aktualisiert:

MARKTZEULN

Marktzeulner "Zechanwesen" bald kein "Schandfleck" mehr

Marktzeulner „Zechanwesen“ bald kein „Schandfleck“ mehr
Das „Zechanwesen“ in Marktzeuln stellt schon seit längerem einen Schandfleck dar. Foto: Gregor Freidlein-Zech

Allen Grund zum Feiern gab es am Montagabend in Marktzeuln. Der Gemeinderat beschloss ein Projekt von großer Bedeutung für die Marktgemeinde: Der Grunderwerb für den Bereich Marktstraße 28, Schulweg 1 und 3, wurde vereinbart. Das sogenannte „Zechanwesen“ wird von der Bevölkerung als Schandfleck wahrgenommen und der Wunsch nach einer Umgestaltung ist sehr groß.

Umso erfreulicher war der Bewilligungsbescheid der Regierung von Oberfranken. Bei 269 000 Euro Gesamtkosten für den Grunderwerb werden 80 Prozent bezuschusst. Für die Machbarkeitsstudie zur Umgestaltung des „Zechanwesens“ erhält die Gemeinde ebenfalls bei 50 000 Euro Gesamtkosten einen Zuschuss in Höhe von 40 000 Euro. Diese Machbarkeitsstudie wird zeitnah in Auftrag gegeben und Ergebnisse noch in diesem Jahr der Bevölkerung vorgestellt.

Hohe Zuschüsse für das Projekt

Auch die Kosten der Umgestaltung (Revitalisierung) des „Zechanwesens“ in vorläufiger Höhe von 3 075 000 Euro werden zu 80 Prozent bezuschusst. Die Förderinitiative „Innen statt außen“ ist wie maßgeschneidert für Marktzeuln. So sieht sie vor, Neubaugebiete außerhalb des Ortskerns nicht mehr weiterzuentwickeln, sondern innerörtliche Brachflächen nutzbar zu machen.

Laut Bürgermeister Gregor Friedlein-Zech (unabhängige Bürger Marktzeulns) habe man zugunsten dieses Förderungsprogrammes auf ein größeres Neubaugebiet verzichtet. Auch das einst angedachte mögliche Neubaugebiet „Neuburg“ werde vorerst nicht verwirklicht.

Eine mögliche Nutzung des momentanen „Schandfleckes“ sieht vor, das Bestandsgebäude Marktstraße 28 durch Öffnung des Untergeschosses den bestehenden Traditionsmarkt mit 320 Quadratmetern Verkaufsfläche als „Indoor-Markt“ zu bereichern. Die hierdurch entstehende überdachte Marktfläche solle multifunktional genutzt werden können, außerhalb der Marktzeiten soll sie Bürgern und Vereinen und vor allem auch den Bewohnern des Obergeschosses für verschiedenste Veranstaltungen zur Verfügung stehen.

Verschiedene Formen der Wohnnutzung

Im Obergeschoss sollen verschiedene Formen der Wohnnutzung umgesetzt werden (zum Beispiel barrierefreie Wohnungen, Wohnen in allen Lebenslagen, Mehrgenerationen-WG usw.). Durch diese Maßnahmen erfolge eine weitere Wiederbelebung des Ortskernes. Das Gebäude Schulweg 1 könne nach einer Sanierung wieder als Wohnraum zur Verfügung gestellt werden.

Hinsichtlich des Gebäudes Schulweg 3 solle untersucht werden, ob ein Abbruch nicht die bessere Lösung wäre, um auch Parkraum zur Verfügung stellen zu können.

Bereits vergangene Versuche des Marktes Marktzeuln das Areal im Jahr 2015 im Nachlassinsolvenzverfahren zu erwerben, scheiterten, so dass ein höher bietender Bewerber den Zuschlag erhielt. Dieser Kauf wurde allerdings nicht abgewickelt und somit bot sich nun erneut die Möglichkeit die Grundstücke Marktstraße 28, Schulweg 1 und Schulweg 3 (Fl. Nrn. 126/2, 126 und 128 Gemarkung Marktzeuln) zu erwerben und grundlegendes an der Situation zu verbessern.

Zentrale Lage des Gebäudes

Marktzeulner „Zechanwesen“ bald kein „Schandfleck“ mehr
Die Flurnummern 126, 128 und 126/2 stellen das „ Zechanwesen“ in Marktzeuln dar. Der Beschluss des Gemeinderates für den Grunderwerb wurde nun gefasst. Foto: Bildquelle: Gregor-Friedlein-Zech

Auf Grund der zentralen Lage und Größe komme den Gebäuden ein ortsbildprägender Charakter zu. Die Chance das Areal aus städtebaulicher Sicht zu verbessern und Leerstände wieder zu aktivieren solle unbedingt wahrgenommen werden. Die Gebäude befinden sich im Denkmalensemble und im Bereich des durch Satzung festgelegten Sanierungsgebietes „Ortskern Marktzeuln“. Bei dem Anwesen Schulweg 1 handele es sich zudem um ein Einzeldenkmal.

Hierbei könnte gegebenenfalls auch die in unmittelbarer Nähe liegende gemeindliche Freifläche (Flurnummer 133, Gemarkung Marktzeuln, ehemals Weißes Lamm) mit einbezogen werden. Das Gemeindeoberhaupt betonte, das dies alles offene Gedanken wären, die in der Machbarkeitsstudie untersucht werden würden. „Dank der Städtebauförderung werden kleine Gemeinden wie Marktzeuln nicht im Regen stehen gelassen,“ freute sich Friedlein-Zech.

Sein besonderer Dank gilt dem Baudirektor Neuberger von der Regierung von Oberfranken.Außerdem wurde ebenfalls durch die Förderinitiative „Innen statt außen“ ein Zuschuss in Höhe von 1 375 300 Euro (Gesamtkosten 1 720 100 Euro) für der Grunderwerb und die Entwicklung des Dorfladens bewilligt.

Von Karin Straeßner

Weitere Artikel