aktualisiert:

MARKTZEULN

Gregor Friedlein-Zech will Marktzeulner Bürgermeister bleiben

Zeit für die Enkel muss sein: Freitags geht Bürgermeister Gregor Friedlein-Zech mit den drei Großen ins Lichtenfelser Hallenbad. Foto: red

Zwölf Jahre steht Gregor Friedlein-Zech bereits an der Spitze der Gemeinde, aber amtsmüde ist er nicht. Der 61-Jährige bewirbt sich am 15. März erneut für die Unabhängigen Bürger Marktzeuln um das Bürgermeisteramt. Schon zum zweiten Mal gibt es keinen Gegenkandidaten.

Wie sich das anfühlt? „Entspannend“, sagt Friedlein-Zech und grinst, wird aber gleich wieder ernst: „Letztlich ist das auch eine Bestätigung dafür, dass in den vergangenen Jahren vieles gepasst hat.“ Er fährt gut mit der ideologiefreien, pragmatischen Politik der Unabhängigen Bürger. Wer den Gemeinderat besucht, erlebt ein Gremium, das harmonisch zusammenarbeitet.

Vieles ist abgehakt, aber die größte Herausforderung bleibt

Darin, dass die anderen Parteien keine eigenen Kandidaten aufgestellt haben, sieht der Bürgermeister auch eine Würdigung seines Engagements. Er greift nach einer Liste mit den Wahlzielen von 2014. „Es sind fast alle abgehakt“, sagt er zufrieden.

Die größte Herausforderung ist aber noch nicht bewältigt. „Ich habe die Verkehrsberuhigung auf der Agenda, seit ich mich politisch engagiere“, blickt Friedlein-Zech zurück. Er sieht sich hier durch eine neue Entwicklung gefordert: Zwar liege noch kein schriftlicher Antrag vor, aber es zeichne sich ab, dass die Sandgrube Lettenreuth erweitert werden soll. Das bedeutet, dass der Schwerlastverkehr nicht weniger wird.

„Ich habe vieles angestoßen, das ich fortsetzen möchte. Es macht Freude, etwas zu bewegen.“
Gregor Friedlein-Zech, Bürgermeister und Kandidat
Bürgermeister Gregor Friedlein-Zech befürchtet, dass die Sandgrube Lettenreuth erweitert werden soll. Dagegen will er kämpfen. Foto: privat

Der 61-Jährige will solchen Plänen entschieden entgegentreten. Er könne die Beweggründe zwar nachvollziehen. „Aber man muss auch verstehen, wenn die Gemeinde, die das 30 Jahre lang auf sich genommen hat, sagt, jetzt ist Schluss.“ Es sei auch im Sinne der Nachbarn, wenn sich Marktzeuln querstellt, meint Friedlein-Zech mit Verweis auf die nicht minder prekäre Verkehrssituation in Michelau, Schwürbitz und Lettenreuth.

Es gibt aber auch andere Gründe, warum Gregor Friedlein-Zech weitermachen will: „Ich habe vieles angestoßen, das ich fortsetzen möchte. Es macht Freude, etwas zu bewegen.“

Über fünf Millionen Euro Förderzusagen für Marktzeuln

Er ist stolz darauf, wie gut er seine Gemeinde in der Städtebauförderung positioniert hat. Insgesamt hat er Förderzusagen für über fünf Millionen Euro auf dem Tisch. Zum einen soll damit das Projekt Dorfladen in der ehemaligen Schule verwirklicht werden. Zum anderen werden Finanzmittel für einen weiteren „Schandfleck“ im Ortskern gebraucht: Die Gemeinde hat das Gebäude „Marktstraße 28“ gekauft und muss auch hier noch viel Geld in die Hand nehmen, um das Areal zu entwickeln.

Deshalb will der Marktzeulner seinen Schreibtisch im Rathaus behalten. Und das trotz 60-Stunden-Woche. Die hat er auch deshalb, weil er in Teilzeit als IT-Berater weitergearbeitet hat. Das Bürgermeisteramt gilt in der Marktgemeinde als Ehrenamt. Wobei Friedlein-Zech die Bezeichnung in diesem Zusammenhang falsch findet. „Es ist eher ein Nebenamt“, definiert er. „Ich bin ja kein Vereinsvorsitzender.“ Und Geld gibt es auch für die Arbeit. „Auskömmlich“ nennt er die finanzielle Aufwandsentschädigung.

