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MICHELAU

Nachruf: Der SPD ein väterlicher Freund

Nachruf: Der SPD ein väterlicher Freund
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Nachruf

„Wir gehen nach Michelaa, die haben das Geld, wir Schwürbitzer haben die Kultur“: Mit diesem Satz wurde Erwin Nist aus Lettenreuth vor 40 Jahren in der Region bekannt. Der engagierte Kommunalpolitiker, mehrfach ausgezeichnet, verstarb am 3. Januar. Im Mai wäre er 90 Jahre alt geworden. Nist hatte sich mit großem Eifer und Erfolg bei der Gemeindereform, die am 1. Januar 1978 in Kraft trat, für den Anschluss der ehemals selbstständigen Gemeinde Schwürbitz an Michelau eingesetzt. Gegen den Widerstand vieler Gemeinderatskollegen, die für den Anschluss an die Verwaltungsgemeinschaft Hochstadt-Marktzeuln kämpften.

Zwölf Jahre gehörte er dem Schwürbitzer Gemeinderat an, wobei er in dieser Zeit auch sechs Jahre das Amt des Dritten Bürgermeisters innehatte. Bei all seinem Wirken hatte er immer das Wohl seiner Mitmenschen im Blickfeld. Anschließend war er 24 Jahre lang Mitglied des Gemeinderates der Gemeinde Michelau. Für sein verdienstvolles Engagement um die Gemeinde Michelau erhielt er die höchsten Auszeichnungen – 1987 die Silberne und 2001 die Goldene Johann-Puppert-Medaille.

Erwin Nist war auch in der Kommunalpolitik des Landkreises kein Unbekannter. Mehr als 36 Jahre gehörte er dem Kreistag von Lichtenfels an, bevor er 2002 verabschiedet wurde. In den Jahren 1974 bis 1994 hatte er dabei das verantwortungsvolle Amt des Fraktionsvorsitzenden der SPD im Kreistag inne. Sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement wurde 1991 mit der Kommunalen Verdienstmedaille in Bronze und 1994 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande gewürdigt. Seit dem 11. Dezember 1989 war Erwin Nist Ehrenmedaillenträger des Landkreises Lichtenfels – die höchste Auszeichnung, die der Landkreis zu vergeben hat.

Erwin und Rosemarie Nist, die im Senioren- und Pflegeheim „Kastell“ in Groß-Gerau lebt, konnten auf 65 gemeinsame Ehejahre zurückblicken. Landrat Christian Meißner, Bürgermeister Helmut Fischer sowie der Geschäftsleiter des Landratsamtes Lichtenfels Günter Ebert gratulierten 2016 dem Jubelpaar zu dem besonderen Ereignis. Die Vorstandsmitglieder der Kreis-SPD sowie der SPD-Kreistagsfraktion würdigten im gleichen Jahr seine 60-jährige Mitgliedschaft und sein unermüdliches Engagement in der SPD. Er hat über ein halbes Jahrhundert deutsche Nachkriegspolitik erlebt und sich über viele Jahre aktiv eingesetzt.

„Erwin Nist war ein allseits geschätzter Mitbürger“, so der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Michelau Fred Köhlerschmidt. Er sei sehr gesellig gewesen, trank gern mal ein Bier, und war bei allen Ausflügen der Gemeinde oder des Landkreises dabei. Auch als Leiter der Grundschule in Schwürbitz, damals wurden dort die Klassen eins bis sechs unterrichtet, genoss er hohes Ansehen. Der Verstorbene habe sehr viel für die beiden SPD-Ortsvereine Schwürbitz und Michelau getan. „Er war immer für uns ein väterlicher Freund.“

Von Andreas Welz

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