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MICHELAU

Maria und Arno Schardt feiern in Michelau eiserne Hochzeit

Maria und Arno Schardt feiern in Michelau eiserne Hochzeit
Zur eisernen Hochzeit von Maria und Arno Schardt gratulierten Pfarrer Matthias Hain und Bürgermeister Helmut Fischer. Foto: Klaus Gagel

Da gratulierte auch Ministerpräsident Markus Söder. Das seltene Fest der eisernen Hochzeit feierten Maria und Arno Schardt am Mittwoch im Michelauer Seniorenwohnheim. 65 Jahre lang, in guten wie in schlechten Tagen, lebt das Paar zusammen. Auch jetzt noch, wo Maria Schardt das Bett nicht mehr verlassen kann und ohne zu sprechen den Ereignissen lauscht, von denen ihr ihr Ehemann erzählt.

Gemeinsamkeit, Liebe und Vertrauen haben sich die Eheleute zum Grundsatz ihres Lebens gemacht. Maria und Arno Schardt kannten sich schon in jungen Jahren, als Nachbarskinder. Zum ersten Mal näher kamen sie sich bei einer romantischen Motorradfahrt in die Fränkische Schweiz. Von da an wussten beide: „Wir gehören zusammen.“ Am 16. Oktober 1954 wurden sie in der evangelischen Kirche in Michelau von Dekan Mädel getraut.

Zwei Jahrzehnte lang betreute sie Menschen mit Behinderung

Maria Schardt, geborene Lang, stammt aus Winterberg in Böhmen und kam nach dem Krieg als Vertriebene mit Mutter und Geschwistern nach Michelau. Viele Jahre lang arbeitete sie als Näherin in der Lederbekleidung der Firma Hermann Nemmert. Danach nahm sie sich in Michelau der Pflege Behinderter an. Sie versorgte und betreute über 20 Jahre lang ehrenamtlich behinderte Menschen, obwohl sie selbst einen großen Haushalt zu versorgen hatte und ihr Ehemann zu 80 Prozent behindert ist.

Auf Grund dieser besonderen Verdienste an Pflegebedürftigen wurde Maria Schardt 1995 vom damaligen Landrat Reinhard Leutner und vom bayerischen Sozialministerium mit einer Medaille ausgezeichnet.

Der Garten als Ausgleich für die Arbeit in der Polstermöbelfabrik

Arno Schardt war über 40 Jahre lang in der Polstermöbelfabrik Koinor beschäftigt. Hier war er Abteilungsleiter in der Poliererei. Auch mit seinem damaligen Chef Horst Müller, Gründer des Unternehmens hatte er stets ein ausgesprochen freundschaftliches Verhältnis, woran er sich gerne erinnert.

Seiner geliebten Gartenarbeit kann er leider nicht mehr nachgehen. Auch den Fischteich, der extra angelegt wurde, kann er nicht mehr genießen, denn seit einigen Jahren lebt das Paar im Katharina-von-Bora-Wohnheim, wo sich beide gut versorgt fühlen.

Die tägliche Fürsorge und Pflege ist umso wichtiger, da sich der Gesundheitszustand von Maria Schardt vor zwei Jahren spürbar verschlechterte.

Groß war der Andrang der vielen Gratulanten, die dem Paar ihre Aufwartung machten. So gratulierten Pfarrer Matthias Hain und für den Landkreis und die Großgemeinde Bürgermeister Helmut Fischer. Glückwünsche überbrachten die Tochter Ramona und die Söhne Otto und Marco. Auch die drei Enkel, auf die das Jubelpaar besonders stolz ist, wünschten alles Gute. Glückwünsche kamen auch von der Heimleitung und dem Pflegepersonal sowie vom Verein für Gartenbau und Landespflege.

Das Obermain-Tagblatt wünscht alles Gute.

Von Klaus Gagel

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