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Mistelfeld: Vom Kaffeegenuss mit gutem Wissen

Kaffeegenuss mit gutem Gewissen: Jürgen Müller aus Mistelfeld entwickelte eine Maschine für die Herstellung von wiederverwendbaren Kaffeekapseln. Landrat Christian Meißner informierte sich beim Firmenbesuch über den langen Weg von der Idee bis zum fertigen Kaffee. Foto: Heidi Bauer/Landratsamt

Landrat Christian Meißner ist leidenschaftlicher Kaffee- und Espressotrinker. Die Erfindung eines Maschinenbauers aus Mistelfeld ließ ihn aufhorchen und deswegen machte er sich auf den Weg zu Müller Mechanik. Jürgen Müller ist Tüftler aus Leidenschaft und wollte seinen eigenen Beitrag für nachhaltigen Kaffeegenuss liefern um Ressourcen und Umwelt zu schonen. Er entwickelte eine wiederverwend- und -befüllbare Kaffeekapsel. Eigens für die Herstellung der Kapsel entwickelte Jürgen Müller eine Technik und konstruierte spezielle Werkzeuge und Vorrichtungen, um das Produkt in der eigenen Firma zu fertigen. Die Produktion ist angelaufen, der Vertrieb muss noch ein wenig in Gang kommen.

Kein Unbekannter in der Branche

Acht Kaffeemaschinen stehen im Büro von Jürgen Müller: „Es war ein ziemlich langer Weg, bis die wiederverwendbare Kapsel serienreif war“, erläuterte der Erfinder Landrat Christian Meißner und Wirtschaftsförderer, Helmut Kurz, beim Firmenbesuch. Die Ideenschmiede ist in angrenzenden Räumlichkeiten des Wohnhauses der Müllers beheimatet. Hier entwickelt er seine Ideen, ist Ansprechpartner, wenn es um Metall-, Holzbearbeitung und vieles mehr geht. Vor allem konstruiert und baut er bis dato Maschinen für Gleitschleiftechnik. Damit hat sich der gelernte Maschinenschlosser in der Branche einen Namen gemacht.

Eine Kaffeekapsel, 150 Brühvorgänge

Bis dato entwickelt Jürgen Müller vorwiegend Maschinen für Gleitschlifftechnik, ist Partner für Metall- und Holzbearbeitung, Schweißgeräte und Kompressoren. Damit hat sich der gelernte Maschinenschlosser in der Branche einen Namen gemacht. Foto: Heidi Bauer/Landratsamt

Die Anregung für die nachhaltigen Kaffeekapseln lieferten Medienberichte über die gewaltigen Müllaufkommen von Einwegkapseln, welche ihn aufschreckten und damit seinen Erfindergeist anspornten: Zwar gebe es schon wiederverwendbare Kapseln aus Edelstahl, doch seien diese in der Handhabung nicht ganz so benutzerfreundlich, sagt Jürgen Müller. Doch nicht nur das war ein Problem, dass es zu lösen galt, sondern auch die bürokratischen Herausforderungen mussten gelöst werden, von der Lebensmittelsicherheit über das Verpackungsrecht bis hin zur Patentierung. Außerdem musste sich der Mistelfelder Konstrukteur noch tiefer in das Thema Spritzgusstechnik einarbeiten – mit Erfolg. Das Ergebnis ist eine Kaffeekapsel, die für bis zu 150 Brühvorgänge verwendet werden kann, und eine eigene geschützte Marke namens „capseco“.

Ein weit reichender Beitrag für den Umweltschutz

„Auch ich finde es erschreckend, wie viel Müll mit Einweg-Kaffeekapseln produziert wird“, bestätigt Landrat Christian Meißner. „Nachhaltigkeit ist nicht nur das Thema, sondern auch das Gebot der Stunde.

Umso mehr freue ich mich, dass mit Jürgen Müller ein Bürger aus unserem Landkreis eine so bedeutende Erfindung gemacht hat. Sie ist ein weit reichender Beitrag für den Umweltschutz. Ich gratuliere ihm und wünsche ihm damit viel Erfolg.“ (red)

 

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