MICHELAU

Korbmuseum erstrahlt in neuem Glanz

Gelungene Arbeit: Nach umfangreichen Sanierungsmaßnahmen erstrahlt das Deutsche Korbmuseum in neuem Glanz.
Gelungene Arbeit: Nach umfangreichen Sanierungsmaßnahmen erstrahlt das Deutsche Korbmuseum in neuem Glanz.

Das Deutsche Korbmuseum in Michelau zählt zu den ältesten Baudenkmälern der Korbindustrie. Seit einigen Wochen präsentiert sich das historische Gebäude in einer völlig neuen Optik. Sowohl der älteste Teil des Gebäudes aus dem frühen 19. Jahrhundert, wie auch die verschiedenen Anbauten überzeugen in einer einheitlichen Farbgebung, die besonders die Architektur des Gebäudes hervorhebt.

In sein Aushängeschild hat die Korbmachergemeinde in den vergangenen Jahrzehnten viel investiert. Erst vor kurzem wurden umfangreiche Sanierungsarbeiten am Dach und an der Außenfassade des Museums abgeschlossen. „Durch eine schadhafte Dacheindeckung konnte jahrelang Wasser eindringen, ohne das es bemerkt wurde“, berichtet der mit der Sanierung beauftragte Architekt Andreas Klerner aus Lichtenfels. In den 1940er Jahren erhielt das Dach eine Eindeckung mit Kunstschiefer. Dass der Schaden so lange unentdeckt bleiben konnte, lag daran, dass einige Bereiche der Dachkonstruktion aufgrund der Bauweise kaum zugänglich sind.

Hinzu kam, dass sich unter dem Dach das Magazin des Museums mit Hunderten von Exponaten befindet. Um sich ein Bild vom gesamten Schaden zu machen mussten zunächst die Korbwaren ausgelagert werden.

Als in einem zweiten Schritt die Dachabdeckung entfernt wurde, kam der gesamte Schaden zum Vorschein, der deutlich über den Vermutungen lag. „Der Schaden umfasste nicht nur das Dach, sondern den gesamten Dachaufbau, einschließlich der darunter befindlichen Balkenkonstruktion, sowie Teile der Putzfassade“, verdeutlicht Klerner. Teilweise waren die Balken durch den ständigen Wassereintritt so geschädigt, das sie kaum noch als solche erkennbar waren.

„Der Schaden umfasste nicht nur das Dach, sondern den gesamten Dachaufbau, einschließlich der darunter befindlichen Balkenkonstruktion, sowie Teile der Putzfassade“
Andreas Klerner Architekt

Besonders die Traufgesimse waren teilweise so morsch und zerfallen, dass sie wie dunkle Erde aussahen. Oder wie es der Architekt treffender ausdrückt: „Es war bester Humus vom Dach.“ Viele aufwändig profilierten Dachrandbalken und Zierbalkenköpfe wiesen starke Feuchtigkeitsschäden auf. Die Ursachen lagen hauptsächlich im Fehlen von Traufblechen. Diese wurden nach Aufbringen einer neuen Dachschalung eingebaut, wobei die gesamten Dachrinnen und Fallrohre aus Kupfer mit erneuert werden mussten. Im Zuge der Sanierungsmaßnahmen wurden auch die Fenster des Museums überarbeitet.

Einige davon stammen noch aus der Anfangszeit des Gebäudes. Der Anstrich war an vielen Stellen stark abgeblättert und stellte keinen Witterungsschutz mehr dar.

Nach sehr aufwändigem Entfernen der Farbschichten, wurden viele Schäden an den Rahmen- und Flügelhölzern sichtbar. Nach historischem Vorbild wurden diese Stellen partiell ersetzt oder nachgearbeitet.

„Da kommt noch einiges auf uns zu.“
Helmut Fischer Bürgermeister

Dabei musste der schadhafte Kitt entfernt und die Scheiben neu eingesetzt werden. Anschließend erhielten alle Fenster einen neuen Anstrich. Allerdings steht laut Bürgermeister Helmut Fischer noch die Sanierung der innenliegenden Fenster – das Gebäude besitzt größtenteils Doppelfenster – aus. „Da kommt noch einiges auf uns zu“, erklärt der Bürgermeister.

Dafür wird die Gemeinde rund 100 000 Euro ausgeben müssen. Nach Abschluss der Zimmererarbeiten konnte das Dach eine neue Eindeckung mit Schiefer erhalten. Schließlich erhielt der Gebäudekomplex auch eine neue Farbgestaltung. „Die vielen Farben aus der Altbauzeit wirkten doch sehr unruhig“, erläutert Klerner. Deshalb hat er für den Gebäudekomplex ein neues Farbkonzept entwickelt, das der Wertigkeit des Gebäudes gerecht wird und die vielen kunstvollen Fassadendetails besser zur Geltung kommen lässt. Dies erfolgte in enger Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege.

„Es war bester Humus vom Dach.“
Andreas Klerner Architekt

Die Gemeinde stimmte dem Vorschlag des Architekten zu und beauftragte eine Firma, die auf Sanierungsarbeiten für historische Gebäude spezialisiert ist. Damit erstrahlt das Museumsgebäude wieder im neuen Glanz. Die Kosten der Sanierungsmaßnahme betrugen laut Bürgermeister Fischer etwas über 500 000 Euro. Die reine Bauzeit betrug acht Monate. Am Eröffnungstag des diesjährigen Korbmarktes, 13. September, ist am Vormittag eine kleine Feierstunde zum Abschluss der Sanierungsmaßnahme vor geladenen Gästen vorgesehen. Dazu wird auch Regierungspräsident Wilhelm Wenning erwartet. Architekt Andreas Klerner wird dabei auf die Sanierung des Gebäudes eingehen.

Böse Überraschung: Durch jahrelangen Wassereintritt waren die Schäden an der Dachkonstruktion gravierend.RED