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HOCHSTADT

Max Zeulner ist Hochstadts Bürgermeister

Max Zeulner (CSU) bei der Stimmabgabe. Foto: Werner Hauber

Der erste Gratulant war der Mitbewerber: Gemeinsam verfolgten Max Zeulner (CSU) und Joachim Schlesinger (SPD) im engsten Kreise der Familien die Ergebnisse der Bürgermeisterwahl in Hochstadt. Letztlich war es der Christsoziale, der mit 77,4 Prozent der Stimmen ein deutliches Ergebnis für sich verbuchte und damit die Nachfolge seines Parteigenossen Thomas Kneipp antritt, der sich nicht mehr zur Wahl stellte.

„Es freut mich sehr, dass es heute, wie auch im Wahlkampf, fair zugegangen ist“, sagte Zeulner im Gespräch mit dieser Redaktion. „Und es freute mich sehr, dass 

Joachim Schlesinger (SPD) bei der Stimmabgabe. Foto: Werner Hauber

Joachim Schlesinger mir sogleich einen Blumenstrauß überreichte, den ich dann an meine Frau weitergab.“ Insgeheim hatte Zeulner auf einen Wahlsieg gehofft, „doch man weiß nie, wie der Wähler entscheidet. Nun bin ich sehr erleichtert.“

Das hohe Votum für ihn wertet er als „sehr großen Vertrauensbeweis, der natürlich auch verpflichtet. Nun möchte ich sehr zielstrebig, lösungsorientiert und bürgernah und natürlich zusammen mit dem Gemeinderat Hochstadt am Main weiterentwickeln, um das Gemeindeleben weiter lebenswert zu erhalten oder gar noch zu verbessern.“ Die größte Herausforderung für den neuen Rathauschef wird der Bau der Ortsumgehung (Bundesstraße 173 neu) sein.

Eine Wahlparty gab es für Zeulner nicht, selbst die geplante Feier im kleinen Kreise sagte er aufgrund der rasanten Ausbreitung des Coronavirus ab. „Joachim Schlesinger und ich bleiben gemeinsam im Rathaus, bei einem Gläschen Sekt, bis die Ergebnisse des Gemeinderats feststehen“, so Zeulner. „In der Hoffnung, dass wir auch in den nächsten sechs Jahren so gut im Gemeinderat zusammenarbeiten können wie bisher.“ Sein Dank gilt Joachim Schlesinger: „Wir sind der gleiche Jahrgang, kennen uns schon sehr lang, sind fair miteinander umgegangen.“ Und Kenner wissen: Sie sind befreundet.

„Ich hätte mir schon etwas mehr erwartet“, zog der Obersdorfer Joachim Schlesinger eine Wahlbilanz. „Enttäuscht bin ich aber trotzdem nicht, weil ich ja weiß, dass in Hochstadt in der Regel schwarz gewählt wird.“ Seinem Schulkollegen als erster zu gratulieren, sie für ihn Ehrensache gewesen. „Und wenn wir wieder vom Gemeinderat aus eine Fahrt nach Südtirol machen dürfen, werden wir uns wieder ein Zimmer teilen“, so Schlesinger. „Das ist schon ausgemachte Sache.“ Der SPD-Bewerber ist Listenführer der Sozialdemokraten und hofft auf ein weiteres Mandat für den Gemeinderat, um unter Bürgermeister Zeulner weiter für Hochstadt arbeiten zu dürfen.

Lange Zeit keine Ergebnisse online

Für die Verwaltungsgemeinschaft Hochstadt-Marktzeuln lief die Kommunalwahl alles andere als erwartet. Während andere Kommunen längst mit Ergebnissen auf ihren Homepages aufwarten konnten, blickten die Zeulner und Hochstadter über Stunden auf leere Tabellen. Noch zwei Stunden nach Schließung der Wahllokale war für die Bürgermeisterwahl Hochstadt lediglich eine Wahlbeteiligung von 71,7 Prozent online, mehr aber nicht. Zu diesem Zeitpunkt war das Wahlergebnis längst bekannt. Erst kurz nach 20 Uhr standen dann die Wahlresultate online.

Ärgerlich für die Politikinteressierten: Bereits vor sechs Jahren gab es in der Kommune massive technische Probleme: Die Computer streikten und am Schluss sogar das Fax. Man ist fast versucht zu sagen: Und wieder grüßt das Murmeltier.

 

Von Markus Drossel

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