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Dr.-Roßbach-Grundschüler spielen mit Rekkenze Brass

Dr.-Roßbach-Grundschüler spielen mit Rekkenze Brass
Acht Schüler spielten spontan mit ihrer Lehrerin Cornelia Kassens (re.) mit Kinderposaunen unter Begleitung des Ensembles ein Musikstück. Foto: Alfred Thieret

Die Rektorin Pia Löffler der Dr.-Roßbach-Grundschule kündigte kürzlich gleich in der ersten Schulstunde den im Gymnastikraum versammelten Erst- und Zweitklässlern ein tolles Musikerlebnis an. Und sie hatte ihnen nicht zu viel versprochen.

Dr.-Roßbach-Grundschüler spielen mit Rekkenze Brass
Der Schüler Adisen traute sich zu, die einzelnen Instrumente von tiefer nach hoher Stimmlage einzuordnen, folglich nahm er zuerst Rainer Streit mit der Tuba, dem Instrument mit dem tiefsten Ton, an die Hand. Foto: Alfred Thieret

Das international bekannte Blechbläserquintett „Rekkenze Brass“ mit den beiden Trompetern Benjamin Sebald und Florian Zeh, der Posaunistin Elisabeth Nußrainer, dem Waldhornisten Sebastian Krügel und dem Tubisten Rainer Streit zog die Schüler gleich mit dem einleitenden Musikstück La Spagnoletta, einem italienischen Tanzlied von Michael Praetorius (1571-1621), in seinen Bann.

„Wir möchten euch dazu animieren, ein Musikinstrument zu erlernen oder sich weiter fortzubilden, falls ihr schon ein Instrument spielt.“
Rainer Streit, dienstältestes Mitglied von „Rekkenze Brass“

Unter dem Motto „3Klang“ – Musik für Körper, Geist und Seele“ will „Rekkenze Brass“ den Kindern ein interaktives Konzerterlebnis bieten, das Körper, Geist und Seele in Einklang bringt, betonte Rainer Streit, das dienstälteste Mitglied des Ensembles. „Wir möchten euch dazu animieren, ein Musikinstrument zu erlernen oder sich weiter fortzubilden, falls ihr schon ein Instrument spielt.“ Mit diesen Worten wandte er sich an die Kinder. In der Folge banden die Profimusiker die Kinder in das Geschehen ein und weckten so deren Interesse für die Musik.

So verdeutlichte Benjamin Sebald den Jungen und Mädchen die unterschiedlichen Rhythmen eines Musikstückes am Beispiel des Ungarischen Tanzes Nr. 5 von Johannes Brahms, indem er verschieden schnell ein buntes Tuch schwang und zeitweise in die Luft warf und auffing, was auch die Kinder synchron mitmachen durften, um ein entsprechendes Rhythmusgefühl zu bekommen.

Dr.-Roßbach-Grundschüler spielen mit Rekkenze Brass
Das Ensemble Rekkenze Brass mit dem Tubisten Rainer Streit, der Posaunistin Elisabeth Nußrainer, dem Trompeter Benjamin Sebald, dem Hornisten Sebastian Krügel und dem Trompeter Florian Zeh (von links) bereitete den Erst- und Zweitklässlern der Dr.-Roßbach-Grundschule eine interessante und lehrreiche Musikstunde. Foto: Alfred Thieret

Dem gleichen Grund dienten später verschiedene Armbewegungen von Benjamin Sebald, denen die Jugendlichen auch folgen sollten. Die Kinder lernten aber auch kennen, dass man mit Musik die verschiedenartigsten Stimmungen zum Ausdruck bringen kann. So erkannte ein Schüler sofort, dass das von Florian Zeh mit seiner Trompete gespielte Lied vom guten Kameraden eine traurige Stimmung zum Ausdruck bringt und daher oft am Volkstrauertag gespielt wird. Der von der Posaunistin Elisabeth Nußrainer dargebrachte Beitrag mit einem stufenweisen Tonabfall wurde von den Schülern als lustig, überraschend oder erschreckend bezeichnet.

Die Tuba: unheimlich wie ein Monster

Die vom Hornisten Sebastian Krügel gespielte sanfte Weise empfanden die Kinder dagegen romantisch und melancholisch. Rainer Streit entlockte seiner Tuba neben den gewohnt tiefen Tönen, die nach Ansicht einiger Kinder unheimlich wie ein Monster klangen, auch weniger furchterregende Klänge.

Schließlich spielten die Musiker ein Potpourri bekannter Melodien, die die Schüler erraten sollten. Diese erkannten sie meist sehr schnell, vor allem, wenn es sich um Filmmusiken handelte. So war unter anderem Pipi Langstrumpf, rosarote Panther, Fluch der Karibik zu hören. Alte Volkslieder wie „Ein Männlein steht im Walde“, „Brüderchen, komm tanz mit mir“ oder „Weißt du wie viel Sternlein stehen?“ wurden dagegen weniger erkannt.

Dr.-Roßbach-Grundschüler spielen mit Rekkenze Brass
Rainer Streit spielt mit einer grün gefärbten Posaune die Froschpolka und ahmt dabei die Quak-, Quaklaute des Frosches perfekt nach. Foto: Alfred Thieret

Auf die Frage, wer die Instrumente des Ensembles kennt, meldete sich ein Junge. Er sollte auch gleich die einzelnen Instrumente von tiefer nach hoher Stimmlage einordnen, was ihm auch mit etwas Hilfe von Rainer Streit gelang. Streit informierte auch über einige ungewöhnliche Instrumente, die früher von bestimmten Völkern zur Verständigung verwendet wurden. So nutzten einst die Wikinger eine gekrümmte Meereshornschnecke als eine Art Trompeteninstrument und das bekannte Blasinstrument Didgeridoo der australischen Ureinwohner Aborigines führte er sogar vor.

Instrumente früher zur Völkerverständigung eingesetzt

Dann stellten die Musiker ihre Instrumente im Hinblick auf die einzelnen Teile genauer vor und erzeugten mit ihren Instrumenten Töne, die Tierlauten täuschen ähnlich klangen. So ahmte Sebastian Krügel mit seinem Waldhorn das laute Tröten eines Elefanten nach, Elisabeth Nußrainer mit ihrer Posaune das Wiehern eines Pferdes und Rainer Streit mit der mit einer grünen Posaune gespielten Froschpolka das Quaken eines Frosches.

Anschließend holte Rainer Streit acht Schüler, die sich für Blasmusik interessierten, vor zur Bühne, drückte ihnen jeweils eine rote Kinderposaune (pBuzz) in die Hand und ließ sie unter Begleitung der Ensemblemitglieder den James Brown-Hit „I got you“ spielen. Zum Abschluss konnten die Kinder noch ihre Stimmen erklingen lassen, indem sie zu der Melodie des C-Jam Blues des bekannten Jazzmusikers Duke Ellington mit „Lichten-, Lichtenfels“ ein textlich einfaches Lied sangen, was aber trotzdem viel Spaß machte.

Die Schüler erlebten voller Begeisterung mit dem Ensemble Rekkenze Brass eine kurzweilige Musikstunde, in der sie erkannten, wie vielseitig Musik hinsichtlich Instrumente, Rhythmus oder Stimmungslage sein kann.

Von Alfred Thieret

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