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REUNDORF

Jetzt über 6000 Mitglieder beim VdK-Kreisverband Lichtenfels

VdK-Kreisgeschäftsführerin Christine Rieder bei ihrem Vortrag. Foto: Roland Dietz

Der VdK konnte in diesem Jahr die Schallmauer von 6000 Mitgliedern im Kreis Lichtenfels knacken. Die Menschen fühlen sich im sozialen Bereich von der Regierung nicht mehr ausreichend vertreten, sagte Kreisvorsitzender Heinz Wittmann den über 100 Delegierten bei der Jahresauftaktversammlung in der Maintalhalle in Reundorf. Der VdK hingegen treffe mit seinem Handeln den Nerv.

Mit Verena Bendele und Ulrike Mascher habe der VdK genau die richtige Mischung an der Spitze, die den Verband im Bund und im Freistaat Bayern noch stärker macht. Mit den sozialpolitischen Themen würden die Bürger in ihren höchstpersönlichen Interessen angesprochen.

Die Zahl derjenigen, die von ihrer Rente nicht leben können, steigt

80 Prozent der Erwerbstätigen gingen davon aus, dass sie im Alter von der gesetzlichen Rente nicht leben können. In Deutschland wachse zwar die Zahl von Millionären und Milliardären. Es steige aber auch die Zahl derer, die nicht von ihrer Rente leben können. Kleine Renten seien das Resultat von schlecht bezahlten Jobs, Arbeitslosigkeit, Krankheit, aber auch von Berufspausen wegen Kindererziehung oder der Pflege von Angehörigen.

Um soziale Härten im Alter abzufedern und gesellschaftlich wichtige Arbeit wie Kindererziehung und Pflege von Angehörigen besser zu honorieren, müssten Rentenanteile aus Steuern finanziert werden, wie es der VdK seit Jahren fordere. Mit dem jüngsten Rentenpacket werde das Rentenniveau vorerst bis 2025 stabilisiert und eine Grenze für die Erhöhung des Rentenversicherungsbeitragssatzes bei 20 Prozent eingeführt. Dies entspreche einer Forderung des VdK vor der vorigen Bundestagswahl.

Groß-Demo des VdK am 28. März mit über 30 000 Menschen

Heinz Wittmann bezeichnete es als sehr ungerecht, dass in Deutschland nicht alle Erwerbstätigen in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. In Österreich gehörten beispielsweise Beamte und Selbstständige auch zu den Beitragszahlern. Arbeitgeber zahlten außerdem einen höheren Rentenversicherungsbeitrag als die Arbeitnehmer. Die Renten seien damit insgesamt erheblich höher und würden sogar 14-mal im Jahr ausbezahlt. Am Samstag, 28. März, werden bei einer Groß-Demo mit anschließender Kundgebung in München unter dem Motto „Rente für alle“ über 30 000 Menschen den VdK-Forderungen Nachdruck verleihen, kündigte der Vorsitzende an.

Eine gerechte Sozialpolitik nannte Wittmann die Basis für gesellschaftlichen Zusammenhalt und sozialen Frieden im Land. Der VdK erteile all denen eine Absage, die verschiedene soziale Gruppen gegeneinander ausspielen.

2420 Einzelberatungen zu fast 4000 Fragen des Sozialrechts

In Zahlen fasste Kreisgeschäftsführerin Christine Rieder die Tätigkeiten in der Geschäftsstelle des Landkreises. So brachte die diesjährige HWH-Sammlung (Helft Wunden heilen) mit 14 091,83 Euro ein sehr gutes Ergebnis. In der Kreisgeschäftsstelle seien im vergangenen Jahr insgesamt 2420 Einzelberatungen erfolgt, bei denen fast 4000 Fragen zum Sozialrecht beantwortet wurden.

VdK-Kreisvorsitzender Heinz Wittmann. Foto: Roland Dietz

Spitzenreiter bildeten weiterhin das Rentenversicherungsrecht mit 1677 Anliegen und 868 Anliegen im Schwerbehindertenrecht. Weitere Anfragen habe es zur Kranken- und Pflegeversicherung gegeben, zur Feststellung von Pflegegraden, zum Krankengeld sowie zu Fragen zur Grundsicherung und dem Entschädigungsrecht. Insgesamt seien 552 Antragstellungen bearbeitet worden. 284 Anträgen sei komplett und 104 Anträgen zum Teil stattgegeben worden. Es sei 43-mal Klage erhoben worden. Für die Mitglieder habe der VdK im vergangen Jahr im Bereich der Rentenversicherung insgesamt einen Betrag vom 347 044,94 Euro an Nachzahlungen erwirken können.

„Sie machen das Leben im sozialen Bereich heller, freundlicher und menschlicher.“
Andreas Hügerich, Bürgermeister

Die positive Entwicklung des VdK sehe sie auf drei starken Säulen stehen: die ausgezeichnete und engagierte Arbeit im Ehrenamt, die durchweg erfolgreiche Sozialpolitik und Öffentlichkeitsarbeit des Landesverbandes und die sehr gute Sozialrechtsberatung in den Geschäftsstellen.

Bürgermeister Andreas Hügerich lobte in seinem Grußwort das große ehrenamtliche Engagement des VdK. In einer sich schnell ändernden Gesellschaft werde dies immer wichtiger. Wo soziale Probleme auftauchen, sei der VdK zur Stelle. Hügerich: „Sie machen das Leben im sozialen Bereich heller, freundlicher und menschlicher.“

„Fridays gegen Altersarmut“ eine Plattform für politische Gruppen?

Stellvertretende Landrätin Monika Faber überbrachte die Grüße des Landkreises. Sie ging auf die Bewegung „Fridays gegen Altersarmut“ ein. Es stelle sich die Frage, ob hier nicht politische Gruppen eine Plattform haben wollen. Mit ihrem Thema sei diese Bewegung nur eine billige Kopie gegenüber dem VdK oder anderen Wohlfahrtsverbänden.

Die Vertreterin der Frauen im Kreisverband, Martina Buhr, informierte über ihre Tätigkeit. Stellvertretender Vorsitzender Dieter Werthmann berichtete von der in Redwitz gestarteten Aktion VdK-Pflegebegleiter. Sie besuchen pflegebedürftige Menschen, die Zuwendung brauchen, auch, um pflegende Angehörige zu entlasten. Auf zehn erfolgreiche Jahre blickte stellvertretende Bezirksvorsitzende Ulrike Wich zurück.

Von Roland Dietz

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