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MISTELFELD

Rettungsweg im Mistelfelder Schulhaus fehlt

Rettungsweg im Mistelfeler Schulhaus fehlt
Vor dem Einsatzbeginn müssen sich die Atemschutzgeräteträger bei der Atemschutzüberwachung melden. Hier nimmt Christian Schrepfer verschiedene Taten der Atemschutzgeräteträger auf. Foto: Gerd Klemenz

„Zimmerbrand im zweiten Stock in der Leo-Veth-Straße 3, Personen werden vermisst“. Genau um 18.04 Uhr am Dienstagabend ertönte deshalb die Sirene in Mistelfeld. Einige Sekunden zuvor war diese Alarmmeldung, die den Wehren in Klosterlangheim und Oberlangheim galt, abgesetzt worden.

Rettungsweg im Mistelfeler Schulhaus fehlt
Zunächst legten die Floriansjünger zwei Schlauchleitungen, um den Brand mit mehreren C-Strahlrohren zu Leibe zu rücken. Foto: Gerd Klemenz

Es war jedoch kein wirklicher Ernstfall. Es handelte sich nur um eine Übung im Rahmen der Feuerwehr-Aktionswoche. Nach der Alarmierung durch die Integrierte Leitstelle Coburg (ILS) traf die örtliche Feuerwehr als Erste am vermeintlichen Objekt, dem alten Schulhaus, ein. Einige Minuten dauerte es, bis die Kameraden aus Klosterlangheim mit Atemschutz und die aus Oberlangheim mit dem Tragkraftspitzenanhänger angerückt waren.

Christian Ultsch koordiniert die Aktivitäten

Unter der Einsatzleitung von Christian Ultsch, stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Mistelfeld, legten die Floriansjünger zwei Schlauchleitungen, um den Brand mit mehreren C-Strahlrohren zu Leibe zu rücken. Gleichzeitig rüstete sich der Erkundungstrupp mit schwerem Atemschutz aus und „kämpfte“ sich anschließend durch das verräucherte Treppenhaus in das zweite Obergeschoss.

Rettungsweg im Mistelfeler Schulhaus fehlt
Wohlbehalten konnten die Personen aus dem Obergeschoss gerettet werden. Foto: Gerd Klemenz

Über Funk regte der Erkundungstrupp das Einsetzen einer Überdruckbelüftung für das Treppenhaus an. Somit wurden die Rettungs- und Angriffswege im Gebäude gegen Raucheintrag geschützt. Christian Schrepfer von der Feuerwehr Klosterlangheim übernahm die Atemschutzüberwachung vor Ort.

Nach kurzer Zeit zehn Personen in Sicherheit gebracht

Seine Aufgabe bestand darin, regelmäßig und schriftlich die Überwachung der Atemschutzgeräteträger aus Mistelfeld und Klosterlangheim während des Einsatzes zu dokumentieren. Nach kurzer Zeit hatten die Atemschutzgeräteträger die zehn Personen in Sicherheit gebracht.

Rettungsweg im Mistelfeler Schulhaus fehlt
In voller Montur kämpften sich die Atemschutzgeräteträger durch das Treppenhaus. Foto: Gerd Klemenz

Als alle Feuerwehrkameraden am Ende der Übung am Feuerwehrhaus wieder angetreten waren, nahm der Einsatzleiter Christian Ultsch eine kurze „Manöverkritik“ vor und zeigte sich mit dem Übungsablauf zufrieden.

Kreisbrandinspektor Hermann Schuberth bemängelte einen fehlenden Rettungsweg im ehemaligen Schulhaus, wenn das Treppenhaus, wie in diesem Fall verraucht sei. Ein zweiter baulicher Rettungsweg sei dringend notwendig, da im ersten und zweiten Stockwerk regelmäßige Vereinsaktivitäten stattfindet, fügte er an.

Von Gerd Klemenz

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