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WEIDHAUSEN

Applaus für scheidenden Vorsitzenden der Tellkameraden

Applaus für scheidenden Vorsitzenden der Tellkameraden
Die Tellkameraden können auf treue Mitglieder zählen (v. li.): André Recknagel (25 Jahre), Ehrenmitglied Ernst Carl, Rudi Trenkwald (60 Jahre), frischgebackener Ehrenvorsitzender Manfred Stark, Manfred Knauer (50 Jahre) und Ehrenmitglied Klaus Jacob. Foto: Alexandra Kemnitzer

Beim Schützenverein „Tellkameraden“ ist eine Ära zu Ende gegangen. Nach 42 Jahren verabschiedete sich Manfred Stark aus dem Vorstand. Nach 33 Jahren legte er das Amt des Vorsitzenden in jüngere Hände. Mit Applaus und stehenden Ovationen honorierten die Mitglieder sein beispielgebendes Engagement. Zudem wurde Manfred Stark auf Beschluss des Vorstands zum Ehrenvorsitzenden ernannt. „Wenn man 33 Jahre an vorderster Front arbeitet, kann man nicht von heute auf morgen ganz aufhören“, findet der Scheidende. Er versicherte deshalb, zu unterstützen, wenn Hilfe benötigt wird.

„Meine ersten Sporen als Schütze habe ich mir nicht bei den Tellkameraden verdient, sondern in der alten Kegelbahn der ehemaligen Gastwirtschaft Post“, verriet Manfred Stark. Damals wurde sogar jedes einzelne Kügelchen fürs Schießen abgezählt. Als er von Detlef Schümann angesprochen wurde, sich doch den Tellkameraden anzuschließen, trat Stark 1975 in den Verein ein. Bevor er 1989 zum Vorsitzenden gewählt wurde, war er sechs Jahre Schriftführer und drei Jahre stellvertretender Vorsitzender.

Stolz auf die Beliebtheit des Vereins auch außerhalb Weidhausens

Applaus für scheidenden Vorsitzenden der Tellkameraden
Vor 20 Jahren wurde Manfred Stark 2001 Schützenkönig. Seine Königsscheibe hängt wie die Scheiben der anderen Regenten in der Schießhalle. Foto: Alexandra Kemnitzer

Wie bei seiner Amtsübernahme vor 33 Jahren ist auch heute im Verein alles in Ordnung. Trotz zahlreicher Investitionen sind die Tellkameraden weiterhin schuldenfrei. Vieles habe sich in den mehr als drei Jahrzehnten verändert. „Geblieben ist die Beliebtheit unseres Vereins. Nicht nur in Weidhausen, sondern darüber hinaus“, betonte er stolz.

Vieles wurde geleistet und zahlreiche Veranstaltungen abgehalten. Dies sei nur durch die tatkräftige Unterstützung und das uneigennützige Engagement vieler möglich gewesen. Gerade in den letzten Jahren waren Instandhaltungs- und Verbesserungsmaßnahmen im und am Schützenhaus notwendig. Auch hier halfen die Mitglieder zusammen und sorgten dafür, dass das Schützenhaus zu einem Schmuckstück geworden ist. Dies gelte es, auch künftig zu erhalten.

„Es waren manchmal harte, aber überwiegend schöne Zeiten der Zusammenarbeit in Vorstand und Verein.“
Manfred Stark, scheidender Vorsitzender
Applaus für scheidenden Vorsitzenden der Tellkameraden
Scheidender Vorsitzender Manfred Stark (re.) übergibt seinem Nachfolger André Recknagel einen der vielen Ordner. Foto: Alexandra Kemnitzer

Im Laufe seiner Tätigkeit als Vorsitzender hat Manfred Stark viele Mitglieder in der Führungsriege kennen und schätzen gelernt. „Es waren manchmal harte, aber überwiegend schöne Zeiten der Zusammenarbeit in Vorstand und Verein. Die Fairness und die Kameradschaft standen dabei immer im Vordergrund“, führte der Scheidende weiter aus.

