aktualisiert:

REDWITZ

Wahl Redwitz: Stephan Arndt will Gemeinschaft aufleben lassen

Stephan Arndt und Freundin Clarissa Kuschal sind viel und gerne mit Abel in der Natur unterwegs. Foto: red

Er ist jung, voller Energie, geht mit offenen Augen durch seinen Ort, liebt die Gemeinschaft. Er will sich immer engagieren, für seine Gemeinde, die er sich als Wohnort bewusst ausgesucht hat, und für seine Mitbürger, mit denen er Kontakt sucht und leicht findet. Stephan Arndt ist Bürgermeister-Kandidat des SPD-Ortsvereins. Ein Neuling im kommunalpolitischen Geschehen, aber kein Unbekannter in Redwitz, denn als Gründungsmitglied und Vorsitzender des Bürgervereins „Lebendiges Redwitz“ ist er immer mittendrin.

Der Bürgerverein ist Förderer der verloren gegangenen Gemeinschaft

Der 33-Jährige und seine Mitstreiter haben mit dem Bürgerverein schon viel bewegt. Er nennt die Bücherbox, die Chronik-Tafeln an den Häusern und den Geburtsbaum. „Und wir haben Kulturelles wieder aufleben lassen, zum Beispiel die Kalte Kerwa“, sagt Arndt. Er liebt die Arbeit im Bürgerverein, weil er dort an der Seite von vielen Freunden die Gemeinschaft, die in Redwitz teilweise verloren gegangen sei, wiederherstellen könne. Er genieße die guten Gespräche und die Geselligkeit. Hier könnten die Mitglieder gemeinsam Ideen entwickeln, die den Ort voranbringen.

Mit seinen Genossen unterwegs: Stephan Arndt in lockerer Runde. Foto: red
Stephan Arndt schwärmt von Redwitz: „Rodach und Biotop greifen schön ineinander ein, ideal für Spaziergänge.“ Hier kann er seiner Leidenschaft, Streifzüge durch die Natur mit Lebenspartnerin Clarissa und Hund Abel, wunderbar nachgehen. Den Viszla, einen ungarischen Vorstehhund, hat das Paar aus dem Tierheim Kronach geholt.

„Andreas Hügerich hat in jungen Jahren schon viel

auf die Beine gestellt.

Ich weiß nicht, ob ich ohne das Wissen um seine Erfolge für das Bürgermeister-Amt kandidiert hätte.“

Stephan Arndt zur Vorbild-Rolle des Lichtenfelser Stadtoberhaupts

Stephan Arndt ist jung und kein gebürtiger Redwitzer. Das sind für ihn aber keine Argumente, ihn nicht zu wählen. Mit 33 sei er nicht zu jung, um Verantwortung für die Gemeinde zu übernehmen. Auch wenn das viele „Ältere“ meinen. Er stehe mitten im Leben, habe Lebens- und Führungserfahrung. Und er fühle sich als Redwitzer. Lange vor seinem Umzug sei er oft im Ort unterwegs gewesen, habe den Jugendtreff besucht und schon viele Freunde hier gehabt. Clarissa und er hätten sich gerne für die schöne Wohnung in Redwitz entschieden, weil sie die Vorzüge der Gemeinde kannten: Infrastruktur, Natur, Freunde... Sie fühlen sich hier pudelwohl.

Wie und wann entscheidet er, sich auch politisch zu engagieren? Sein Vater ist schon immer ein „Roter“. - Das Sozialdemokratische wurde mir in die Wiege gelegt“, so der „Sozi“ mit einem Lächeln. 2012 tritt der engagierte Gewerkschafter (siehe Infobox) konsequenterweise in die SPD ein, seit 2014 ist er Schriftführer des SPD-Ortsvereins.

Arndts politisches Vorbild ist der Lichtenfelser Bürgermeister Andreas Hügerich, „der in jungen Jahren schon viel gerissen, schon viel auf die Beine gestellt hat. Ich weiß nicht, ob ich ohne das Wissen um seine Erfolge für das Bürgermeister-Amt kandidiert hätteZwischentitel:

Über Parteigrenzen hinweg entscheiden, Bürger besser informieren

Stephan Arndt und Freundin Clarissa Kuschal sind viel und gerne mit Abel in der Natur unterwegs. Foto: red
Da er immer engagieren wolle, fällt es auf fruchtbaren Boden, als er als Bürgermeister-Kandidat ins Spiel gebracht wird. Klar ist zu dem Zeitpunkt, dass Christian Mrosek (CSU) am 15. März 2020 nicht mehr kandidiert. In einer Vorstandsitzung des SPD-Ortsvereins fragen Jochen Körner, Egon Neder und Günter Friedlein den 33-Jährigen, ob er sich das Amt zutraue. „Ich habe mich erst informiert, was mich erwarten.“ Und kurz drauf sagt er zu „Ich sehe vieles, was gemacht werden kann.“ Aber er sehe nicht alles negativ, beeilt sich der Sozialdemokrat zu betonen und verweist zum Beispiel auf das sehr gelungene Bürgerhaus.

