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LICHTENFELS

Musiker schenken besinnliche Freude in der Stadtpfarrkirche

Die vereinten Chöre der Chorgemeinschaft und des Vokalensembles „Nuova Canzone“ unter der Leitung von Jitka Maisel beeindruckten die zahlreichen Besucher des Adventskonzerts und stimmten sie auf das Weihnachtsfest ein. Foto: Alfred Thieret

Ein adventliches Konzert mit der Chorgemeinschaft Liturgischer Chor/Sängergilde, der Vokalgruppe Nuova Canzone unter der Leitung von Jitka Maisel, die alle Lieder am Klavier begleitete und mit dem Blechbläserensemble des Musikvereins Ellerntal unter der Leitung von Martin Lorenz fand am Sonntagabend in der Stadtpfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“ einen sehr großen Anklang. Pfarrer Roland Neher freute sich, dass er gleichsam als Hausherr und zugleich auch als Chormitglied so viele Besucher in der voll besetzten Kirche begrüßen konnte.

Jitka Maisel begann das Konzert an der Orgel mit dem Lutherchoral „Nun komm, der Heiden Heiland“, der über Jahrhunderte das Hauptlied der Adventszeit war, in einer Orgel-Bearbeitung des vermutlichen Bachschülers und Kreuzkantors Gottfried August Homilius, dessen Werk in letzter Zeit wiederentdeckt wurde.

Gelungener dreistimmiger Kanon

Die mit dem Vokalensemble verstärkte Chorgemeinschaft brachte dann mit dem dreistimmigen Kanon „Meine Seele wartet auf den Herrn“, dem der Psalm 130 zugrunde liegt, das Vertrauen auf die Erlösung durch Gott zum Ausdruck, um dann mit dem „Psallite“ mit freudvollen Stimmen ein Lob auf die Allmacht Gottes auszubringen.

Diese Stimmung steigerte noch die Chorgemeinschaft alleine mit dem herrlichen Jubelgesang auf den Schöpfer „Stimmt an dem Herrn ein neues Lied“, eine Weihnachtsmotette von Johann Valentin Rathgeber (1682-1750), der der Psalm 98 zugrunde liegt. Mit dem nächsten Beitrag widmete sich der Chor mit „Es ward ein Kind geboren“ einem nachdenklicheren Weihnachtslied der Kategorie „Neues Geistliches Lied“ von Arnim Juhre.

Das Blechbläserensemble des Musikvereins Ellerntal intonierte zunächst den populären amerikanischen Weihnachtssong „It?s the most wonderful time of the year“, dann das feierliche „Ave Maria“ des italienischen Komponisten Giulio Caccini (1551-1618), das erst in jüngster Zeit durch Interpreten wie Andrea Bocelli wieder bekannt wurde und schließlich mit „Nun sei uns willkommen , Herre Christ“ eines der ältesten bekannten Weihnachtslieder.

Als Übergang von den Bläsern zum Chor interpretierte Jitka Maisel an der Orgel eine Pastorale von Zdenek Pololanik, einem der bekanntesten zeitgenössischen tschechischen Komponisten, schließlich wuchs ja auch Jitka Maisel im südmährischen Zlin auf.

Drei Lieder von Eugen Eckert

Gleich drei Lieder des bekannten Liedertexters Eugen Eckert (geboren 1954) vor allem im Hinblick auf das „Neue Geistliche Lied“ hatte Jitka Maisel mit dem Vokalensemble Nuova Canzone einstudiert. Schon die Anfangszeile „In kalter Zeit der Wärme trauen“ des ersten Liedes verdeutlicht, dass man, selbst wenn nicht immer alles nach Wunsch läuft, den Glauben an eine bessere Zukunft nicht aufgeben darf, sondern vielmehr das Saatkorn Hoffnung stetig säen soll. Mit dem Lied „Und dann kamst du“ ließen die Ensemblemitglieder ein „Ehre sei Gott in der Höhe“ verbunden mit dem Wunsch nach Frieden erschallen, während sie mit „Lasst uns gehn nach Bethlehem“ auf das dortige Geschehen vor über 2000 Jahren Bezug nahmen.

Das Blechbläserensemble des Musikvereins Ellerntal mit seinem Leiter Martin Lorenz (2. v. li.) erfreute die Besucher des Adventskonzerts mit festlicher Musik. Foto: Alfred Thieret

Der zweite Auftritt der Blechbläser stand ganz im Zeichen barocker Musik. Er begann mit einer Sonata des italienischen Komponisten Giovanni Battista Bounamente (1595-1642), gefolgt von einer Gavotte aus der Tanzsammlung Terpsichore, wobei man sich die anmutigen und graziösen Tanzschritte dieses höfischen Tanzes vorstellen konnte, sowie einer Sonata des englischen Komponisten Henry Purcell (1659-1695).

Zum abschließenden Höhepunkt sangen die vereinten Chöre der Chorgemeinschaft und des Vokalensembles mit „Jesus bleibet meine Freude“ und „Freuet euch all“ zwei Werke der herausragenden Barockkomponisten Johann Sebastian Bach (1685-1750) und Georg Friedrich Händel (1685-1759), in denen die freudige und tief empfundene Innigkeit barocker Religiosität deutlich zum Ausdruck kam.

Konzert mit gelungener Mischung

Das Konzert bot mit einer gelungenen Mischung von Instrumentalmusik und Chormusik eine wundervolle Einstimmung auf die Advents- und Weihnachtszeit. Die von der Kirchenmusikerin Jitka Maisel sehr gut eingestimmten Chöre beeindruckten mit einem vielseitigen, ausdrucksstark vorgetragenen Repertoire ebenso wie das Bläserensemble des Musikvereins Ellerntal mit seiner festlichen konzertanten Bläsermusik.

Für den reichlichen Beifall der Zuhörer bedankten sich die Chöre mit dem eingängigen Lied „In der Mitte der Nacht“ und das Bläserensemble mit der lustigen Pferdeschlittenfahrt „Sleigh Ride“ als Zugabe. Der Erlös des Benefizkonzertes soll dem Auf- und Ausbau der Geburtshilfe- und Kinderstation im German Doctors Hospital in Sierra Leone in Westafrika zugutekommen.

 

Von Alfred Thieret

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