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LICHTENFELS / MICHELAU

Leihgroßelternvermittlung: Wenn Oma zu weit weg wohnt

Natürlich sind kleine Bestechungslollis beim Kennenlernen erlaubt, um das Eis zu brechen. Larissa (2)genießt die Aufmerksamkeit der Omas. Foto: Frank Gerstner

Das BRK-Mehrgenerationenhaus Michelau (MGH) hat den nächsten Baustein in seinem „Elternnetzwerk Lichtenfels“ gesetzt: Die Leihgroßelternvermittlung nimmt ihren Dienst auf. Bei einem ersten Informationstreffen für interessierte Senioren wurde der neue Dienst vorgestellt.

Mehr als ein Babysitter

Zu Gast war auch eine aktive Leihoma von der Oma- und Opa-Vermittlung Coburg, die den interessierten Senioren über die praktische Tätigkeit und ihre Erfahrungen berichtete. Der MGH-Leiter Frank Gerstner, erläuterte: „Das im Januar gegründete Elternnetzwerk verfolgt zwei Ziele. Es will Informations- und Vernetzungsplattform sein, aber auch den Eltern konkrete Hilfen in der Kindererziehung bieten.“ Neben der bereits existierenden Babysittervermittlung kommen nun auch noch die Leihgroßeltern dazu.

Gedacht ist der neue Dienst aber nicht nur zum Kinderhüten. „Die Leihgroßeltern sollen mehr als nur ein Babysitter sein – sie sollen ein Familienzuwachs werden“, betont Gerstner. Genauso wie die Oma oder der Opa passen sie auch mal auf die Kinder auf. Viel wichtiger sei aber das Familienbild, das die Kinder lernen. „Kinder brauchen Vorbilder und die stärksten sind neben Mama und Papa eben auch Oma und Opa.“

Leider sei es oft so, dass keine eigenen Großeltern mehr vorhanden sind, weil sie zu weit weg wohnen. Auf der anderen Seite gebe es immer mehr Senioren, die aus dem gleichen Grund keine eigenen Enkel in der Nähe haben oder diese schon zu alt sind, und Oma und Opa nicht mehr brauchen. „Wir sehen eine solche Vermittlung als Win-Win-Situation an. Wir bringen zwei Parteien zusammen, die sich brauchen“, so Gerstner weiter.

Wichtig ist den Initiatoren aber, dass der neue Dienst nicht ausgenutzt wird. Zwar kommen die Großeltern ehrenamtlich in die Familien, eine Aufwandsentschädigung sollte aber selbstverständlich sein. „Damit man sich unkompliziert kennenlernen kann, kommen die Leihgroßeltern in regelmäßigen Abständen zu den Netzwerktreffen ins Mehrgenerationenhaus. Das erste Mal am Freitag, 16. November, um 14.30 Uhr. „Alle Eltern, die Interesse haben – aber auch alle Senioren, die sich noch anschließen wollen, sind hierzu herzlich eingeladen“, sagte Gerstner.

Informationen gibt's unter www.elternnetzwerk-lif.de, Tel. (09571) 959031 oder im MGH, Schneyer Straße 19 in Michelau.

red

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