Im Dezember 2019 wird Stephan Arndt offiziell als Bürgermeister-Kandidat des SPD-Ortsvereins nominiert. Der Kreisverband setzt Platz 7 der Liste für die Kreistagswahlen. Der Bürgervereins-Vorsitzende will nicht nur im Wahlkampf seine Stärken Kommunikationsfähigkeit und am Menschen interessierter Umgang in die Waagschale werfen. Er unterstreicht seine ernste Absicht, Gemeindeoberhaupt zu werden, und er nimmt für sich in Anspruch, „auch mal von der eigenen Meinung weggehen zu können, nicht immer stur auf Linie zu fahren.“

Ein besonderes Anliegen ist ihm Offenheit und Transparenz. Im Gemeinderat sollten Entscheidungen „überparteilich“ im Sinne der Bürger fallen. Abstimmungen mit Fraktionszwang sind dem SPD-Kandidaten ein Gräuel. Wer andere Meinungen nicht zulasse, wer andere Blickwinkel in seine Entscheidung nicht einfließen lasse, sei fehl am Platze. Da habe in den vergangenen Jahren einiges im Argen gelegen. Ebenso in der Informationspolitik. Arndt möchte die Bürger intensiver über die Arbeit im Gemeinderat informieren, etwa über ein „Gemeindeblättla“ und die Sozialen Medien.

Infrastruktur verbessern und alle Bürger integrieren

Als wichtigste Herausforderungen in der Gemeinde sieht der 33-Jährige die Sanierung des Freibades und die Turnhalle. Der Gemeinderat hat sich beim zweiten Punkt zwar schon für die Sanierung ausgesprochen (Kostenschätzung: 2,2 Millionen Euro), aber diese Entscheidung will Arndt noch einmal diskutieren. Er hält einen Neubau (3,5 Millionen) für sinnvoller. Die jetzige Halle sei zu klein, ihr mangele es an Funktionalität. In beiden Punkten (Schwimmbad, Turnhalle) wünscht er sich mehr Engagement im Bemühen um Zuschüsse.

Ein große Herausforderung sei die Verbesserung der Infrastruktur im Zuge des Baus der B 173 neu bis Unterlangenstadt: Schaffung von Einkaufsmöglichkeiten und neuer Wohngebiete, Schließen von Baulücken etc. Am Herzen liegt dem Sozialdemokraten die Integration der Ortsteile, der türkischen Gemeinde in Redwitz sowie der Evangeliums-Christen-Baptisten. Die Kommunikation sei hier verbesserungswürdig. Und für die Jugend müsse mehr getan werden, müsse es mehr Freizeitangebote geben (Programm).

Der Redwitzer an seinem Arbeitsplatz. Er arbeitet für Firma „Glen Dimplex Thermal Solutions“ in Sonneberg als stellvertretender Leiter der Kabel- und Schaltkasten-Vorfertigung. Foto: red
Da hat sich Arndt viel vorgenommen. Er weiß, dass das Amt herausfordernd ist. Aber er macht sich keine Sorgen, denn „ich engagiere mich gerne, bin immer unterwegs.“ Und Clarissa steht voll hinter ihm, ist fast immer an seiner Seite.

Weitere Artikel zur Kommunalwahl am 15. März finden Sie unter www.obermain.de.

Stephan Arndt

• 33 Jahre

• geboren in Weisenfels

• ab 1988 in Oberfranken zu Hause,

zunächst in Theisenort, danach weiterhin in der Großgemeinde Küps

• seit 2010 Redwitz

• 1992 Grundschule Friesen

• 1992-1996 Grundschule Johannisthal

• 1996-1998 Frankenwald-Gymnasium Kronach

• 1998-2002 Mittelschule Küps

• 2002-2003 Lorenz-Kaim-Schule Kronach

• 2003-2004 Berufsfortbildungszentrum Kronach

• ab 2004 Ausbildung zum Versicherungskaufmann, Staatliche Berufsschule II Coburg

• 2006-2008 Bundeswehr, 23-monatiger freiwilliger Dienst in der General-Hüttner-Kaserne Hof

• seit 1. September 2009 bei der Firma „Glen Dimplex Thermal Solutions“, Hersteller von Wärmenpumpen, in Sonneberg tätig (Hauptwerk in Kulmbach) - zunächst in der Auftragsdisposition

• seit 2016 stellvertretender Leiter der Schaltkasten-Vorfertigung

• seit 2019 stellvertretender Leiter der Kabel- und Schaltkasten-Vorfertigung

• März 2018 Beginn der nebenberuflichen Weiterbildung zum Industriefachwirt - Abschlussprüfung im April 2020

• seit 2008 Mitglied der IG Metall, ab 2014 Mitglied der Tarifkommission - zuständig für Tarifverhandlungen mit Geschäftsführung im Betrieb Thüringen

• 2014 in den Betriebsrat von Glen Dimplex gewählt, seitdem Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses

• seit 2017 stellvertretender Betriebsratsvorsitzender

• seit Ende 2007 in einer festen Lebenspartnerschaft mit Clarissa Kuschal

• das Paar lebt seit 2010 in Redwitz

• 2011 Gründungsmitglied des Bürgervereins „Lebendiges Redwitz“, zunächst Schriftführer

• seit 2013 ist Arndt 1. Vorsitzender

• 2012 Eintritt in die SPD

• 2014 Schriftführer des SPD-Ortsvereins

• Dezember 2019 als Bürgermeister-Kandidat nominiert

• Platz 7 auf Liste des SPD-Kreisverbandes Lichtenfels für die Kreistagswahlen 2020

• Hobbys: Natur; Spazierengehen mit Clarissa und Hund Abel (Viszla - ungarischer Vorstehhund); Joggen; Bürgerverein

Von Guido Geelen

Weitere Artikel