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REDWITZ

Stichwahl: Jürgen Gäbelein ist Redwitzer Bürgermeister

Stichwahl: Jürgen Gäbelein ist Redwitzer Bürgermeister
Der künftige Redwitzer Bürgermeister Jürgen Gäbelein (Mi.) mit den Gemeinderäten (v. li.) Alfred Leikeim, Thilo Hanft und Stefan Schmidt sowie Günther Kohles, der die Nominierungsversammlung der Unabhängigen Bürger Redwitz damals leitete. Foto: Thomas Micheel

Jürgen Gäbelein (Unabhängige Bürger) ist ab Mai der neue Bürgermeister von Redwitz. Er setzte sich in der Stichwahl am Sonntag gegen seinen Mitbewerber Christian Zorn (CSU) durch. Er beerbt damit den 66-jährigen Christian Mrosek, der nach 18 Jahren als Bürgermeister der Gemeinde Redwitz seinen Schreibtisch Ende April räumt. Die Wahlbeteiligung lag bei 77 Prozent.

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Aufgrund der Risiken des Corona-Virus fand die Stichwahl in Redwitz, wie in ganz Bayern, ausschließlich per Briefwahl statt. Für die Wahlhelfer galt es, sieben Briefwahlbezirke auszuzählen. „Insgesamt sind wir 15 Wahlhelfer, einer davon an der Pforte“, sagte Heinrich Dinkel von der Geschäftsleitung dieser Redaktion. „Ausgezählt wurde ausschließlich im Rathaus, dort im großen Sitzungssaal, im kleinen Sitzungssaal und im Vorraum.“ So hatte man auch genügend Abstand zwischen den Wahlhelfern. Da die Deutsche Post am Samstag Sonderleerungen an den Briefkästen vornahm, bekam das Team um Heinrich Dinkel auch am Sonntag noch einmal einen ordentlichen Schwung rosafarbene Wahlbriefe zugestellt: „Ich selbst habe sie nicht gezählt, aber 50 waren es mindestens.“ Und auch persönlich gaben noch etliche Wähler ihre Voten im Rathaus ab: „Es tröpfelte immer so vor sich hin.“ Und das bis kurz vor Toresschluss.

Auch aufgrund der verhältnismäßig hohen Zahl der Wahlhelfer für die maximal 2700 zu erwartenden Stimmzettel war klar: In Redwitz würde alles ganz fix gehen. Genau so kam es auch: Um 18.22 lag mit dem Bezirk Obristfeld das erste Teilergebnis vor, um 19.01 Uhr waren dann alle Bereiche ausgezählt. Von Anfang an hatte Jürgen Gäbelein die Nase vorne.

Damals ging es noch an der Wahlurne: Jürgen Gäbelein (UBR) bei der Stimmabgabe vor zwei Wochen. Foto: Thomas Micheel

Mir fällt ein Kilo Steine vom Herzen“, sagt der frisch gekürte Wahlgewinner Jürgen Gäbelein im Gespräch mit dieser Redaktion. „Meine Frau und ich waren im Rathaus live dabei, es war sehr aufregend.“ Dementsprechend war seine Gattin auch die erste Gratulantin. „Das Ergebnis entspricht dem, was ich mir erhofft hatte. Ich hatte mir erhofft, von den Stimmen der SPD, die zu verteilen waren, mehr zu bekommen.“

Jürgen Gäbelein: Habe das Ergebnis im Rathaus mitverfolgt

Wichtig für beide Kandidaten sei gewesen, dass es eine hohe Wahlbeteiligung gegeben habe. „Ich freue mich, dass der Wähler die Arbeit der vergangenen Jahre belohnt hat. Es gab viele Aktionen, die in Redwitz gelaufen sind. Nicht nur auf politischer Ebene, sondern auch ehrenamtlich“, so Gäbelein. Der Wahlkampf sei ein fairer gewesen, und zwar von allen drei Kandidaten. Dazu gehörte auch, dass Mitbewerber Christian Zorn Jürgen Gäbelein am Mobiltelefon anrief und ihm zu seinem Sieg gratulierte. „Klar gab es im Wahlkampf kleinere Sticheleien, doch alle drei Kandidaten haben immer wieder betont, dass es danach ein Miteinander geben muss für die Zukunft von Redwitz.“

Eine Wahlparty, die gab es am Sonntagabend nicht. „Ich werde mit meiner Frau eine Flasche Sekt aufmachen, die Feier an sich aber wird nachgeholt“, verspricht Gäbelein. „Bei uns ist ein tolles Team zusammengewachsen, das sich heute den ganzen Tag über via WhatsApp auf dem Laufenden hielt und sich nun natürlich freut. Die Vernunft aber gebietet es, heute nicht zusammenzukommen.“

Christian Zorn: Mehr Stimmen in den Ortsteilen erwartet

Christian Zorn gibt sich am Telefon enttäuscht. „Ich bin natürlich nicht angetreten, um zu verlieren. Ich wusste, dass ich als ,Reingschlaafter‘ es nicht einfach haben würde in Redwitz selbst, aber in den Ortsteilen habe ich mir mehr erhofft“, so der Unterlangenstadter. Wohlgemerkt: In Unterlangenstadt, Trainau und Mannsgereuth hatte er die Nase vorne. Zorn betont, dass im Wahlkampf jeder seine persönlichen Belange zurückgestellt habe zum Wohle von Redwitz. „Wir müssen und werden gemeinsam anpacken. Dazu werde ich als Gemeinderat beitragen.“ Der Ergebnis verfolgte er daheim im Kreise seiner Familie.

Im ersten Wahlgang vor genau zwei Wochen ging es noch denkbar eng zu: 39,9 Prozent der Bürger der Gemeinde Redwitz entschieden sich damals für CSU-Kandidat Christian Zorn, der damit nur hauchdünn vor Jürgen Gäbelein (UBR) und seinen 39,1 Prozent lag. Das waren gerade einmal 15 Stimmen. 21 Prozent der Wähler entschieden sich für Stephan Arndt, der für die Sozialdemokraten ins Rennen gegangen war. Die SPD gab in der Folge keine Wahlempfehlung ab. Die Wahlbeteiligung lag im ersten Durchgang, in dem auch der Gemeinderat neu bestimmt wurde, bei 69,4 Prozent.

 

Von MarKus Drossel

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