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BURGSTALL

Am Obermain blüht jetzt der Hopfen

Am Obermain blüht jetzt der Hopfen
Die grünen, reifen Blütendolden des weiblichen Hopfens leuchten jetzt an Gartenzäunen und in Hecken, wie hier in Burgstall die Wildform. Foto: Christa Schröder

In Gebüschen, Gärten und an Waldrändern leuchten jetzt die hellgrünen weiblichen Blütenstände des Hopfens. Allen bekannt sind sie als wichtiger Bestandteil des Bieres: Hopfen sorgt im bayerischen Nationalgetränk für eine beruhigende Wirkung.

Frisch oder getrocknet ergeben die grünen Dolden nicht nur eine gute Bierwürze, sondern auch einen sehr gesunden Tee. Für einen Aufguss nimmt man einen Esslöffel Blüten auf einen Viertelliter Wasser und lässt ihn sechs bis acht Minuten ziehen. Der Tee wirkt sehr blutreinigend, antibakteriell, beruhigend, krampflösend und fördert den Schlaf. Die vielen Bitterstoffe im Hopfen schaffen zusätzlich bei der heutigen oft übersäuerten Ernährung, einen Ausgleich.

Das Schlinggewächs braucht im Garten eine Rankhilfe

Es werden nur die Ähren der weiblichen Pflanzen verwendet. Der Hopfen ist nämlich zweihäusig. Das heißt, dass die Geschlechter nach Frau und Mann wie bei den Menschen getrennt sind. Die männlichen Pflanzen bringen aber nur kleine und unscheinbare Blüten hervor, die nicht verwendet werden.

Der Hopfen gehört zu den Schlinggewächsen und benötigt deshalb beim Anbau im Garten eine Rankhilfe. Bei der Dorfverschönerung begrünen Gartenbauvereine oft Laternenmasten mit dieser Kletterpflanze, die sich im Uhrzeigersinn emporwinden kann. Der Hopfen wächst jedes Jahr bis zu sieben Meter hoch. Vorteilhaft ist es, wenn die weiblichen Pflanzen angebaut werden. Wie bei einer Staude sterben die oberirdischen Teile jedes Jahr völlig ab. Die frischen Triebe im Frühling sind wie Spargel essbar.

Auch ein Anzeiger früherer Braukultur

Wild wächst der Hopfen auf relativ feuchten und nährstoffreichen Lehmböden an Bäumen, Sträuchern und auch Zäunen hoch. Der echte Hopfen mit dem Namen Humulus lupulus kann bis zu 50 Jahre alt werden. Die Wildformen kommen aber selten vor.

Oft ist der Hopfen dort vermehrt heimisch, wo früher in den Dörfern und Städten gebraut wurde. Somit ist er auch ein Anzeiger früherer Braukultur. Der Anbau fand direkt vor Ort statt und ist bis zum achten Jahrhundert nachzuweisen. Heute findet der Anbau zentral statt. Wenn man nach München fährt, kann man in der Holledau Felder mit langen Stangen und Drähten sehen.

Daran werden die Triebe des Hopfens jedes Jahr neu an Schnüren sieben Meter hochgezogen.

Von Christa Schröder

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