aktualisiert:

MARKTGRAITZ

Stromtrasse P44mod: Restrisiko bleibt für Marktgraitz

Stromtrasse P44mod: Restrisiko bleibt für Marktgraitz
Weitere Strommasten vor der Gemeinde will niemand haben. Foto: Roland Dietz

Eigentlich hatten die Gemeinderäte geglaubt, dass die Möglichkeit, dass die ungeliebte Stromtrasse P44mod direkt an Marktgraitz vorbei gebaut wird, vom Tisch sei. In der jüngsten Sitzung informierte aber Bürgermeister Jochen Partheymüller darüber, dass der Wortlaut des Netzentwicklungsplans Strom 2019-2030 vom 20. Dezember 2019, den die Bundesnetzagentur erstellt hat, ein Restrisiko enthält.

Wie bereits im August 2019 bei der Bekanntgabe der vorläufigen Prüfungsergebnisse angekündigt, wurde das Projekt P44 als erforderlich bestätigt. Die Untersuchung wurde im jetzigen Verfahren auf die Vorzugslösung der Netzbetreiber beschränkt. Dass das Projekt erforderlich ist, wird damit begründet, dass die Engpässe zwischen Thüringen und Bayern damit deutlich wirksamer bekämpft werden können als mit Hilfe anderer Möglichkeiten.

Die Entscheidung liegt nun bei der Politik

Allerdings hat sich die alternativ geprüfte SüdOstLink-Erweiterung (DC20) in 2030 grundsätzlich ebenfalls als geeignet erwiesen. Insofern soll die Entscheidung, welche Alternative mit Blick auf Realisierungschancen und Akzeptanz weiter geplant werden soll, dem folgenden Gesetzgebungsverfahren überlassen werden. In Betrieb genommen werden kann die Stromtrasse nicht vor 2029.

„Wir müssen aufpassen, das nicht wieder etwas geplant wird, was wir nicht wollen.“
Georg Bülling, Zweiter Bürgermeister

Zu den Alternativen des Projekts P44 sind im Netzentwicklungsplan 2017-2030 ausführliche Untersuchungen durchgeführt worden. Dabei hatten sich alle Varianten als elektrotechnisch nahezu gleichermaßen schlecht für Marktgraitz erwiesen. Im Netzentwicklungsplan 2019-2030 wurden diese Untersuchungen nicht wiederholt, da die aus den damaligen Untersuchungen abgeleiteten Erkenntnisse weiterhin als gesichert gelten.

Ergänzend ist hierzu noch ausgeführt: „Da sich an der Einschätzung der elektrotechnischen Gleichwertigkeit der im Netzentwicklungsplan 2017-2030 untersuchten Alternativen zu der im Netzentwicklungsplan 2019-2030 zum wiederholten Male beantragten Originalvariante des Projekts P44 nichts geändert hat, wäre es weiterhin vertretbar, auch eine der damaligen Alternativen zur Aufnahme in den Bundesbedarfsplan vorzusehen.“

Zweiter Bürgermeister Georg Bülling (CSU) meinte daraufhin: „Wir müssen aufpassen, das nicht wieder etwas geplant wird, was wir nicht wollen.“ Allerdings muss man auch feststellen, dass die P44mod in der Liste der bestätigten Projekte nicht mehr direkt genannt wird. Daneben wird – wie bisher auch – die Leitungsverstärkung zwischen Redwitz und Remptendorf bestätigt.

Aus dem Gemeinderat

• Gegen die Aufstellung des Bebauungsplans für das allgemeine Wohngebiet „Steinachblick“ in Trainau gab es keinerlei Bedenken. Es werden dabei 25 Bauplätze entstehen. In diesem Zusammenhang gab Bürgermeister Jochen Partheymüller bekannt, dass im Marktgraitzer Baugebiet „Auf der Höh“ zwei Bauplätze im Wert von 137 000 Euro veräußert worden sind.

• Bürgermeister Partheymüller lud zum Kinderfasching der Gemeinde am Sonntag, 16. Februar, um 14 Uhr im Pfarrzentrum ein. Die Personaleinteilung – die Gemeinderäte sind in die Arbeiten eingebunden – wird zeitnah besprochen.

• Eine Informationsveranstaltung zum Sachstand „Dorfladen Marktgraitz“ soll am Mittwoch, 12. Februar, stattfinden. Der Veranstaltungsort wird noch bekannt gegeben.

• Achim Gagel (FW) schlug vor, angesichts der 950-Jahr-Feier des Marktes Marktgraitz am dritten Juliwochenende 2021 eine Interessensgemeinschaft ins Leben zu rufen.

Von Roland Dietz

Weitere Artikel