Auch wenn das Vereinsleben reibungslos läuft, machen ihn zwei Umstände nachdenklich: einerseits der Mitgliederrückgang und andererseits mangelnde Bereitschaft der Jugend, sich für den Verein und das gemeinsame Hobby zu interessieren. Dies zu ändern, müsse Hauptaufgabe der Zukunft sein. Des Weiteren sei die Kameradschaft im Verein ein wichtiges Ziel, wenngleich aus sportlicher Sicht vordere Plätze erfreulich sind. In den 33 Jahren hat Manfred Stark viele Termine wahrgenommen. Deshalb dankte er seiner Frau Doris für ihr Verständnis.

Kein Vereinsleben, kein Schießbetrieb, kein Schützenfest

Sein letztes Jahr als Vorsitzender hatte sich Manfred Stark eigentlich ganz anders vorgestellt. Verschiedene Ereignisse sorgten jedoch für einen ungewöhnlichen Verlauf. Pandemie-bedingt ruhten das Vereinsleben und auch der Schießbetrieb über Monate. Sowohl im vergangenen Jahr als auch heuer musste das traditionelle Schützenfest ausfallen. Demnach konnte kein neues Königshaus ermittelt werden.

Nachdem im Februar letzten Jahres Ehrenvorsitzender Heinz Vollrath verstorben war, sollte anlässlich des Hauptschießens eine Gedächtnisscheibe ausgeschrieben werden. Auch das war nicht möglich. Beim nächsten Hauptschießen ist ein neuer Anlauf geplant.

Einige Ausgaben, aber keinerlei Einnahmen

Im März gab es eine weitere Schreckensnachricht: Im Wirtschaftsraum des Schützenhauses hatte sich der Fliesenboden aus unerklärlichen Gründen gelöst. Dieser Schaden zog weitere Arbeiten nach sich, ebenso den Einbau einer neuen Heizung.

Während der Verein einiges Geld in die Hand genommen hat, fehlten aufgrund des ruhenden Betriebs jegliche Einnahmen. Die sportlichen und geselligen Veranstaltungen waren mit den Rundenwettkämpfen, dem Abschießen, einem Treffen der Führungsriege und einem Weißbierfest – vor Corona – überschaubar.

Das vergangene Jahr habe gezeigt, wie schnell sich unvorhergesehene Ereignisse auf die Finanzen des Vereins auswirken. „Daher ist genau abzuwägen, ob und welche Investitionen in den kommenden Jahren angegangen werden können“, betonte der Vorsitzende. Ebenso müsse man sich schon jetzt Gedanken über das 100-jährige Jubiläum im Jahr 2025 machen. Auch diese Veranstaltung wird den „Tellerkameraden“ Geld kosten.

Die neue Führung

Vorsitzender André Recknagel (neu), 2. Vorsitzender Peter Mergner (neu), Kassier Frank Marschall, Stellvertreterin Katja Berghold, Schriftführer Philipp Knauer (neu), Stellvertreterin Simone Recknagel, Schützenmeister Maik Stark, 2. Schützenmeister Heiko Stamm (neu), 3. Schützenmeisterin Julia Hertzog (neu), Jugendleiter Alexander und Tobias Merz, Damenleiterinnen Claudia Frank und Simone Dellert, Vergnügungsausschuss Klaus Jacob, André Birnstiel, Ingo Panzer und neu Oliver Scheler, Haus-und Platzwart Frank Ueberfeld und Enrico Dietz, Kassenprüfer Gerhard Kirchner und Volker Recknagel.

Ehrungen

André Recknagel (25 Jahre), Werner Butz, Harald Platsch, Manfred Knauer, Norbert Lux (50 Jahre), Rudi Trenkwald (60 Jahre), Ehrenmitglieder Klaus Jacob und Ernst Carl.
 

Von Alexandra Kemnitzer

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