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HOCHSTADT / BURGSTALL

B 173 neu: Brückenschlag nach Burgstall

Die Trasse der neuen Bundesstraße 173 wird zwischen Hochstadt und seinen Ortsteilen verlaufen, weshalb künftig Brücken über die vierstreifige Fahrbahn notwendig sind. Die Arbeiten für das sogenannte Bauwerk 11-1, die Brücke zwischen Hochstadt und Burgstall (Mi.) haben in der vergangenen Woche begonnen. Foto: Staatliches Bauamt Bamberg

Sie ist eher ein besser ausgebauter und geteerter Flurbereinigungsweg, die sich zwischen Hügeln dahinschlängelnde Gemeindeverbindungsstraße zwischen Hochstadt und dem Dörfchen Burgstall. Doch hier, mitten in Maisfeldern und Wiesen, sind in den vergangenen Tagen Baumaschinen angerückt, haben Arbeiter einen Bagger und Radlader abgestellt und Baucontainer aufgestellt. Denn hier entsteht eines von 22 Stütz- und Brückenbauwerken im Zuge des 143 Millionen Euro teuren Neubaus der Bundesstraße 173.

Bagger, Radlader und Raupe stehen bereit, die Baucontainer und ein Trafohäuschen sind schon aufgestellt. Die Senke zu den beiden Baumaschinen wird für die neue Straßenführung zwischen Hochstadt und Burgstall aufgefüllt. Der Zaun und die Pfosten dahinter zeigen die nördliche Grenze der Straße, hinter dem Wäldchen links entsteht die neue Brücke.

Die vierspurige Trasse, die in den kommenden mindestens sechs Jahren zwischen Michelau und Redwitz entstehen wird, führt nämlich genau zwischen Hochstadt und seinem kleinen Ortsteil hindurch. Ebenso trennt die Umgehung den Hauptort von all seinen weiteren Ortsteilen, also Anger, Obersdorf, Reuth, Thelitz und Wolfsloch. Bei den Straßen zu diesen Dörfern – der Kreisstraße Lif 3 nach Wolfsloch und der Kreisstraße Lif 4 nach Reuth – stehen ebenfalls in nächster Zeit die Arbeiten an den künftigen Überquerungen der neuen B 173 an. So soll Anfang Juni mit dem sogenannten Bauwerk 9-1 begonnen werden, der Brücke der Lif 4 nach Reuth. Deswegen hat die zuständige Baufirma ihren „Stützpunkt“ mit Baucontainern und -material an der Lif 4 nördlich von Reuth eingerichtet, da von diesem relativ zentral beide Baustellen bei Burgstall und Reuth versorgt werden können.

Brücken haben imponierende Ausmaße

Im Übrigen haben beide Brücken (westlich von Burgstall und nördlich von Reuth) durchaus imponierende Ausmaße: So wird die B 173-Überquerung ins kleine Burgstall eine Länge von etwa 32 Meter haben, gut 6,5 Meter breit sein und etwas nördlich der heutigen Gemeindeverbindungsstraße verlaufen. Die gleichen Daten gelten in etwa für die Überquerung der neuen Bundesstraße nach Reuth. Zum Vergleich: Die Brücke der B 173 über die Bundesstraße 289 zwischen Horb und der Bahntrasse ist knappe 30 Meter lang und damit kürzer, wobei sie für eine vierspurige Straße natürlich erheblich breiter ist als die beiden genannten Bauwerke.

Einschnitt in die Erdoberfläche notwendig

Was diese für den Laien so besonders macht: Für beide Brücken muss erst das Erdreich darunter ausgegraben werden, denn sonst würden sie nach dem aktuellen Bodenrelief ebenerdig verlaufen. So wird für die neue Bundesstraßentrasse speziell zwischen Hochstadt und seinen südlichen Ortsteilen ein Einschnitt in die derzeitige Erdoberfläche gegraben werden müssen. Deswegen wird laut Auskunft des für die Planung und den Bau der B 173 neu verantwortlichen Staatlichen Bauamts Bamberg beispielsweise zwischen Hochstadt und Burgstall die Senke kurz nach dem Ortsende der Hauptgemeinde aufgeschüttet.

Erdaushub wird für Trasse der B 173 nördlich des Mains verwendet

Im Anschluss daran müssen die Bauarbeiter kurz vor einem Wäldchen in Richtung Burgstall gewaltige Mengen Erde ausgraben, um über die dann entstehende Senke die Brücke bauen zu können. Der Erdaushub wird für die aufzuschüttende Trasse der neuen Bundesstraße nördlich des Mains zwischen Hochstadt und der Brücke über die B 289 verwendet werden, heißt es von Seiten der Straßenplaner.

Künftig wird hier zwischen Wolfsloch (li.) und Hochstadt die neue Bundesstraße 173 verlaufen. Rechts neben dem Strommast in der Mitte ist ein Bohrgerät zu sehen, mit dem die Beschaffenheit des Bodens untersucht wird.Fotos: Steffen Huber

Nach deren Auskunft müssen die Auto- und Fahrradfahrer, die derzeit hauptsächlich die Verbindung zwischen Hochstadt und Burgstall beziehungsweise Reuth nutzen, noch keine Einschränkungen fürchten. So soll das Bauwerk zwischen Hochstadt und Burgstall Mitte nächsten Jahres fertig sein, und erst dann soll die Gemeindeverbindungsstraße an die Brücke angebunden werden.

„Wir achten darauf, jede Querverbindung über die neue B 173 nacheinander fertigzustellen, damit es auch immer genug Möglichkeiten einer Umleitung gibt“, betont ein Mitarbeiter des Staatlichen Bauamtes gegenüber dieser Redaktion. Ziel ist es, zuerst alle Querungen, also Brücken, zu bauen, bevor dann die eigentliche Trasse der Bundesstraße 173 in Angriff genommen wird.

Von Steffen Huber

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