MICHELAU

Graureiher im Regen

Ein Graureiher im Regen, ein Motiv, wie man es nicht alle Tage vor die Linse bekommt, bescherte Herbert Steiner das ...

So schlecht kann das Wetter gar nicht sein, dass es sich nicht lohnen würde, Fotos zu machen. Das dachten sich auch die Michelauer Hobbyfotografen, als sie sich für den April auf das Pflichtthema „Regenwetter“ einigten. Doch was zunächst nach einer interessanten Erfahrung aussah, entpuppte sich im Nachhinein als Herausforderung. Das zeigte sich auch an der schwachen Wettbewerbsbeteiligung. Gerade einmal sechs Fotografen hatten ansprechendes Bildmaterial gesammelt, für die übrigen bildet der April eine „Streichwertung“.

Verkompliziert wurde die Angelegenheit dadurch, dass es sich um Aufnahmen handeln sollte, die tatsächlich bei Regen entstanden sind. Im Herbst regnete es häufig, doch man hatte ja noch genügend Zeit, und im Frühjahr wartete man sehnsüchtig darauf, dass es endlich mal wieder richtig regnen würde. Glücklich der, der in seinem Archiv fündig wurde. Nur wenige schafften es, kurz vor Torschluss noch zum Schuss zu kommen.

Am Ende waren es erneut die bekannten Namen, die überzeugen konnten. Ganz weit vorne, mit deutlichem Abstand auf die Zweitplatzierte, landete der Sieger des Vormonats, Herbert Steiner. War es im März noch ein Buntspecht im Gegenlicht, so überzeugte er diesmal mit einem Graureiher im Regen. Wie ein begossener Pudel verharrte der stolze Vogel im strömenden Regen, während das Wasser aus dem Gefieder und vom langen Schnabel tropfte.

Mit einer überaus originellen Aufnahme überraschte Birgit Kirster auf Platz zwei. Normalerweise hängt man Wäsche zum Trocknen auf, doch was ist wenn, diese einfach „vergessen“ (So auch der Bildtitel) wird. So tropfte das Wasser aus dem violett-roten Höschen und dem BH an der Wäscheleine, über die ein regelrechter Platzregen niederging.

Die Aufnahme korrespondierte sehr gut mit einem weiteren Siegerbild, mit dem die erfolgreiche Fotografin den vierten Platz belegte. Die „waffenscheinpflichtigen“ High-Heels mit rosaroter Schleife, die da im Regen standen, waren sicherlich nicht einfach vergessen worden. „Versumpft“ lautete vielmehr der Titel, den die Fotografin ihrem Werk gegeben hatte.

Nasse Schützen auf Rang drei

Zu den Fotografen, die dank eines gut geführten Archivs zum Erfolg kamen, gehörte Klaus Gagel. Normalerweise haben ja die Lichtenfelser Scharfschützen Glück mit ihrem Schützenfestwetter. Nicht so im Jahr 2014, wo die Teilnehmer am Festzug so richtig „durchgeweicht“ wurden. Nass bis auf die Haut marschierten da einige tapfer durch den Regen, was Klaus Gagel zu dem Bildtitel „Humor ist wenn man trotzdem lacht“ inspirierte. Dafür gab es einen dritten Platz.

Weitaus glimpflicher kam das kleine Mädchen weg, das auf den Schultern von Papa durch einen roten Regenschirm „gut beschirmt“ war. Das nette Vater-Tochter-Portrait schaffte es auf den fünften Platz.

Auch diesmal können alle genannten Bilder auf der Homepage des Michelauer Fotoclubs begutachtet werden. Das nächste Bild des Monats wird am Freitag, 4. Mai, gewählt. Da erwartet man eine weitaus größere Beteiligung, denn das Thema ist frei.

Vortrag am 20. April

Bereits am Freitag, 20. April, laden die Michelauer Fotofreunde alle Fotografen und potenziellen Models zu einem Referat über „Modelfotografie“ ein. Referent ist Reinhold Hopf aus Küps, Mitglied im Lichtenfelser Fotoclub. Er beschäftigt sich seit Jahren mit der Thematik und möchte allen Beteiligten wertvolle Tipps zur Fotografie von Menschen vermitteln. Der Eintritt ist frei. Beginn ist um 20 Uhr im Kulturhaus in Neuensee.