WEIDHAUSEN

Weidhausen: Tempo-Tafel soll Raser einbremsen

Die Lettenreuther Straße ist gleichzeitig die Staatsstraße 2191, die in Richtung Lichtenfels und Kulmbach führt. Damit handelt es sich um eine viel genutzte Verkehrsader. Anlieger legten der Gemeinde jüngst eine Unterschriftenliste vor. Sie wollen, dass die durch den Ort rollenden Fahrzeuge sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern halten.

„Unser Handlungsspielraum ist begrenzt“, räumte Bürgermeister Markus Mönch bei der Gemeinderatssitzung ein. Für eine Staatsstraße seien nun einmal staatliche Stellen zuständig. Darauf habe auch die Polizei hingewiesen, die zudem bislang keinen Unfallschwerpunkt im Straßenverlauf durch Weidhausen habe feststellen können. Direkt in den Straßenverkehr eingreifen, etwa mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer, könne die Gemeinde jedenfalls nicht.

Kaum zu übersehen

Daher werde die Gemeinde eine Tafel zur Anzeige der Geschwindigkeit aufstellen. Solche elektronischen Tafeln entfalteten durchaus ihre Wirkung, seien sie doch von Autofahrern kaum zu übersehen. Wann die Geschwindigkeitsanzeige in der Lettenreuther Straße kommt, ist nach den Worten von Gemeindegeschäftsführer Walter Bott aber noch offen. Es soll jedenfalls möglichst bald geschehen. Die Gemeinde müsse sich noch mit dem für die Staatsstraße zuständigen Bauamt Bamberg abstimmen.

Nach den Worten von Kämmerer Gerhard Friedrich entspannt sich die die finanzielle Lage der Gemeinde weiter. Zum Jahresende rechnet der Kämmerer mit einem Haushaltsüberschuss von rund 408 000 Euro. „Das ist eine gute Grundlage für 2019“, kommentierte der Bürgermeister den Kassenstand. Mönch erinnerte, dass sich die Gemeinde in den kommenden Jahren aber auch einiges vorgenommen habe. Bis 2022 seien Investitionen in Höhe von etwa 7,5 Millionen Euro vorgesehen, darunter die Sanierung der Schulturnhalle in Weidhausen.

Finanzieller Spielraum

Walter Lorper (Freie Bürger) kann sich vorstellen, den finanziellen Spielraum für freiwillige Maßnahmen im sozialen und kulturellen Bereich zu nutzen. Am Montag legte er einen Antrag vor. Danach soll die Gemeinde die jährliche Dividende der Städtischen Werke und Überlandwerke Coburg SÜC für solche Zwecke hernehmen. Die Gemeinde erhält nach der Übertragung der Trinkwasserversorgung an die SÜC seit einigen Jahren vertraglich vereinbarte Gewinnanteile.

Bürgermeister Mönch wies darauf hin, dass ein gesonderter Ausgabentopf außerhalb des gemeindlichen Haushalts rechtlich nicht möglich sei. Daher lehnte der Gemeinderat den Antrag ab. Freiwillige Leistungen könnten ohnehin im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten vom Gemeinderat erörtert und beschlossen werden. Und zum finanziellen Spielraum gehöre auch die SÜC-Dividende, so Mönch.

Förderprogramm zu erwarten

Digital-Experte Siegbert Reuther von der Firma Net Consulting, Bad Staffelstein, stellte der Gemeinde den Ausbau des Glasfasernetzes in Aussicht. Für die im Vergleich zu Kupferkabel weit leistungsfähigeren Datenleitungen sei im nächsten Jahr ein neues Förderprogramm des Bundes zu erwarten. Darauf setzt auch der Bürgermeister: „Der Staat darf die Kommunen beim notwendigen Ausbau der Datennetze nicht allein lassen.“