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REDWITZ

Bürgermeisterwahl: Kopf-an-Kopf–Rennen in Redwitz

Es wird spannend in Redwitz: Christian Zorn (CSU/li.) geht in die Stichwahl gegen Jürgen Gäbelein (UBR/re.). Beide bedankten sich beim SPD-Kandidaten Stephan Arndt für einen fairen Wahlkampf. Foto: red

In Redwitz wird es spannend- Drei Kandidaten traten zur Wahl um das Amt des Bürgermeisters an. Der beliebte und langjährige Amtsinhaber Christian Mrosek (CSU) stellte sich nicht mehr zur Wahl. Die Christsozialen schickten Christian Zorn ins das Rennen. Die Unabhängigen Bürger Redwitz (UBR) den langährigen Gemeinderat Jürgen Gäbelein. Die beiden holten fast die gleiche Stimmenzahl. Zorn kam auf 39,9 Prozent und liegt damit hauchdünn vor Gäbelein, der 39,1 Prozent der 1879 abgegeben Stimmen auf sich vereinigen konnte. Das bedeutet Stichwahl. Die Wahlbeteiligung lag bei 69,4 Prozent.

Der Kandidat der Sozialdemokraten, Stephan Arndt, erhielt 21 Prozent der Stimmen. Einst war Redwitz als Industrie- und Arbeitergemeinde als die rote Hochburg im Landkreis Lichtenfels bekannt. Die Zeiten haben sich grundlegend geändert. Die CSU hat sich in der Ära von Christian Mrosek gut aufgestellt.

„Es ist gut möglich, dass die Stichwahl nicht mehr als Urnengang, sondern als reine Briefwahl stattfindet.“
Jürgen Gäbelein, UBR-Kandidat

Die SPD galt bei der Bürgermeisterwahl nicht als eine Partei, die einen Favoriten stellt. Die 21 Prozent sind für den 33-Jährigen Sozialdemokraten deswegen ein Achtungsergebnis. Er kommt aus Waischenfeld, ist also kein „Einheimischer“. Politisch ist er noch weitgehend unerfahren. Doch Stephan Arndt sagte gegenüber dieser Redaktion am Telefon: „Ich bin super zufrieden mit dem Ergebnis Mindestens 20 Prozent das war meine Marke, die mir wichtig ist.“ Der junge Mann spielt auf Zeit, will sich im Gemeinderat beweisen. Und dann bei der nächsten „Bürgermeisterwahl gerne wieder antreten. Das ist doch klar!“

Dass es zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden Favoriten kommt, das dürfte nur wenige Beobachter der Redwitzer Kommunalpolitik verwundert haben. Das die beiden Stichwahlkandidaten fast die gleiche Stimmenzahl erreicht haben, macht den nächsten Wahlgang aber ganz besonders spannend.

Christian Zorn, der Kandidat der Christsozialen, betonte, dass er mit dem knappen Ergebnis gerechnet hatte. „Jetzt kommt es darauf an, noch einmal alle Kräfte der CSU zu mobilisieren“, erklärt er. Von seinem Mitbewerber Jürgen Gäbelein gibt es ähnliches für die UBR zu hören.

„Jetzt kommt es darauf

an, alle Kräfte der CSU zu mobilisieren.“

Christian Zorn, CSU-Kandidat
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Beide stammen es aus der Gemeinde, haben sich lokalpolitische Sporen verdient. Zorn war auch Zweitstimmenkandidat der CSU bei der vergangenen Landtagswahl. Gäbelein ist tief verwurzelt in der Vereinswelt. Dem Gemeinderat gehört er bereits seit zwölf Jahren an. Sie gratulierten dem unterlegenen Sozialdemokraten zu seinem Achtungserfolg.

Jetzt geht es für beide Kandidaten von CSU und UBR auf die Zielgerade zu. Doch große Wahlveranstaltungen, die wird es nicht mehr geben. Weder bei der CSU noch der UBR. Es wird ein Wahlkampffinale im Zeichen der Virus-Pandemie Corona sein. Das macht die beiden Kommunalpolitiker durchaus nachdenklich. „Sicherlich, die Wähler sind informiert. Sie kennen die Ziele der Kandidaten“, meint Zorn. Aber die Furcht vor dem Coronavirus überschattet die Stichwahl. „Es ist gut möglich, dass die Stichwahl nicht mehr als Urnengang, sondern als reine Briefwahl stattfindet“, erklärt Gäbelein.

Das wäre einmalig in der Geschichte der bayerischen Demokratie. Einmalig in der Geschichte des Obermain–Tagblatt ist, dass wegen des Coronavirus kein Fotograf zum Fototermin am Abend ins Rathaus kommt. Das Foto organisieren dann die drei Kandidaten gemeinsam. Auch ein wenig sinnbildlich für den Wahlkampf in der Gemeinde Redwitz. Denn der, da ist sich das Trio einig, wurde ausgesprochen fair und sachlich geführt.

Das soll auch so bleiben, versprechen die beiden Stichwahlkandidaten für die nächsten zwei Wochen. Die Stichwahl wird wohl einer der spannendsten am Obermain.

Von Till Mayer

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