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MARKTGRAITZ

Gute Chancen für einen Dorfladen in Marktgraitz

Gute Chancen für einen Dorfladen in Marktgraitz
In der ehemaligen Bäckerei Hornung könnte der Dorfladen entstehen. Foto: Roland Dietz

Viele Bürger wünschen sich einen Dorfladen in Marktgraitz. Dies wurde bei einer Bürgerversammlung im Sportheim deutlich. Zwar lag die Rücklaufquote der Fragebogenaktion zu dem Projekt nur bei 28 Prozent, doch dies sei in der jetzigen Phase normal, erklärte Wolfgang Gröll vom Dorfladen-Netzwerk Newway.

Gute Chancen für einen Dorfladen in Marktgraitz
So könnte der Dorfladen mit Café aussehen. Foto: red

Interessanter waren die Antworten, die sich eindeutig für das Projekt Dorfladen aussprachen. So wünschen sich 90 Prozent der Teilnehmer, dass die Versorgungssituation in Marktgraitz verbessert wird, 80 Prozent sprachen sich für die Einrichtung eines Dorfladens aus. Sogar 94 Prozent gaben an, dass sie in einem solchen Laden auch einkaufen würden. Die Möglichkeit, regionale Waren einkaufen zu können, kurze Wege, vernünftige Öffnungszeiten und ein angemessenes Preis-Leistungsverhältnis wünschen sich über 70 Prozent der Befragten. Eine wöchentliche Nutzung des Dorfladens kündigten 80 Prozent der Befragten an.

„Auszugehen ist bei diesen Zahlen von einem jährlichen Umsatz zwischen 300 000 und 600 000 Euro.“
Wolfgang Gröll, Dorfladen-Netzwerk Newway

„Auszugehen ist bei diesen Zahlen von einem jährlichen Umsatz zwischen 300 000 und 600 000 Euro“, meinte Wolfgang Gröll. Das entspreche Einkäufen von 7,31 Euro in der Woche pro Kunde – auf die Bevölkerung gerechnet. Der Planumsatz liege bei rund 400 000 Euro jährlich. Der Schwerpunkt des Sortiments solle auf Backwaren, Bioprodukten, frischem Obst und Gemüse, regionalen Produkten und sonstigen Lebensmitteln liegen. Auch Serviceleistungen könnte ein Dorfladen in Marktgraitz bieten. So sollen ein kleines Tagesbistro, ein Bestell- und Lieferservice, ein Café zur Begegnung, Lottoannahmestelle, eine Geldauszahlung, ein Paketshop und eventuell eine kleine Tauschbücherei im möglich sein.

„Es wird keine Konkurrenz zur in Marktgraitz ansässigen Metzgerei und zum Getränkemarkt geben“, versicherte Bürgermeister Jochen Partheymüller. Da Klima- und Naturschutz immer wichtiger werden, wurde auch das Thema Mehrwegverpackungen angesprochen. Hier könne einiges bewegt werden, war sich Wolfgang Gröll sicher. Entscheiden werde letztendlich der Einkäufer, was angeboten wird und welche Möglichkeiten ausgeschöpft werden können.

Bei jüngeren Menschen bestehe ein großes Potential, das noch geweckt werden könne. Mehr als positiv sei der angedachte Standort. So seien die Räume der ehemaligen Bäckerei Hornung optimal dafür. Auch die Verhandlungen über eine Miete der Immobilie seien ein Glücksfall.

Gute Chancen für einen Dorfladen in Marktgraitz
Wolfgang Gröll vom Dorfladen-Netzwerk „newway“ Foto: Roland Dietz

Für eine finanzielle Beteiligung am Dorfladen hatte sich die Hälfte der Befragten ausgesprochen. Der Investitionsbedarf belaufe sich auf maximal 220 000 Euro, das notwendige Eigenkapital auf 50 000 bis 90 000 Euro. Interessierte Bürger könnten eine Einlage von 300 Euro zeichnen. Die Haftung sei auf die Einlage begrenzt und die Mindestlaufzeit betrage zwölf Jahre. Fünf Mitarbeiter seien vorgesehen. Von ehrenamtlichen Mitarbeitern riet Gröll ab, da dies langfristig schwer zu organisieren sei. Der Laden könnte etwa 65 Stunden pro Woche geöffnet werden.

Da Bürgermeister Jochen Partheymüller als Initiator und Vorplaner gilt, wurde die Frage laut, wie gehe es bei der Wahl eines anderen Bürgermeister weitergehen könnte. Die Gegenkandidaten Tanja Beier und Nathalie Grammon sagten zu, im Falle ihrer Wahl das Projekt weiterzuführen.

Gründung eines Arbeitskreises am 4. März

Als nächster Schritt ist die Gründung eines Arbeitskreises am Mittwoch, 4. März, um 19 Uhr geplant; der Ort wird rechtzeitig bekannt gegeben. Teilnehmen könne alle, die Interesse haben und weitere Ideen einbringen möchten.

 

Von Roland Dietz

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