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LICHTENFELS

Gericht: Geldstrafe für Lichtenfelser, der seine Freundin prügelt

Im Amtsgericht in der Kronacher Straße in Lichtenfels wird Recht gesprochen. Foto: Markus Drossel

Was mit einem Abendessen begonnen hatte, endete mit Handgreiflichkeiten. Daher wird der 9. März einem Mann und einer Frau aus Lichtenfels noch lange in Erinnerung bleiben. Wie es zu der gefährlichen Körperverletzung gekommen war, wurde jetzt vor dem Amtsgericht Lichtenfels untersucht.

So hart habe der 56-jährige Arbeitslose seine Freundin gegen den Kopf geschlagen, dass sie Blutergüsse davontrug. Sogar eine Socke soll er ihr in den Mund gestopft und sie gewürgt haben. Dabei fing alles mit Rotwein, Whisky-Cola und Sekt ganz harmonisch an, doch offenbar war es zu viel davon.

Nachdem sie ihn ihm Rausch beleidigte, schlug er zu

„Sie war auf Fortbildung gewesen und kam zurück. Da ist sie abends schon a weng bedrückt reingekommen. Ich habe Essen gekocht, Sekt aufgemacht und Parfüm gekauft", berichtete der Angeklagte auf Fragen von Staatsanwalt Michael Koch und Richter Alexander Zenefels. Gegen 23 Uhr sei die Situation eskaliert. Ursache sei wohl der Alkoholkonsum der Frau gewesen, die neben einem Glas Whisky-Cola noch zwei Flaschen Wein geleert habe. „Trottel“ sei noch das freundlichste Prädikat gewesen, mit dem sie ihn beleidigt habe. Und sie habe ihn in den Unterleib getreten.

Daraufhin habe er zugeschlagen. „Aber das mit der Socke stimmt nicht", versicherte der Mittfünfziger. Er merkte auch an, dass sich die Frau aufgrund ihres Rauschs selbst verletzt habe, indem sie im Flur gefallen und gegen den Türrahmen gestoßen sei. Der Angeklagte schilderte die Frau als „sehr eifersüchtig." So habe sie ständig sein Handy kontrolliert. Es habe sie wohl auch gestört, dass er noch einen guten Draht zu seiner Ex-Freundin pflegte.

Auf die Frage des Richters, ob es schon einmal zu körperlichen Auseinandersetzungen zwischen dem Paar gekommen war, räumte der Angeklagte ein, einmal habe er die Frau geschlagen: „Aber das war net sehr schlimm." Worauf der Richter rügte: „Das sollte eher die Frau entscheiden."

Sie habe „komplett blaues Auge“ gehabt, unter dem sie wochenlang gelitten habe, berichtete die Frau. Es sei wohl keine Socke gewesen, sondern ein anderes Kleidungsstück, das ihr der Mann in den Mund gestopft habe. Drei Mal habe er sie zuvor schon geschlagen.

Rechtsanwalt Manfred Glöckner verwies darauf, dass sein Mandanten nicht vorbestraft sei und plädierte darauf, es bei einer Geldauflage zu belassen. Da das Paar mittlerweile nicht mehr zusammen ist, stünde eine neuerliche Gewalttätigkeit nicht zu befürchten. Der Richter verurteilte den Hartz-IV-Empfänger zu einer Geldstrafe von 1000 Euro, von denen er die Hälfte an das Opfer zahlen muss.

Von Markus Häggberg

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