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MICHELAU / MARKTZEULN

Abwasserzweckverband: Mehrkosten für Michelauer Kläranlage

Abwasserzweckverband: Mehrkosten für Michelauer Kläranlage
Neuer Vorsitzender des Abwasserzweckverbands Marktzeuln-Michelau ist Dirk Rosenbauer (Mitte), sein Stellvertreter Gregor Friedlein-Zech (li.). Verabschiedet wurde der ausscheidende Vorsitzende Helmut Fischer. Foto: Karin Sträßner

Einen Führungswechsel beim Abwasserzweckverbands Marktzeuln-Michelau brachten die Kommunalwahlen. Als Vorsitzender löste der neue Michelauer Bürgermeister Dirk Rosenbauer den bisherigen Amtshinhaber Helmut Fischer ab, Stellvertreter bleibt Gregor Friedlein-Zech. Verbandsräte sind neben Dirk Rosenbauer (CSU) und Gregor Friedlein-Zech (UBMz) Roland Braun (SPD), Jürgen Eckstein (SPD), Erwin Grünbeck (CSU), Ralph Herbst (CSU), Andrea Hoch (FW), Roland Ponsel (CSU), Jutta Stark (UBMz) und Michael Stettner (JB).

In der konstituierenden Sitzung im Michelauer Rathaus am Montagabend ging der amtierenden Verbandsvorsitzenden (Helmut Fischer) wegen der vielen neuen Verbandsräte auf die Situation des Abwasserzweckverbands ein. Der Verbamd wurde 1978 von Marktzeuln, Schwürbitz, Neuensee und Lettenreuth für 4500 Einwohner gegründet. Erst 2009 kam der Kernort Michelau dazu, so dass er für 8000 Einwohner zuständig war. „Stolz können wir auf die äußerst günstigen Abwasserpreise von 2,13 Euro pro Kubikmeter im Vergleich zu anderen Gemeinden im Landkreis sein“, betonte Fischer. Nicht vergessen dürfe man zudem die preiswerte Grundgebühr, die in Michelau nur 18 Euro pro Jahr betrage, während sie andernort bis zu 60 Euro im Jahr betrage..

Kanalnetz von 110 Kilometern wird regelmäßig ausgebessert

Das Kanalnetz umfasse 110 Kilometer und sei circa 50 bis 60 Jahre alt, erklärte Fischer. Dazu gehören Pumpstationen und Regenüberlaufbecken. Das Kernstück bildet die Kläranlage. Alle Jahre werde das Kanalnetz Stück für Stück saniert und mit einem eigenen Gerät zur Kamerabefahrung auf Schäden geprüft. Das Haushaltsvolumen umfasse 1,3 bis 1,4 Millionen Euro. Der Schuldenstand betrage 56 000 Euro, was einer pro- Kopf- Verschuldung von 82 Euro entspreche. Die Finanzierung der Mischwasserbeseitigungsanlage wurde von den Bürgern über Beitragsbescheide in Teilbeträgen erhoben. Bisher wurden 90 Prozent der Kosten eingefordert.

Der neu gewählte Vorsitzende Dirk Rosenbauer bedankte sich bei Helmut Fischer für die 14 Jahre als Verbandsvorsitzender. Und der neue Amtsinhaber gab einen guten Rat von Helmut Fischer preis: „Mach?s kurz, sonst kriegst du noch Ärger mit mir!“

Bürgermeister Friedlein-Zech fügte noch hinzu, dass in der Vergangenheit immer ein harmonisches Miteinander geherrscht habe und Marktzeuln stets auf Augenhöhe behandelt worden sei: „Der AZV ist ein vorbildliches Konstrukt für kommunale Zusammenarbeit.“

Zuschuss von 1,25 Millionen Euro hilft die Mehrkosten auszugleichen

Verbandsvorsitzender Rosenbauer teilte mit, dass Mehrkosten von 750 000 Euro bei der Sanierung der Kläranlage und der Mischwasseranlage anfallen werden. Der Abschluss der Arbeiten sei für August oder September geplant. Da ein öffentlicher Zuschuss in Höhe von 1,25 Millionen Euro bewilligt wurde, könne man die Mehrkosten damit abfangen. Dies sei ein positives Signal für alle Beteiligten und die Grundstückseigentümer. Der Haushalt liege zur Ansicht im Rathaus aus.

Andrea Hoch regte eine Begehung der Kläranlage nach Fertigstellung an.

Auftragsvergaben

In nichtöffentlicher Sitzung hat die Verbandsversammlung folgende Beschlüsse gefasst:

Mit der periodische Inspektion der Abwasserkanäle für den Bereich des Wasserschutzgebietes im Gemeindeteil Michelau für rund 78 600 Euro wurde die Firma Schopf, Michelau, beauftragt. Einen Gewässerentwicklungsplan/Kanalsanierungsplan für rund 30 000 Euro erstellt das Ingenieur-Büro Schneeberg und Kraus, Igensdorf. Mit Kanal-Schachtsanierungen im Zweckverbandsgebiet wurde für 8000 Euro die Firma kds-technik GmbH, Eppelborn, beauftragt.

Für die Sanierung der Kläranlage und der Mischwasserbehandlungsanlage wurde mit der Verblendung der Giebel der bestehenden Gebäude für 23 100 Euro die Firma Gärtner, Michelau, beauftragt; mit Malerarbeiten für 15 400 Euro die Firma Markus Gahn, Marktzeuln; mit der Erstellung einer Dienst- und Betriebsanweisung für 10 000 Euro das Ingenieur-Büro Schneeberg und Kraus, Igensdorf; mit der Vorplanung, Variantenuntersuchungen, Wirtschaftlichkeitsberechnungen bezüglich des Regenüberlaufbeckens Zettlitz (Leistungsphase eins bis zwei) für 10 500 Euro das Ingenieur-Büro Schneeberg und Kraus, Igensdorf; mit einem Nachtrag für Asphaltarbeiten die Firma Dietz (Nachgenehmigung) für 35 000 Euro.

Von Karin Sträßner

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