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REDWITZ

Gemeinderat Redwitz: Bringt Ostbayernring die P 44 mod?

Gemeinderat Redwitz: Bringt Ostbayernring die P 44 mod?
Hinter dem Umspannwerk Redwitz zieht sich eine Schneise durch den Ebnether Wald (im Hintergrund), neben die eine zweite Schneise gebaut werden könnte. Foto: Thomas Micheel

Erneut beschäftigte den Gemeinderat auf seiner Sitzung das Planfeststellungsverfahren für den Ersatzneubau 380/110-kV der Höchstspannungsleitung Ostbayernring zwischen den Umspannwerken Redwitz und Mechlenreuth. Weiter wurde beschlossen, die Hundesteuer auf 30 Euro anzuheben.

Der Ostbayernring ist eine rund 185 Kilometer lange Stromtrasse. Wie Bürgermeister Christian Mrosek erläuterte, führt sie von Redwitz über Mechlenreuth und Etzenricht bis nach Schwandorf in der Oberpfalz. Die Leitung wurde in den 1970-er Jahren in Betrieb genommen und ist mit einem 220 kV- und einem 380 kV-Stromkreis bestückt. Der geplante Ersatzneubau werde zwei 380 kV-Stromkreise tragen und streckenweise 110 kV-Leitungen der Bayernwerk AG im Gestänge mitführen. Der Ostbayernring sei als reine Freileitung geplant.

Die bestehenden Masten seien für die Aufrüstung statisch nicht ausreichend. Daher wurde der Ersatzneubau des Ostbayernrings auf der bestehenden Trasse in den Bundesbedarfsplan aufgenommen. Mit der Verabschiedung des Bundesbedarfsplangesetzes 2013 wurden die energiewirtschaftliche Notwendigkeit und der vordringliche Bedarf des Projekts gesetzlich festgestellt. Nach der Fertigstellung werde die Bestandstrasse zurückgebaut, was ebenfalls Teil des Planfeststellungsverfahrens sei.

Parallel zur Bestandsleitung

Die geplante Trasse verlaufe parallel zur Bestandsleitung in einem Abstand von etwa 100 bis 110 Metern. Im Bereich Obristfeld verlaufe sie nördlich der Bestandsleitung und rücke vom Ort weg, verlaufe damit allerdings näher am Aussiedlerhof vorbei. Ein Teil des Ebnether Walds zwischen den Masten 8 und 9 werde überspannt. Mrosek wies auf die Vorstellung der Planungen durch die TenneT in einer vorangegangenen Gemeinderatssitzung hin.

In seiner Stellungnahme lehnte der Gemeinderat den Ersatzneubau des Ostbayernrings ab: Dadurch würde die Gefahr entstehen, dass eine der Varianten 3 und 4 der P 44 mod realisiert wird, die ebenfalls nach Mechlenreuth führen. Denn die neue Trasse des Ostbayernrings, obwohl neu gebaut, gelte dann plötzlich als Bestandstrasse, die im Rahmen einer Bündelungsvorgabe zu bevorzugen sei.

Weitergehend erhebt die Gemeinde Redwitz Einwendungen: So sei es unerträglich, dass Trassen scheibchenweise Trassen erneuert oder neu errichtet werden sollen. Die Netzbetreiber werden aufgefordert, ein Gesamtkonzept für das Umspannwerk Redwitz vorzulegen. Eine neue Schneise durch den Ebnether Wald wird abgelehnt. Dies sei ein unzumutbarer weiterer Eingriff in die Natur. Selbst bei der jetzt geplanten Teilüberspannung werde eine große Schneise von Redwitz her sichtbar sein. Es wird beantragt, den Ebnether Wald bei einem eventuellen Bau vollständig zu überspannen. Zudem befürchtet die Gemeinde Redwitz, dass die Bündelung von Stromleitungen und die Erhöhung der Leistungsaufnahme eine massive Beeinträchtigung der Gesundheit der Bürger durch elektromagnetische Felder zur Folge haben könnte. Nach einer Studie der Uni-Klinik Aachen ist eine Zunahme von neurodegenerativen Erkrankungen nicht auszuschließen. Zuvor sei außerdem ein Beweissicherungsverfahren vorzunehmen, soweit öffentliche Flurwege in Anspruch genommen werden. Durch den Bau entstandene Schäden sind zu beheben oder nach Wahl der Gemeinde zu entschädigen.

400-Meter-Abstand einhalten

Günter Friedlein wollte die gesundheitlichen Aspekte verstärkt haben und eventuell weitere vorliegende Studien und Gutachten in die Stellungnahme einbeziehen. Jochen Körner wollte einen 400-Meter-Abstand zum Ortsteil Obristfeld betont haben. Daher nahm das Gremium in die Stellungnahme auf, dass es sich seiner Ansicht nach um einen Trassenneubau handelt. Danach wäre besagter 400-Meter-Abstand einzuhalten, was in der Planung aber nicht berücksichtigt wird.

Friedlein forderte auf, auch nach dem Besuch der drei Minister in der Gemeinde Redwitz anlässlich einer möglichen Stromtrasse P 44 mod weiterhin aktiv zu bleiben. Denn wenn nichts weiter geschehe, fürchte er, dass die P 44 mod gebaut werde. Jürgen Gäbelein sah keinen größeren Erfolg in weiteren Aktionen. Er bemängelte, dass bei dem Gespräch mit dem Wirtschaftsminister der Ostbayernring zu sehr im Mittelpunkt gestanden war, dieser aber die Gemeinde weniger betreffe. Das Anliegen der Gemeinde Redwitz sei zu wenig berücksichtigt worden. Christian Zorn forderte, das Stromtrassenthema auf allen politischen Ebenen zu platzieren.

30 Euro mehr

Seit 17 Jahren ist in der Gemeinde die Hundesteuer nicht erhöht worden. Sie liegt zur Zeit bei jährlich 20,45 Euro für jeden Hund. Nach derzeitigem Stand gibt es in Redwitz 239 Hunde, für die die volle Steuer fällig ist, und zwölf Hunde mit ermäßigtem (halbem) Steuersatz. Daraus errechnen sich momentan Einnahmen von gesamt 5010,31 Euro. Eine Aussprache über eine Erhöhung schloss sich an. Letztlich beschloss der Gemeinderat gegen zwei Gegenstimmen, künftig 30 Euro jährlich mehr zu verlangen. Außerdem wurde eine Steuer von 600 Euro für Kampfhunde beschlossen. Die Erhöhung tritt am 1. Januar 2019 in Kraft. Die Mehreinnahmen sollen unter anderem für Anschaffungen wie Mülleimer und Beutelspendern verwendet werden.

Bürgerversammlungen

Fr die Bürgerversammlungen 2019 nannte der Bürgermeister folgende Termine: Dienstag, 29. Januar, Redwitz, Feuerwehrhaus, Freitag, 8. Februar, Obristfeld, Kulturraum, Mittwoch, 13. Februar, Unterlangenstadt, Schule, Mittwoch, 20. Februar, Mannsgereuth, Mehrzweckhaus, Dienstag, 12. März, Trainau, Gasthaus Engel. Beginn ist jeweils um 19 Uhr.

Von Thomas Micheel

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