aktualisiert:

MICHELAU

5500 Euro für den Erhalt der Extrachance

5500 Euro für den Erhalt der Extrachance
Roland Vogel von der Sparkasse Coburg-Lichtenfels überreichte eine Spende in Höhe von 5500 Euro an Dekanin Stefanie Ott-Frühwald. Foto: Gerda VölkS

Zuletzt waren es 25 Jugendliche aus dem gesamten Schulamtsbezirk, die eine Extrachance auf einen Schulabschluss nutzen und damit auch langfristig ihre Perspektiven auf eine Ausbildung oder einen Arbeitsplatz erhöhten. Möglich macht dies eine sogenannte eCn-Klasse (extra Chance nutzen), wie sie es bereits seit zehn Jahren an der Johann-Puppert-Schule in Michelau gibt. Damit dieses Angebot auch weiterhin bestehen bleibt, überreichte Sparkassendirektor Roland Vogel an Dekanin Stefanie Ott-Frühwald eine Spende in Höhe von 5500 Euro.

Das eCn-Projekt gibt es seit dem Schuljahr 2008/2009 unter der Trägerschaft des evangelisch-lutherischen Dekanats Michelau. „Damit haben auch die Jugendlichen eine Chance, die noch nicht so viele Chancen im Leben hatten“, erklärte Ott-Frühwald.

„Damit haben auch die Jugendlichen eine Chance, die noch nicht so viele Chancen im Leben hatten.“
Stefanie Ott-Frühwald, Dekanin

Das Projekt startet wie eine reguläre neunte Klasse. Der Unterricht findet an drei Tagen in der Woche an der Johann-Puppert-Schule in Michelau statt. Ziel des Unterrichts ist, in kleinen Gruppen den für den Quali benötigten Unterrichtsstoff intensiv zu wiederholen und einzuüben. An den beiden anderen Tagen befinden sich die Schüler ganztags in einem Berufs-Praktikum.

Neben dem evangelisch-lutherisches Dekanat unterstützen auch die Gemeinde Michelau als Sachaufwandsträger, das staatliche Schulamt Lichtenfels, die Bezirksregierung von Oberfranken, die Sparkasse Coburg-Lichtenfels und die Bundesagentur für Arbeit das besondere Projekt.

Bürgermeister Helmut Fischer zeigte sich dankbar über den Geldsegen. Die Gemeinde als Sachaufwandträger sei schon aufgrund der demografischen Entwicklung dankbar über jede Klasse, die damit auch den Fortbestand der Mittelschule sichert. „Wir wollen die Schule in ihren Umfang komplett erhalten“, sagte Fischer. Aktuell stehe eine umfangreiche Generalsanierung der Johann-Puppert-Schule an. Dazu müsse das Schulgebäude komplett geräumt werden. Ab dem neuen Schuljahr findet der komplette Unterricht in Containern statt, die alleine Kosten in Höhe von 2,5 Millionen Euro verursachen. Wohlgemerkt ohne die Sanierungskosten, erläuterte Fischer.

Mit ein Ziel des eCn-Projektes ist es, neben den Erreichen des Qualifizierenden Mittelschulabschlusses, auch eine Übernahme in ein Ausbildungsverhältnis. Im Berufspraktikum lernen die Schüler nicht nur verschiedene Berufsfelder kennen, sondern auch so wichtige Schlüsselfertigkeiten wie Pünktlichkeit, Ordnung, Verantwortung, Pflichtgefühl und selbstständiges Arbeiten. Begleitet werden sie dabei von den beiden Pädagoginnen Kathrin Sünkel und Tina Schardt, die auch als Ansprechpartner für die Betriebe zur Verfügung stehen.

Tolle Erfolgsquote

Seit Bestehen des Projekts erreichten etwa 85 Prozent den Mittelschulabschluss und fast 70 Prozent der Schüler fanden anschließen eine Arbeit oder eine Ausbildung. „Da merkt dann mancher, dass es mit dem Berufswunsch doch noch etwas wird“, erklärte Schulleiterin Alexandra Kober, die den Aspekt der Berufsorientierung für ausgesprochen wichtig erachtet. Der Unterricht für den gesamten Landkreis findet in Michelau statt. Ein Vorteil, da sich alte Klassenverbände auflösen, und sich neue formieren.

Von Gerda Völk

Weitere Artikel