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REDWITZ

Herbe Verluste für die CSU in Redwitz

Redwitz hat so manches altehrwürdiges Plätzchen zu bieten, wie die wunderschöne evangelische Kirche. Im Gemeinderat werden die Karten gerade neu gemischt. Foto: Markus Drossel

Schwere Schlappe für die CSU in Redwitz. Das Zugpferd, der beliebte Bürgermeister Christian Mrosek, trat nicht mehr zur Wahl an. Die Christsozialen verlieren bei ihrem Generationswechsel deutlich in der Wählergunst. Sie sacken bei den Gemeinderatswahlen um fast zehn Prozent von 48,6 (2014) auf 39,1 Prozent ab. Die CSU bleibt stärkste Fraktion. Doch die Unabhängigen Bürger Redwitz stocken mächtig auf. 2014 lagen sie (damals noch als Freie Wähler) bei 22,8 Prozent. Jetzt trennt sie mit einem Ergebnis von 35,7 Prozent nicht mehr viel von den Christsozialen. Die SPD, einst ein Riese in der ehemaligen Siemens-Gemeinde, hat zumindest den freien Fall, den die Traditionspartei auf Bundes- und Landesebene durchleidet, nicht erfahren müssen. Ihr Stimmenanteil sank bei den Gemeinderatswahlen von 28,15 (2014) auf 25,3 Prozent.

2014 ging die CSU gestärkt aus den Kommunalwahlen hervor. Dank der Stimme von Bürgermeister Mrosek hatten die Christsozialen eine Mehrheit von neun bei 16 Stimmen im Gemeinderat. Bei den Wahlen am Samstag verlor die CSU zwei Sitze an die UBR. Die SPD konnte ihre vier Mandate halten.

Der Wahlsonntag brachte für die CSU keine Siege. Bürgermeisterkandidat Christian Zorn muss in die Stichwahl gegen Jürgen Gäbelein (UBR). Im Gemeinderat gibt es eine herbe Schlappe. Karin Hafermann und Annette Scherbel-Schülein schaffen es nicht mehr, erneut in das Gremium gewählt zu werden.

So ganz kann sich Zorn als Fraktionsvorsitzender das schlechte Abschneiden seiner Partei nicht erklären. „Wir haben aus meiner Sicht ein gutes Team aufgestellt und einen engagierten Wahlkampf geführt“, erklärt er. Vielleicht liege es aber auch daran, dass die großen Volksparteien generell Verluste einfahren. Auch die Wahlbeteiligung sei mit 69 Prozent etwas geringer ausgefallen als 2014. „Aber wir müssen erst mit der Fraktion das Ergebnis genau analysieren“, erklärt Zorn.

Bei der UBR herrscht beste Stimmung. Martin Paulusch und Marco Wagner ziehen für die Unabhängigen zusätzlich in das kommunale Parlament ein. Marco Wagner konnte trotz Listenplatz 16 bei den Wählern bestens punkten. „Alles ist bunter, und es wird mehr Diskussionen im Gemeinderat geben“, freut sich der Fraktionsvorsitzende Jürgen Gäbelein, der auch in der Stichwahl um das Bürgermeisteramt steht. Der Sinkflug der großen Volksparteien, davon scheint die UBR zu profitieren. 2019 hatten sich die damals Freien Wähler in Unabhängige Bürger umbenannt. Doch genau das Pochen auf das Wort „Unabhängigkeit“ dürfte Stimmen bei Wählern gebracht haben, die zum Beispiel Grün wählen. Wenn sie die Möglichkeit dazu haben.

Keinen Grund zur Traurigkeit

SPD-Fraktionsvorsitzender Jochen Körner hatte keinen Grund zum Jubeln, aber auch keinen zur Traurigkeit. Die Zeiten als Redwitz als Siemensianer-Gemeinde eine rote Hochburg war, sind vorbei. Das redet sich auch Körner nicht schön. „Mit unserem jungen Spitzenkandidat Stephan Arndt setzen wir auf die Zukunft“, erklärt Körner. Froh ist der altgediente Sozialdemokrat, dass die Redwitzer SPD nicht vom Abwärtsstrudel der Bundes-und Landespolitik ergriffen wurde. Trotz eines Verlustes im Vergleich zu 2014.

Der neue Gemeinderat

CSU: Christian Zorn, Kathrin Mrosek, Niklas Welscher, Ralf Reisenweber, Wolfgang Schmitter und Thomas Pfaff.

SPD: Stephan Arndt, Egon Neder, Jochen Körner und Lukas Busch

UBR: Jürgen Gäbelein, Thilo Hanft, Alfred leikheim, Martin Paulusch, Stefan Schmidt und Marco Wagner.

 

Von Till Mayer

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