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KÜPS

Neuer Glanz für das Alte Schloss in Küps

Neuer Glanz für das Alte Schloss in Küps
Dr. Anna Helene Feulner hat sich in das Alte Schloss in Küps verliebt und es gekauft. Nun will sie ihm zu neuem Glanz verhelfen. Foto: Rainer Glissnik

Die ältesten Balken im Alten Schloss des Marktes Küps sind älter als der Dreißigjährige Krieg. Dr. Anna Helene Feulner ist im Raum München aufgewachsen und jetzt Professorin in Berlin. Der Landkreis Kronach liegt in der Mitte ihrer beiden Lebenswelten. Sie suchte hier ein Flößerhaus, verliebte sich aber in das Alte Schloss in Küps. Jetzt will sie diesem als neue Eigentümerin zu neuem Glanz verhelfen und dem Markt Küps die Möglichkeit bieten, in der alten Remise ein Museum einzurichten. Einstimmig wurde der gemeinsame Bauantrag von Anna Helene Feulner und der Marktgemeinde Küps gebilligt. Diplom-Ingenieur Oliver Reiß (Ingenieurbüro Müller, Stettfeld) präsentierte die Planungen des Bauantrags. Bürgermeister Bernd Rebhan erklärte: Die Eigentümerin des Gebäudes will das Haupthaus sanieren, die Marktgemeinde die Remise – das ist ein Wirtschaftsgebäude, in dem früher Fahrzeuge und Gerätschaften untergebracht wurden.

Schöner Stuck in den Wohnbereichen des Schlosses

Das Schloss stand länger zum Verkauf. Die neue Eigentümerin verliebte sich in das Anwesen. Es soll weiterhin eine Wohnnutzung bleiben. Von der historischen Bausubstanz ist noch sehr viel da. Die Wohnbereiche sind mit schönen Stuckbereichen versehen. Aufgrund einer Studie können die historischen Funktionen nachvollzogen werden. Diese sollen wieder hergestellt werden.

Die Remise war zuletzt Praxis und Wohnung. Sie soll künftig eine öffentliche Nutzung erhalten mit einem kleinen Museum. Es wird hier ein kleiner Aufzug geplant mit einer neuen Treppe und neuen Räumen für WCs. Neuzeitliche Einbauten werden entfernt. Gerade die Räume im Obergeschoss haben teilweise neuzeitliche Einbauten, meist Abtrennungen. Diese können ohne Eingriff in die historische Substanz entfernt werden. So entstehen wieder die ursprünglichen Umrisse, die für das Museum recht günstig sind. Es entstehen für diese Nutzung ideale Räume. Die Böden im Obergeschoss haben alle unterschiedliche Bodenhöhen. Hier soll die Baumaßnahme einen behindertenfreundlichen Durchgang ermöglichen.

„Wir kitzeln bei der Remise das Schöne und Alte heraus, so dass der Ursprungscharakter besser zur Geltung kommt.“
Bernd Rebhan, Bürgermeister

Rebhan: „Wir kitzeln bei der Remise das Schöne und Alte heraus, so dass der Ursprungscharakter besser zur Geltung kommt.“ Erbaut wurde sie 1721. Sie hat eine später eingebaute Außenwand zwischen historischen Säulen, die entfernt werden soll, womit die Säulen hervortreten. Dazwischen entsteht eine Glasfassade, die geöffnet werden kann. Das Erdgeschoss wird ein großer Ausstellungsraum.

Neuer Glanz für das Alte Schloss in Küps
Von der historischen Substanz ist noch viel vorhanden. Foto: Rainer Glissnik

Geschaffen werden muss ein Behindertenparkplatz. Bürgermeister Bernd Rebhan erklärte, es gebe verschiedene Ideen für weitere Parkmöglichkeiten, die noch nicht spruchreif seien. Die Eigentümerin des Gebäudes kam mehrfach zu Besprechungen nach Küps, freute sich der Rathauschef über die gute Zusammenarbeit.

18 000 Fundstücke allein aus Tüschnitz

Dr. Ralf Pohl fragte wegen eines Depots nach für die Exponate, die nicht gezeigt werden. Wie lange ist die Nutzung abgesichert, und welche Verpflichtung erwächst daraus?

Es liegt noch kein museales Konzept vor, soll da jetzt schon so viel gemacht werden? „Wir arbeiten an beiden Schritten“, erklärte Bürgermeister Bernd Rebhan. Die Förderoffensive Nordostbayern endet Ende nächsten Jahres, weshalb nun gehandelt werden müsse. Vorgesehen seien 30 Jahre Nutzungsvereinbarung. Es gebe einen Abstellraum; für größere Mengen müsse eine andere Lösung gefunden werden. Allein aus Tüschnitz kämen 18 000 Fundstücke, die könnten hier nicht alle untergebracht werden.

Von Rainer Glissnik

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