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MARKTGRAITZ

Gemeinde Marktgraitz entdeckt erstaunliche Schnittmengen

Gemeinde Marktgraitz entdeckt erstaunliche Schnittmengen
Ein möglicher Dorfladen an der Hauptstraße 14 wäre wünschenswert. Foto: red

Sehr zufrieden waren Bürgermeister Jochen Partheymüller und die Marktgraitzer Gemeinderäte bei ihrer jüngsten Sitzung. Grund dafür waren die Zahlen der Jahresrechnung 2018. Demnach bleibt ein Überschuss von 232 663 Euro zur Verwendung in diesem Jahr. Dieses positive Jahresergebnis ist für den weiteren Schuldenabbau sehr wichtig, waren sich alle einig.

Der Verwaltungshaushalt schloss in Einnahmen und Ausgaben mit 1 979 836,71 Euro (Vorjahr 1 941 160,66 Euro) ab, der Vermögenshaushalt mit 610 561,79 Euro (Vorjahr 798 992,25 Euro). Der Gesamthaushalt belief sich somit auf 2 590 398,550 Euro (Vorjahr 2 740 152,91 Euro). Die Zuführung vom Verwaltungshaushalt an den Vermögenshaushalt betrug 158 011,42 Euro. Veranschlagt waren 105 899 Euro.

Die Region nachhaltig weiterentwickeln

Um die interkommunale Zusammenarbeit zu stärken, Mehrwert aus gemeinsamen Projekten zu ziehen, das Gemeindegebiet und die Region nachhaltig weiterzuentwickeln sowie Förderkulissen zur ländlichen Entwicklung bestmöglich zu nutzen, wird Marktgraitz künftig im Rahmen der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) mit Nachbargemeinden enger zusammenarbeiten. Dies war das Ergebnis eines Auftaktseminars in Klosterlangheim, woran aus Marktgraitz Bürgermeister Jochen Partheymüller, Zweiter Bürgermeister Georg Bülling (CSU) und Gemeinderätin Tanja Beier (CSU) teilgenommen haben.

Zusammen mit den Gemeinden aus Ebersdorf bei Coburg, Großheirath, Grub am Forst, Niederfüllbach, Schneckenlohe, Sonnefeld, Weidhausen, Untersiemau und dem Markt Mitwitz sollen Mehrwerte aus gemeinsamen Projekten gezogen werden. Dabei sollen Förderkulissen zur ländlichen Entwicklung bestmöglich genutzt werden.

Mitwirkung in der „Allianz 303“ beschlossen

Es sei erstaunlich, welche Schnittmengen es gebe, bemerkte das Gemeindeoberhaupt. Zum Beispiel könnte beim Thema „Dorfladen“ eine Zusammenarbeit mit der Gemeinde Großheirath angestrebt werden. Bülling erklärte, dass in diesen Gemeinden zusammengefasst 30 000 Bürger leben, wodurch sich bei gemeinsamen Projekten größere Möglichkeiten ergäben. Tanja Beier sprach von spannenden Themen und Ideen, die bei diesem Treffen erörtert wurden. Besonders gemeinsame Tourismusprojekte könnten auf den Weg gebracht werden. Alle Räte waren sich einig, dass Marktgraitz in dem gemeinsamen Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept (ILEK) „Allianz 303“ mitwirken soll.

Kleines Dorferneuerungsverfahren ist möglich

Das Gremium besprach auch Fördermöglichkeiten durch das Amt für ländliche Entwicklung (ALE) und ein Dorfladen. Seit August 2018 wird die Gemeinde von Ines Riermeier betreut und beraten. Bei einer Zusammenkunft in Bamberg mit Jochen Parteymüller hatte sie nach Recherchen mehrere Punkte benannt, bei denen in Marktgraitz Bedarf besteht: ein Dorfladen, eine Arztpraxis, Leerstand und Leerstandsbedrohungen sowie die Busanbindung. Mögliche Projekte wären ein Haus der keltischen Handwerkskünste (Oudlahaus) oder Start-Up-Räume, die sich mehrere Nutzer teilen könnten.

Friedrich Bihler, Leiter der Abteilung Fachliche Dienste mit den Bereichen Förderung, Bauwesen, Landespflege, Landwirtschaft, sowie Wolfgang Kießling, Leiter der Abteilung Land- und Dorfentwicklung für die Landkreise Bamberg, Coburg, Forchheim, Kronach und Lichtenfels, stellten bei diesem Treffen weiter fest, dass in Marktgraitz kein großes Dorferneuerungsverfahren mehr laufen kann, da dies bereits in den 1970-er und 1980-er Jahren geschehen ist. Es wäre jedoch ein kleines Dorferneuerungsverfahren möglich.

Kießling bestätigte, dass der 2015 gestellte Antrag für punktuelle Projekte ohne genanntes Verfahren weiter verfolgt werden soll. So die Entwicklung der alten Schule („Oudlahaus“) am Marktplatz 9 und 10, des Kirchweihplatzes (Hauptstraße 47) oder des Bereichs ehemaliges „Kerzen-Rita-Haus“ in der Hauptstraße 14-15. Im letztgenannten Bereich bei der ehemaligen Bäckerei Hornung favorisiere er einen Standpunkt für einen Dorfladen, erklärte dazu Bürgermeister Jochen Partheymüller. Auch sei eine Verbesserung der Bauhofsituation angedacht, was wiederum zu mehr Platz für die Feuerwehr Marktgraitz führen würde. Die Förderkonditionen für den Markt Marktgraitz belaufen sich auf 75 bis 90 Prozent bei Co-Finanzierung durch ALE oder das Leaderprojekt.

Eine Mitfahrbank soll aufgestellt werden

Als sehr positiv nahmen die Räte auch zur Kenntnis, dass drei Bauplätze verkauft werden konnten und es weitere fünf Interessenten gibt. Aufgestellt werden soll demnächst eine Mitfahrbank. Am Sonntag, 30. Juni, findet auf dem Kirchweihplatz ab 6 Uhr der „Garaatzer Trödelmarkt“ statt. Für Infos und Kontakte steht Bürgermeister Jörg Partheymüller unter Tel. 0172-8333900 zur Verfügung.

Von Roland Dietz

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