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MICHELAU

Erster Schritt auf dem Weg zu mehr Sicherheit in Michelau

Die Gemeinde Michelau wird beim Landratsamt beantragen, die Geschwindigkeit auf der Lif 2 ab der Freiherr-vom-Stein-Straße, wo die Schneyer Straße einmündet (Bild) bis zum Kindergarten in der Neuenseer Straße auf 30 Kilometer pro Stunde zu beschränken. Foto: Annette Körber

Die Ortsdurchfahrt der Korbmachergemeinde ist eng, kurvig und stark befahren – eine Gefahrenquelle, findet Dritter Bürgermeister Jürgen Spitzenberger (SPD). Deshalb hat er im November eine ganze Reihe von Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit vorgeschlagen (das Obermain-Tagblatt hat sie in einem eigenen Artikel vorgestellt). Damals stimmte das Gremium zu, dass ein Gutachter prüfen soll, welche Ideen sich verwirklichen lassen.

Nun kam das Thema wieder auf die Tagesordnung des Gemeinderats, wenn auch in abgespeckter Form: Nach einem Gesprächstermin im Landratsamt ist eine Geschwindigkeitsbeschränkung in der Lif 2, der Ortsdurchfahrt, auf 30 Kilometer pro Stunde als realisierbare Maßnahme übrig geblieben. Sie könnte auf der Freiherr-vom-Stein-Straße ab der Einmündung der Schneyer Straße, auf dem Kirchplatz und der Neuenseer Straße bis zum Kindergarten eingerichtet werden.

Darüber informierte Bürgermeister Helmut Fischer in der Gemeinderatssitzung. Allerdings, so las er aus der Stellungnahme des Landratsamts vor, sei eine Überwachung des Tempolimits schwer möglich. Deshalb sollte es Teil eines nachhaltigen Gesamtkonzepts sein, mittels dessen die Verkehrsströme neu geordnet werden sollten. Im Endeffekt bedeutet das eine Umleitung des Schwerlastverkehrs.

Spitzenberger selbst äußerte seinen Unmut darüber, wie lange alles gedauert habe: „Ich war sauer, weil nichts vorwärts ging. Aber ich habe nicht locker gelassen.“ In diesem Straßenabschnitt die Geschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer zu reduzieren, sei am schnellsten umsetzbar, könne aber nur ein erster Schritt sein. Auch CSU-Fraktionssprecherin Judith May sieht diese Maßnahme nur als „kleinen Tropfen“. „Es bleibt wichtig, dran zu bleiben. Das Endziel muss die Umgehungsstraße sein“, erklärte sie für ihre Fraktion.

Der Gemeinderat beschloss einstimmig, dass Michelau nun beim Landratsamt die Einführung der Geschwindigkeitsbeschränkung beantragen soll. Dann ist dort das Sachgebiet Verkehr am Zug.

Auf einen Blick

• Einstimmig genehmigte der Gemeinderat, dass das Oberflächenwasser aus dem neuen Wohngebiet „Sandersgarten“ in Marktzeuln in Schwürbitz in den Brunnenbach eingeleitet wird. Allerdings äußerte Paul Habich (SPD) Bedenken, dass das Auffangbecken mit 80 Kubikmetern bei Starkregen zu klein sein könnte. Fischer sagte zu, seinen Einwand an das Wasserwirtschaftsamt weiterzugeben.

• Zur Europawahl merkte Bürgermeister Helmut Fischer an, dass etwa 40 Prozent der angeschriebenen Wahlhelfer abgesagt haben – ohne triftigen Grund. „Das hat uns erstaunt und erschreckt“, erklärte er.

• Das Landratsamt hat den vorgelegten Haushaltsplan geprüft und genehmigt. Angeregt wird aber, die Hebesätze zumindest an den Landesdurchschnitt anzupassen, also anzuheben.

• In der vorigen nichtöffentlichen Sitzung hat der Gemeinderat zwei Vergaben im Rahmen der Sanierung der Johann-Puppert-Schule beschlossen: Die Erschließungsarbeiten (Kanal-, Wasser- und sonstige Versorgungsleitungen) übernimmt die Firma Burkhard Kugler GmbH Lichtenfels für 191 300 Euro, die Container wird die Firma Kleusberg GmbH & Co KG München für etwa 2 139 200 Euro aufstellen.

• Clemens Weisser (CSU) bat darum, mal die BMX-Bahn von Brennnesseln zu befreien und zu mähen. Er merkte an, dass sie von den Nutzern „über die Maßen“ gelobt wird. Unter anderem der RVC Trieb sei regelmäßig mit 30 bis 40 Kindern da. Weisser regte an, die BMX-Bahn zusammen mit der Skaterbahn und dem Kleinspielfeld auf der gemeindeeigenen Homepage besser darzustellen.

• Hubert Robisch (SPD) fragte nach, warum die evangelische Gemeinde nicht, wie gewünscht, für ihren Kindergottesdienst beim Kirchenjubiläum bei schlechtem Wetter den Ratskeller nutzen kann. Der Bürgermeister erklärte ihm, dass der Ratskeller derzeit Baustelle ist.

• Sabine Wich (JSB) sprach die „katastrophale Situation“ in der Michelauer Straße in Schwürbitz an: Sie sei so zugeparkt, dass dies alle Verkehrsteilnehmer stark behindere. Ein Parkverbot an dieser Stelle würde aber die Anwohner treffen, entgegnete Fischer. Eine Lösung fand sich in dieser Sitzung nicht.

• Ebenfalls problematisch, das gestand der Bürgermeister auf Nachfrage Simone Naumanns (SPD) ein, ist die Lage am Rudufersee: Dort werde die beauftragte Reinigungskraft des Kots, den Enten und Gänse hinterlassen, nicht mehr Herr.

Von Annette Körber

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