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LICHTENFELS

CO2-Einsparung die Devise des Lichtenfelser Aktionstags „e³“

Elisabeth Weiß und Roland Groh betreiben die Wasserkraftanlage Heinkelmann im Main bei Maineck. Die seit fast 100 Jahren bestehende Anlage erzeugt aktuell mittels drei Turbinen mit einer elektrischen Gesamtleistung von 130 Kilowatt ganzjährig umweltfreundlichen Strom. Foto: Landratsamt Lichtenfels/Martin Dirauf

Energie sparen, Behaglichkeit genießen und dabei das Klima schützen: Das ist sowohl in bestehenden Häusern als auch in Neubauten durch den Einbau moderner Technik möglich. Um Eigentümer und private Bauherren zu informieren, die in energierelevante Maßnahmen investieren möchten, hat der Landkreis Lichtenfels am Sonntag, 29. September, einen weiteren Aktionstag „e³ – Energiewende vor Ort“ auf die Beine gestellt. Dabei gibt es an acht Objekten innovative Technologien zu besichtigen.

Klimawandel und Energiewende bestimmen die Schlagzeilen. „Kein Tag vergeht, ohne dass die Medien davon berichten. Damit der menschengemachter Klimawandel aufgehalten werden kann, ist es notwendig, die von Menschen erzeugten Kohlendioxidemissionen drastisch zu senken. Hier kommt den Kommunen eine wichtige Rolle zu!“, sagt Landrat Christian Meißner.

Mit den Lichtenfelser Sonnentagen erfolgreich im Bundeswettbewerb

Der Landkreis Lichtenfels bereits frühzeitig die Klimaschutzproblematik durch die Verbrennung fossiler Energie erkannt. Deshalb hat er 1998 die „Lichtenfelser Sonnentage“ gestartet. Seit dieser Zeit werden jährlich zahlreiche Aktionen organisiert, bei denen sich die interessierten Bürger umfassend informieren können. 2018 hat der Landkreis mit seinem Projekt „20 Jahre Lichtenfelser Sonnentage – ein Name, viele Angebote; eine Erfolgsgeschichte mit langem Atem“ erfolgreich am Bundeswettbewerb „Klimaaktive Kommune“ teilgenommen. Das Preisgeld in Höhe von 25 000 Euro wurde erneut für Aktionen rund um den Klimaschutz – wie etwa die Förderung von Fahrradhelmen – eingesetzt.

„Mehr aus Energie machen: Das heißt, das gleiche Ziel mit möglichst wenig Energie erreichen – und den verbleibenden Bedarf mit erneuerbaren Energien decken.“
Christian Meißner, Landrat

„Mehr aus Energie machen: Das heißt, das gleiche Ziel mit möglichst wenig Energie erreichen – und den verbleibenden Bedarf mit erneuerbaren Energien decken. Auf diese einfache Formel lässt sich die Energiewende zusammenfassen“, bringt der Landrat den Aktionstag des Landkreises auf den Punkt. Während der Ausbau der erneuerbaren Energien seit Jahren erfolgreich voranschreitet, gibt es bei der Energieeffizienz noch viel Luft nach oben.

Meißner: „Die Energiewende kann aber nur gelingen, wenn wir es gemeinsam schaffen, die Energieeffizienz zu steigern und unseren Energieverbrauch zu senken. Schließlich ist die umweltfreundlichste Kilowattstunde die, die gar nicht erst erzeugt werden muss!“

Landrat Christian Meißner freut sich, dass sich acht Privatpersonen und Firmen bereit erklärt haben, am Aktionstag „e³ - Energiewende vor Ort” am 29. September teilzunehmen. Auf das breite Informationsangebot weisen Martin Dirauf (Mi.) vom Umweltzentrum sowie Abteilungsleiter Michael Wutz (re.) hin, die für die Organisation verantwortlich zeichnen. Foto: Landratsamt Lichtenfels/Heidi Bauer

Umweltschutzingenieur Martin Dirauf hat die Auswahl der acht Objekte getroffen, die am Aktionstag besichtigt werden können. Von modernen, auf erneuerbaren Energien basierenden Heizungsanlagen bis zur energetischen Gebäudesanierung und der umweltfreundlichen Stromerzeugung gibt es viel zu sehen: So zeigen beispielsweise Matthias und Stefan Schäfferlein aus Mainklein, wie sie mit einer kleinen Hackschnitzelheizung mittels Nahwärmenetz drei Wohngebäude beheizen. Beim E-Werk Heinkelmann wird dargestellt, wie mit Wasser aus dem Main Strom erzeugt wird.

Elektrofahrzeuge, Biogasanlage und Blockheizkraftwerke

Die Firma Baur aus Altenkunstadt stellt unter anderem ihre Hybrid- und Elektrofahrzeugflotte vor. Ein energetisch saniertes Wohngebäude kann bei Matthias Huth aus Burgkunstadt besichtigt werden. Die Eheleute Leikeim zeigen bei ihrer Biogasanlage bei Baiersdorf auf, wie sie mit vier Blockheizkraftwerken Strom aus nachwachsenden Rohstoffen erzeugen. Durch die flexible Fahrweise der Motoren wird nur dann Strom erzeugt, wenn dieser tatsächlich benötigt wird. Rudi Steuer aus Hainzendorf erläutert, wie es ihm gelingt, durch die Batteriespeicherung von Photovoltaik-Strom seinen landwirtschaftlichen Betrieb energieautark zu halten.

Alle Besichtigungsobjekte sind anschaulich in einem Flyer zusammengestellt. Dieser liegt bei Kommunen, Behörden und Banken aus und ist auch im Internet abrufbar. „Gute Beispiele sind für Sanierer und Bauherrn von morgen der beste Anreiz, tätig zu werden“, weiß Dirauf. „Ich hoffe, dass viele Bürgerinnen und Bürger interessante Tipps und wichtige Anregungen für ihre anstehenden Vorhaben finden werden.“

Im Betriebshof der Firma Vetter Haustechnik GmbH, In der Au 17 in Burgkunstadt, sind Holz- und Pelletkessel, eine Brennstoffzelle, Wärmepumpenanlagen, Photovoltaik- und Solarthermieanlagen zu sehen. Dort wird Landrat Christian Meißner um 13 Uhr den Aktionstag offiziell eröffnen. (red)

Vorträge

Erstmals werden bei einem Aktionstag auch Vorträge angeboten: Im Besprechungsraum der Firma Limmer & Söllner GmbH, Zum Külmitz 10, in Altenkunstadt werden um 14 Uhr den Zuhörern die Vorteile bei der Energieerzeugung von Blockheizkraftwerken erläutert. Um 15 Uhr geht es um die Stromerzeugung mittels PV-Anlagen. Aber auch über die Batteriespeicherung für den Eigenverbrauch und die attraktiven Förderungen wird ausführlich berichtet.

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