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NEUENSORG

„Es ist heute kein leichter Tag“

2013 konnte der Verein noch das 125-jährige Bestehen mit einem gelungenen Konzert in der evangelischen Kirche feiern. Foto: Archiv/Alexandra Kemnitzer

Mit der letzten Hauptversammlung, zu der Vorsitzender Gerhard Friedrich noch einmal aktive wie passive Mitglieder begrüßen konnte, schloss sich das letzte Kapitel der 130-jährigen Geschichte des Gesangverein 1888 Neuensorg. „Es ist heute kein leichter Tag“, gab Friedrich zu. In seiner Stimme klang verständlicher Weise Wehmut mit.

„Die Ausfälle des

vergangenen Jahres zwingen unseren Verein in die Knie.“

Erich Angermüller, Chorleiter

Das letzte Jahr war von tiefen Einschnitten geprägt, was dem Protokoll von Schriftführerin Birgit Nahr zu entnehmen war. Nach zwei Sterbefällen und einer schweren Erkrankung in den Reihen der Aktiven war die Singfähigkeit demnach nicht mehr gegeben. Schon bei der Weihnachtsfeier gab der Vorsitzende den Mitgliedern auf den Weg, sich Gedanken zu machen, wie es mit dem Verein vielleicht doch noch weitergehen könnte.

Über vier Jahrzehnte

Chorleiter Erich Angermüller konnte sich in seinem Bericht an die Ausführungen der Schriftführerin anschließen. „Die Ausfälle des vergangenen Jahres zwingen unseren Verein in die Knie“, fasste er zusammen. Auch die Neuensorger Einwohner hätten spätestens beim Gottesdienst am Heiligen Abend zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Singfähigkeit nicht mehr gegeben war. Selbst ein „Verschieben“ der Sängerinnen und Sängern in den Stimmen sei auf Dauer keine Lösung. Angermüller dankte dem Vorsitzenden für die über vier Jahrzehnte dauernde gute Zusammenarbeit, denn dies sei nicht selbstverständlich. Dankbar könne auf eine schöne gemeinsame Zeit geblickt werden. Gerhard Friedrich lobte das Engagement des Chorleiters, der immer eine sehr gute Liedauswahl getroffen habe, die auf die Zusammensetzung des Vereins passte.

In einem Rückblick auf seine 40-jährige Arbeit als Vorsitzender sprach er von vielen guten und glorreichen Zeiten, die er nicht missen möchte. Bis vor kurzen hätten auch große und gute Veranstaltungen verzeichnet werden können. Seiner Meinung nach musste sich der Chor vor keinem anderen verstecken. Für ihn als „Frontmann“ habe die Auflösung eine schwerere Gewichtung, da es sich um den ältesten Verein im Dorf handelt.

Offiziell zum 31. Dezember 2018

Vor dem Auflösungsbeschluss gab Kassier Theo Friedrich Einblick in die geordneten Finanzen, bevor Gerhard Friedrich den Anwesenden die Ergebnisse der im April abgehaltenen Ausschuss-Sitzung erläuterte. Nach Rücksprache mit Vereinswirt Ulrich Fischer kann das vorhandene Inventar im Vereinszimmer bleiben. Das Klavier soll zu gegebener Zeit veräußert werden. Mitglieder, die heuer noch Ständchen zu ihren Jubiläen haben möchten, soll dieses auch ermöglicht werden. „Wir alle wussten schon lange, dass diese Entscheidung irgendwann einmal auf uns zukommen wird und nicht aufzuhalten ist“, betonte der Vorsitzende. Nun müsse ein sauberer Abschluss erfolgen. Obwohl immer wieder versucht worden war, die Auflösung hinauszuzögern, stimmten die Mitglieder dieser nun zum 31. Dezember 2018 zu. Damit ist auch die Abmeldung beim Fränkischen Sängerbund und beim Sängerkreis Fränkische Krone beschlossen.

Dass der Entschluss vielen nicht einfach fiel, machte stellvertretende Vorsitzende Ira Reichert deutlich. Sie betonte, stets stolz auf ihre Mitgliedschaft im Verein gewesen zu sein, und fühlte sich durch das Singen integriert und in die Dorfgemeinschaft aufgenommen.

Von unserer Mitarbeiterin

Alexandra Kemnitzer

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