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Besser als ein Post bei Instagram: Dienst bei der Feuerwehr Neuensorg

Besser als ein Post bei Instagram: Dienst bei der Feuerwehr
Ehrungen standen bei der Hauptversammlung im Mittelpunkt (v. li.): Kreisbrandrat Manfred Lorenz, Landrat Rainer Mattern, Kreisbrandinspektor Stefan Zapf, Michael Stadler, Kommandant Rolf Werner, Ehrenkommandant Theo Friedrich, Bürgermeister Markus Mönch, Stefan Stadler und Vorsitzender Thomas Höhn. Foto: Alexandra Kemnitzer

„Ich bin stolz auf unsere 32 aktiven Kameraden und unseren Feuerwehrnachwuchs“, betonte bei der Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Vorsitzender Thomas Höhn. Die Mannschaftsstärke könne sich sehen lassen. Dennoch macht sich der Vorsitzende Sorgen um die Zukunft, da immer weniger junge Menschen für ein Engagement in der Feuerwehr zur Verfügung stehen. Persönlich plädiert Höhn dafür, auch die Truppmann-Ausbildung zu überdenken. Beispielsweise könnte das Wissen samt Abschlussprüfung online vermittelt beziehungsweise abgelegt werden.

„Wir wurden zu 17 Einsätzen gerufen, was in der über 120-jährigen Geschichte der Neuensorger Wehr rekordverdächtig scheint.“
Rolf Werner, Kommandant

Erste Mängel des 25 Jahre alten Mannschaftstransportwagens haben die Gerätewarte Ralf Friedrich und Thomas Höhn zwar behoben, dennoch beantragte die Feuerwehr bei der Gemeinde die Ersatzbeschaffung innerhalb der nächsten drei Jahre. Der Gemeinderat hat dem zugestimmt. Erste Besichtigungen sind bereits erfolgt. Die Ergebnisse werden in die Planungen einfließen, um die Ausschreibung für das Fahrzeug der „neusten Generation“ zu starten. „Die Gemeinde investiert in die Zukunft, und auch wir müssen an die Zukunft denken“, betonte der Vorsitzende. Deshalb appellierte er insbesondere an die Jüngeren, sich entsprechend aus- und weiterbilden zu lassen.

Ein Lob richtete Thomas Höhn an den Kommandanten Rolf Werner und dessen Stellvertreter Alexander Fischer, die beide viele Termine und Sitzungen abgearbeitet haben. Um die Feuerwehrkasse aufzubessern, bringe Kassier Bernhard Güntner viele kreative Ideen ein. Die Dorfgemeinschaft nehme die Veranstaltungen sehr gut an. Einen Abriss der Aktivitäten, zu denen beispielsweise der Christbaumverkauf, die Maiwanderung und das Sommerfest zählten, gab Schriftführer Frank Engel.

Von einem aktiven und lebhaften Jahr berichtete Rolf Werner. „Wir wurden zu 17 Einsätzen gerufen, was in der über 120-jährigen Geschichte der Neuensorger Wehr rekordverdächtig scheint“, so der Kommandant. Unter anderem wurde die Wehr achtmal für technische Hilfeleistungen und sechs Mal für Brände alarmiert. Hinzu kamen 18 Übungen, technische Dienste und Unterrichtseinheiten. Die Hilfe der Wehr nutzten auch die Ortsvereine. Die Mitglieder waren bei unterschiedlichen Veranstaltungen präsent und leisteten damit Öffentlichkeitsarbeit. Erfreulich nannte er, dass ein neuer Anwärter gewonnen werden konnte. Da seine Amtszeit in vier Jahren endet und er sich nicht mehr zur Wahl stellen wird, bat Rolf Werner darum, sich schon jetzt Gedanken über seine Nachfolge zu machen.

„Die Neuensorger Wehr ist eine gute Truppe, auf die man stolz sein kann“, betonte Bürgermeister Markus Mönch. Besonders erfreulich ist, dass alle Generationen an einem Tisch sitzen und zusammenhalten. Der Gemeinderat steht hinter der Neuensorger Wehr, die personell am stärksten aufgestellt ist und sich in allen Bereichen sehen lassen kann.

Auf die steigenden Anforderungen, die der Dienst am Nächsten mit sich bringt, ging Kreisbrandrat Manfred Lorenz ein. Von konstanten Einsatzzahlen sprach Kreisbrandinspektor Stefan Zapf. Seiner Meinung nach werden extreme Wetterereignisse die Wehren auch in Zukunft beschäftigen. Er bat darum, in der Mitgliederwerbung nicht nachzulassen. Schließlich bestehe mit dem Feuerwehrdienst die Möglichkeit, einen Platz in der ersten Reihe zu haben, der viel besser sei, als ein Post auf Instagram.

Ehrungen

Landrat Rainer Mattern zeigte auf, dass die Wehren ein wichtiger Teil der Rettungskette in den Kommunen sind. Darüber hinaus leisteten die Feuerwehren einen Beitrag zur lebendigen Dorfgemeinschaft. „Von diesem ehrenamtlichen Engagement lebt das Gemeinwesen“, findet Mattern. Er verlieh das staatliche Feuerwehrehrenzeichen für 25-jährigen aktiven Dienst an die Brüder Stefan und Michael Stadler. Der Name des ehemaligen Kommandanten Theo Friedrich ist ein Synonym für die Neuensorger Feuerwehr. Aufgrund seiner herausragenden Verdienste wurde er deshalb zum Ehrenkommandanten ernannt. Friedrich war bis 2009 16 Jahre Kommandant und hat auch seinen Nachfolger Rolf Werner 1998 zur Wehr gebracht.

Von Alexandra Kemnitzer

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