten sichtbar, denn hier entsteht die Brücke der neuen vierstreifigen Bundesstraße 173 über die B 289.

Arbeiter seit Pfingsten am Brücken bauen

Wo derzeit noch die Behelfstrasse verläuft. wird ein fünf Meter hoher Damm für die künftige B 173 aufgeschüttet. Foto: Steffen Huber

Seit Pfingsten graben, baggern, verschalen und betonieren die Mitarbeiter von Baufirmen aus dem Landkreis Coburg an dem Bauwerk. 30 Meter wird es einmal lang sein, rund 25 Meter breit und fünf Meter hoch. Derzeit betonieren die Arbeiter die Widerlager. Dafür wurden bisher zirka 1100 Kubikmeter Beton verarbeitet.

Die Widerlager befinden sich an den Enden der Brücke und bilden den Übergang vom noch aufzuschüttenden Erddamm zum Brückenüberbau. Die Widerlager müssen so stabil sein, dass sie die zwölf Fertigbetonbauteile der Brücke tragen können, die in den nächsten Wochen geliefert werden. Bis Ende des Jahres soll der Rohbau des Bauwerks fertig sein und wird ab da für die nächsten vier bis fünf Jahre als „So-da-Brücke“ über der Fahrbahn der B 289 thronen. Erst dann wird das Bauwerk an die noch zu bauenden Dämme für die neue Straße angeschlossen werden.

Legt man die aktuellen Verkehrszahlen zu Grunde, werden nach der Inbetriebnahme der Bundesstraße 173 mindestens 17 000 Fahrzeuge diesen Kreuzungsbereich der beiden Bundesstraßen befahren.

Bei ständig wachsendem Straßenverkehr ist aber damit zu rechnen, dass 2026 oder 2027 nach der Fertigstellung eher mehr als weniger Autos und Laster über die beiden Straßen rollen.

Gesamtkosten liegen bei mindestens 143 Millionen Euro

Bisher liefen die Arbeiten nach Plan, verrät ein Mitarbeiter des Staatlichen Bauamts Bamberg. Dieses ist für die Planung der acht Kilometer langen Neubaustrecke der B 173 zwischen Michelau und Zettlitz verantwortlich. Mindestens 143 Millionen Euro soll das Megaprojekt mit seinen 22 Stütz- und Brückenbauwerken kosten.

Die Pläne für die künftige Auffahrt der B 289 (blau) auf die neue Bundesstraße 173 (Mi.). Die Auf- und Abfahrt in Richtung Süden erfolgt mit einer Brücke über die Bahnlinie Hochstadt-Kronach (violett). Westlich von Horb wird ein Kreisel (gelbe Markierung), der zur Auffahrt von der B 289 auf die B 173 in nördliche Richtung sorgt.Grafik: Staatliches Bauamt Bamberg Foto: Staatliches Bauamt Bamberg

Von diesen ist die Horber Überführung nicht einmal die Größte. Keinen Kilometer weiter südlich wird eine 450 Meter lange Brücke den Main und die Eisenbahnstrecke von Hochstadt nach Burgkunstadt überspannen – das „Königsbauwerk“ des Jahrhundertvorhabens, mit dessen Bau wohl frühestens 2023 zu rechnen ist.

Auffahrt in Richtung Süden führt über die Eisenbahnstrecke

Trotzdem hat auch die Horber Brücke ihre Besonderheiten. Gemeint sind die Anschlüsse der Bundesstraße 289 an die B 173. Zu Beginn der jetzigen Behelfsumfahrung östlich von Horb ist ein Kreisel für die Auffahrt in Richtung Kronach geplant. Für die Anbindung in Richtung Süden entsteht westlich der Bahnlinie eine Auffahrt, die nach Norden aufsteigt und in einem Rechtsbogen nach Süden über die beiden Schienenstränge der Eisenbahnstrecke auf die neue B 173 führt.

 

Von Steffen Huber

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