Bürgermeister, IT-Berater, Ehemann, Vater und Opa

Gregor Friedlein-Zech im Marktzeulner Rathaus: Seinen hiesigen Arbeitsplatz würde er gern behalten. Foto: privat

Das Arrangement habe gut funktioniert. Der IT-Fachmann fand es auch sinnvoll, im Job auf dem Laufenden zu bleiben. Nun hat sein Arbeitgeber angefragt, ob er nicht wieder Vollzeit arbeiten möchte. Gregor Friedlein-Zech hat sich anders entschieden. Er möchte stattdessen weniger Stunden arbeiten. „Ich bin jetzt 61. Da freuen sich andere auf die Rente. Mir macht die Arbeit weiter Spaß, aber das ist halt schon ein Alter, in dem man den Rest seines Lebens plant.“

Mit der Familie habe sich politisches Engagement und Beruf problemlos vereinbaren lassen. Frau und Kinder hätten immer Verständnis gehabt. Da die Kinder mittlerweile erwachsen sind, sei seine Präsenz nicht mehr so wichtig. Aber mittlerweile sind vier Enkel da, ein fünfter ist unterwegs. Und die sollen ihren Raum bekommen: Freitags geht der Opa mit den drei Großen im Lichtenfelser Hallenbad schwimmen.

„Ich treibe mich seit meinem 17. Lebensjahr in Marktzeuln rum.“
Gregor Friedlein-Zech

Sonst bleibe kaum Zeit für Hobbys. Auch wenn er immer noch gern radle und fit genug sei, um auch mal 120 Kilometer abzuspulen, sei der Sport doch in den Hintergrund getreten. Gleiches gelte für handwerkliche Arbeiten. In dem alten Fachwerkhaus am Flecken, in dem die Familie wohnt, gibt es eigentlich immer etwas zu tun. Das hat Friedlein-Zech immer gern selbst übernommen, nicht um Geld zu sparen, sondern rein aus Freude, wie er sagt. Aber es fehle halt die Zeit. Und so beschränkt sich auch das Wandern auf den Urlaub, den die Friedlein-Zechs seit Jahren am liebsten in Südtirol verbringen. Der Einsatz für die Gemeinde ist es dem 61-Jährigen wert. Dabei ist er gar kein gebürtiger Zeulner, sondern Burgkunstadter. „Aber ich treibe mich seit meinem 17. Lebensjahr in Marktzeuln rum“, erklärt er. 1976 lernte er beim Freischießen seine heutige Frau kennen. Mittlerweile lebt er schon über 40 Jahre hier.

Mit Ruhe, Ausgeglichenheit und einem Gespür für Chancen

Zum Wandern zieht es Gregor Friedlein-Zech und seine Frau im Urlaub nach Südtirol – wie hier auf die Mutspitze in der Texelgruppe. Foto: privat

Zur Politik kam er über den Schwiegervater, der ihn in jungen Jahren sozusagen anwarb. „Und wenn man sich verstärkt in den Vereinen engagiert, dann wird man auch in den Gemeinderat gewählt. So ergibt eins das andere.“ Als dann Josef Stark nicht mehr antrat und ein Nachfolger gesucht wurde, wurde Gregor Friedlein-Zech aus den eigenen Reihen gebeten zu kandidieren. „Es war nie mein Ziel, Bürgermeister zu werden. Aber ich habe mich auch noch nie vor Verantwortung gedrückt, weder im Beruf noch im Vereinsleben“, rekapituliert er. So will er nun weitermachen und seine Stärken für die Gemeinde einsetzen: Ruhe, Ausgeglichenheit und ein Gespür für Chancen und wie man sie am besten nutzt.

Weitere Artikel zur Kommunalwahl am 15. März finden Sie unter www.obermain.de.

Gregor Friedlein-Zech

• geboren am 25. August 1958

• verheiratet, zwei Kinder, vier Enkel

• der gebürtige Burgkunstadter lebt seit über 40 Jahren in Marktzeuln

• berufliche Laufbahn: 1975 bis 1983 war Gregor Friedlein-Zech beim Bundesgrenzschutz. Danach absolvierte er an der Berufsfachschule für Datenverarbeitung in München eine Ausbildung zum Wirtschaftsinformatiker. Ab 1986 arbeitete er bei verschiedenen Beratungshäusern für Organisation und Programmierung. Seit 1999 ist er als Senior Consultant SCM bei der Comarch Software und Beratung AG beschäftigt, seit der Wahl zum Bürgermeister 2008 arbeitet er in Teilzeit.

• politisches Engagement: 1996 bis 2008 Gemeinderat, seit 2008 Erster Bürgermeister.

• ehrenamtliches Engagement: vier Jahre Elternbeiratsvorsitzender im Kindergarten, 25 Jahre im Vorstand des Vereins für den Kindergarten, 20 Jahre Pfarrgemeinderat. Aktuell ist Gregor Friedlein-Zech Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr Marktzeuln, der Unabhängigen Bürger Marktzeuln und der Freunde des historischen Marktzeulns.

Von Annette Körber

Weitere Artikel