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LICHTENFELS

1405 Menschen am Obermain ohne Job

Verhandlungen um Mindestlohn am Bau beginnen
Die Konjunktur trübt sich ein, aber am Bau wird weiterhin Personal gesucht. Foto: Christophe Gateau (dpa)

Im August waren in der Region der Korbstadt Lichtenfels 1405 arbeitslose Personen registriert. Das sind 158 Frauen und Männer oder 12,7 Prozent mehr als im Juli. Gegenüber dem Vorjahresmonat wuchs die Zahl der Arbeitslosen um 90 beziehungsweise 6,8 Prozent. Vor allem junge Menschen meldeten sich verstärkt nach Ausbildungsende arbeitslos, da nicht immer ein nahtloser Übergang in eine neue Tätigkeit aufgrund der Ferienzeit möglich war.

Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter 25 Jahren erhöhte sich deshalb im vergangenen Monat um 23 oder 15,2 Prozent auf 174 (-1,1 Prozent im Vergleich zu 2018). Die Arbeitslosenquote beträgt im August 3,6 Prozent (Vorjahr 3,4 Prozent). Beim Arbeitgeberservice gingen aus dem Landkreis Lichtenfels 203 sozialversicherungspflichtige Stellenangebote ein. Der aktuelle Bestand liegt damit mit 1062 Arbeitsplatzperspektiven nur knapp unter dem Vorjahreswert von 1129 (- 5,9 Prozent).

Am Obermain steigt Arbeitslosigkeit am meisten an

Im Landkreis Lichtenfels stieg die Arbeitslosigkeit in den vergangenen vier Wochen mit einem Plus von 12,7 Prozent am deutlichsten, im Bamberger Land erhöhte sie sich um 10,4 Prozent, im Landkreis Coburg um 10,6 Prozent, im Landkreis Forchheim um 9,7 Prozent, in der Stadt Coburg um 11,6 Prozent und in der Stadt Bamberg um 7,5 Prozent. Im Landkreis in Kronach fiel der saisonale Ausschlag mit 1,8 Prozent hingegen am geringsten aus.

Mit dem Start in die Sommerferien und zum Ende des Berufsausbildungsjahres erhöhte sich die Arbeitslosigkeit wieder. Der Anstieg fiel im gesamten Agenturbezirk um 5,1 Prozent höher aus als im Vorjahr. Dies ist ein Anzeichen dafür, dass sich die Sommerflaute in diesem Jahr etwas deutlicher bemerkbar macht. Vor zwei Jahren, im August 2017, lag die Arbeitslosigkeit mit mehr als 11 000 gemeldeten Arbeitslosen allerdings noch über dem aktuellen Stand von derzeit 10 775. Gegenüber dem Vormonat vergrößerte sich die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg um 902 Personen (+9,1 Prozent). Die Arbeitslosenquote erhöhte sich im August um 0,3 Prozentpunkte und beträgt aktuell 3,1 Prozent (0,1 Prozentpunkte mehr als 2018). Die Quote liegt damit diesen Monat knapp über dem Vollbeschäftigungsniveau.

Per Definition spricht man von Vollbeschäftigung ab einer Quote von unter 3,0 Prozent. Auch wenn sich derzeit eine konjunkturelle Eintrübung am Arbeitsmarkt bemerkbar macht, ist ein Anstieg der Arbeitslosigkeit im Sommermonat August nichts außergewöhnliches. Junge Menschen melden sich nach erfolgreichem Abschluss ihrer Berufsausbildung zur Überbrückung arbeitslos, da ihr Lehrbetrieb sie nicht direkt im Anschluss einstellen konnte. Schulabgänger, die ab September eine Ausbildung beginnen oder studieren, sind ebenfalls häufig übergangsweise registriert.

Mit 1040 Aufnahmen einer neuen Beschäftigung fanden im Agenturbezirk mehr Personen (+ 10,5 Prozent beziehungsweise 99 Personen) eine neue berufliche Zukunft als noch im August 2018. Hingegen meldeten sich 1464 Personen aus einer Beschäftigung arbeitslos, 51 (+ 3,6 Prozent) mehr als im vergangenen Jahr.

„Positive Signale auf dem Arbeitsmarkt“

Brigitte Glos, Leiterin der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg, sieht, trotz konjunktureller Eintrübung, weiterhin positive Signale auf dem Arbeitsmarkt: „Auch, wenn der Konjunkturmotor langsam an Tempo verliert, bieten viele Branchen noch immer vielfältige Beschäftigungschancen. So werden beispielsweise im Handwerk weiterhin dringend Auszubildende sowie sozialversicherungspflichtig beschäftigte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gesucht.

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