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LICHTENFELS

Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Lichtenfels steigt

Pflege
In der Pflege werden weiterhin dringend Arbeitskräfte gesucht. Foto: Angelika Warmuth/dpa

Im Landkreis Lichtenfels sind momentan 1247 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Im Juli erhöhte sich ihre Zahl um 58 Personen oder 4,9 Prozent. Im Vorjahresvergleich erhöhte sie sich leicht um 56 beziehungsweise 4,7 Prozent. 109 Personen fanden im Juli einen neuen Arbeitsplatz. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 3,2 Prozent (Vorjahr 3,1 Prozent). Für den gesamten Agenturbezirk Bamberg-Coburg liegt die Quote bei 2,8 Prozent. Dies geht aus dem Arbeitsmarktbericht der Agentur für Arbeit hervor.

Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter 25 Jahren vergrößerte sich demnach im vergangenen Monat im Landkreis Lichtenfels um 24 oder 18,9 Prozent auf 151. Im Juli kommt es regelmäßig zu vermehrten Arbeitslosmeldungen von jungen Menschen, die nach Abschluss der Berufsausbildung nicht übernommen wurden oder Abgänger von allgemein- und berufsbildenden Schulen waren beziehungsweise im Herbst zu Semesterbeginn ein Studium aufnehmen.

„Während die Nachfrage bei den Automobilzulieferern stagniert oder sogar rückläufig ist, werden in Branchen wie Gesundheit und Pflege weiterhin händeringend Arbeitskräfte gesucht.“
Brigitte Glos, Leiterin der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg

Beim Arbeitgeberservice gingen im Juli aus dem Landkreis Lichtenfels 211 sozialversicherungspflichtige Stellenangebote ein, 58 weniger als im Vorjahr. Aktuell haben die Vermittlungsexperten 1063 Stellen im Bestand. Der Rückgang im Vergleich zum Juli 2018 beträgt 10,5 Prozent (minus 125).

Die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk ist im Juli um 426 auf 9873 Personen gestiegen. Damit liegt die Arbeitslosigkeit noch immer unter der 10 000-er-Marke. Die Quote erhöhte sich gegenüber Juni um 0,1 Prozentpunkte auf 2,8 Prozent, dies ist weiterhin Vollbeschäftigungsniveau.

Konjunkturelle Eintrübung macht sich bemerkbar

„Die konjunkturelle Eintrübung ist am regionalen Arbeitsmarkt spürbar. Während die Nachfrage bei den Automobilzulieferern inklusive der hier zuarbeitenden Betriebe stagniert oder sogar rückläufig ist, werden in Branchen wie Gesundheit und Pflege weiterhin händeringend Arbeitskräfte gesucht.

Vor allem die Insolvenz eines Großbetriebs und die damit verbundene sofortige Freistellung der Mitarbeiter wirkte sich negativ auf die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen im Agenturbezirk aus. Es ist uns jedoch gelungen, noch im Juli mit allen betroffenen Mitarbeitern Vermittlungsgespräche zu führen, und es gibt bereits Nachfragen aus anderen Betrieben. Bei den Auszubildenden hat der größte Teil schon einen neuen Ausbildungsbetrieb gefunden“, erklärt Brigitte Glos, Leiterin der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg.

Die Unterbeschäftigungsquote erhöhte sich im vergangenen Jahr von 3,8 auf aktuell vier Prozent. Sie berücksichtigt Personen, die nicht in einem regulären Beschäftigungsverhältnis stehen, etwa weil sie sich beruflich weiterbilden. Da vor allem Fachkräfte beziehungsweise Experten gefragt sind, werden aktuell 924 Personen im Bezirk beruflich weitergebildet, um ihre Berufschancen zu optimieren. Das sind 136 oder 17,3 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Warten auf den Herbstaufschwung im September

Der Personalbedarf der Betriebe ist im Juli leicht abgeflacht. Erfahrungsgemäß geht die Nachfrage für Neueinstellungen über die Sommermonate zurück, bevor sie im September mit dem einsetzenden Herbstaufschwung wieder anzieht.

Die Mehrzahl der vorhandenen Arbeitsplatzangebote entfällt im Juli auf die folgenden Berufsbereiche: 2740 Produktion und Fertigung, 1491 Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit, 969 Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung, 796 kaufmännische Dienstleistungen, Handel, Vertrieb, Tourismus sowie 772 auf Bau, Architektur, Vermessung und Gebäudetechnik. (red)

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