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MARKTGRAITZ

Warum in Marktgraitz nun alle Hunde an die Leine müssen

Kampfhund im Zwinger
In Marktgraitz müssen alle Hunde an die Leine. Symbolfoto: Rolf Rick dpa/lsw Foto: A3300 Rolf Rick (dpa)

Ein zusätzliches sehr brisantes Thema gab es bei der Gemeinderatssitzung in Marktgraitz. Zum wiederholten Male waren freilaufende Hunde ein Thema in der Gemeindertssitzung. So wurde Zweiter Bürgermeister Georg Bülling von drei freilaufenden Hunden auf seinem Roller am Sportheim angegriffen und gebissen worden. Er musste zur Behandlung ins Krankenhaus und Anzeige wurde gestellt.

Gemeinderat Michael Herrmann (CSU) sagte, dass die Bevölkerung von der Gemeinde erwarte, etwas zu tun, damit sich solche Begebenheiten nicht wiederholen. Auf Anfrage von Gemeinderat Michael Schmölzing (FW) erklärte Bürgermeister Jochen Partheymüller, dass die betreffenden Hunde schon ein em Wesenstest unterzogen wurden, dies aber offensichtlich keinen Wert hatte. Es handele sich um drei aggressive Hunde eines Besitzers. Anton Hügerich (FW) gab zu bedenken, dass auch kleine Kinder angegriffen werden könnten. Deshalb sollte dem Hundehalter die Tiere entzogen werden.

„Wo Kleinkinder unterwegs sind, haben freilaufende Hunde nichts verloren.“
Georg Bülling, Zweiter Bürgermeister
In Marktgraitz müssen nun alle Hunde an die Leine
Hier könnte ein Dorfladen in Marktgraitz eröffnen. Foto: Roland Dietz

Partheymüller wies darauf hin, dass demnächst alle Hundebesitzer der Verwaltungsgemeinschaft Redwitz/Marktgraitz eine Einladung bekommen, um dies Thema zu erörtern. Doch dies ging den Räten nicht weit genug. „Wo Kleinkinder unterwegs sind, haben freilaufende Hunde nichts verloren“, gab Georg Bülling (CSU) zu bedenken. Da es kein Einzelfall war, forderte Gemeinderat Uwe Bornschlegel (CSU) Einzelsanktionen für die drei aggressiven Hunde. So wurde schließlich beschlossen, dass eine Anleinpflicht für alle Hunde im innerörtlichen Bereich verhängt wird. Auf Einwand von Gemeinderätin Tanja Beier (CSU) wurde außerdem einstimmig beschlossen, dass die drei betreffenden Hunde künftig Maulkörbe tragen müssen.

Fragebogen zum geplanten Dorfladen

Hinsichtlich eines Dorfladens wird in Kürze der nächste Schritt getan. So wird demnächst ein Fragebogen verteilt. Zentrale Themen und Fragen sollen dort beantwortet und dann ausgewertet werden. So die Fragen: Haben sie Schwierigkeiten ihre Lebensmitteleinkäufe zu erledigen, welche Gründe hat dies und soll die Versorgungssituation verbessert werden? Werden mehr Einkaufsmöglichkeiten regionaler Produkte favorisiert? Wo werden die Einkäufe im Moment getätigt? Wie könnten Sie sich am Dorfladen beteiligen? Vorgestellt wurde außerdem in der Sitzung ein Konzept zur einfachen Dorferneuerung durch Ines Riermeier vom Amt für ländliche Entwicklung. Hauptthema dabei war der Marktplatz der Generationen. Riermeier bemerkte, dass in Marktgraitz nach den zusammengetragenen Ideen zur Verbesserung durchaus Potenzial und förderwürdige Entwicklungsmöglichkeiten gegeben sind. Besonders ging es um die Innenentwicklung der Marktgemeinde. Fußläufige Erreichbarkeit, Nahversorgung, Arztansiedlung, wären dafür Beispiele.

In Marktgraitz müssen nun alle Hunde an die Leine
In der alten Schule könnte ein Ärztehaus untergebracht werden. Foto: Roland Dietz

Ein Haus der keltischen Künste

So wäre eine Arztpraxis mit Therapieräumen und Tagespflegestation in der alten Schule, ein Haus der keltischen Künste mit verschiedenen Anliegermöglichkeiten wie ein Ort der Begegnung möglich. Der Wunsch nach einem Dorfladen, einem Eiscafe und die Umgestaltung des Kirchweihplatzes wären weitere Möglichkeiten. Ein weiteres wichtiges Thema sind Baulücken und Leerstände auch durch den demographischen Wandel. In der Wohnungsbedarfsschätzung werden jährlich in den nächsten zehn Jahren rund 25 bis 30 Wohnungsneubauten entstehen. Momentan gebe es 45 Baulücken und 30 Leerstände. Hier sei eine Reaktivierung notwendig. Bei diesem Thema wäre auch eine Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden von Vorteil. „Haben sie Mut für Visionen gab“, Ines Riermeier den Gemeinderäten am Schluss mit auf den Weg.

Neue Stromtrassen um Marktgraitz sind vom Tisch

„Jetzt haben wir es endlich auch schriftlich“, freute sich Bürgermeister Jochen Partheymüller. Gemeint war das Schreiben zur Konsultation des 2. Netzwerkentwicklungsplanes durch die Bundesnetzagentur. Der vorläufige Prüfbericht weißt aus, dass das Projekt P44mod (Bau weiterer Stromtrassen und Masten um Marktgraitz) erst mal vom Tisch ist. Erhöht hat der Marktgemeindrat Marktgraitz die Grundstückspreise im Baugebiet „Auf der Höh“. Es wurde beschlossen von rund 53 Euro pro Quadratmeter wegen der bisher aufgelaufenen Vorfinanzierungskosten ab dem 1. Juli 2020 auf 65 Euro zu erhöhen.

„Tempo 30“ im unteren Ortsbereich

Zum Wahlleiter für die Kommunalwahl am 15. März 2020 wurde Verwaltungsrat Heinrich Dinkel berufen. Sein Stellvertreter ist Enrico Hoh. Dazu wurde weiter beschlossen, dass an die Wahlhelfer an diesem Tag ein Erfrischungsgeld von 40 Euro bezahlt wird. Bürgermeister Jochen Partheymüller machte weiter bekannt, dass die Bushaltestelle für Schulbus und VGN am Kirchweihplatz ist. Außerdem werde überlegt, im unteren Ortsbereich ein Tempolimit von 30 Kilomtern pro Stunde einzuführen.

 
 

Von Roland Dietz

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