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LICHTENFELS

Berufliche Leidenschaft im Dienst des VdK Lichtenfels

Berufliche Leidenschaft im Dienst des VdK Lichtenfels
Dem scheidenden Geschäftsführer Richard Reich (re.) der Caritas im Bereich Coburg-Lichtenfels dankte für den VdK-Verband Lichtenfels Geschäftsführerin Christine Rieder (Mi.) und der Lichtenfelser Bürgermeister Andreas Hügerich (li.). Foto: Roland Dietz

Seht informativ war einmal mehr der „Tag der offenen Tür“ in der VdK-Kreisgeschäftsstelle. Viele Besucher verschafften sich einen Einblick in die Arbeit des Verbandes. Dabei stellte sich erstmals die neue Kreisgeschäftsführerin Christine Rieder einem breiten Publikum und vielen Mitgliedern und Gästen vor.

Die aus dem Raum Nürnberg stammende 51-jährige Verwaltungsbetriebswirtin lebt schon seit 30 Jahren bei Coburg. Im Frühjahr hat sie in der Vdk-Geschäftsstelle in Lichtenfels ihre neue Tätigkeit aufgenommen. Ihr Ziel sei es schon immer gewesen, Menschen in besonderen Lebenslagen zu unterstützen und sich für deren Belange und Rechte ein zu setzten, bekundete sie. Deshalb freue sie sich, ihre berufliche Leidenschaft in den Dienst des Sozialverbands VdK Bayern stellen zu können.

Mehr als 700 000 Menschen sind in Bayern bereits Mitglied

Dass kürzlich die Marke von 700 000 Mitgliedern in Bayern überschritten wurde, zeige, dass viele Menschen im sozialen Bereich Hilfe brauchen, die sie nach Möglichkeit beim VdK auch erhalten. Wichtig seien ihr dabei die drei Säulen „überdurchschnittliches ehrenamtliches Engagement“, „erfolgreiche Sozialpolitik und Öffentlichkeitsarbeit“ sowie „kompetente Sozialberatung“.

Seit Beginn des Jahres wurden in der VdK-Kreisgeschäftsstelle 1745 Anfragen beantwortet, 1110 Einzelberatungen fanden statt. Hauptthemen waren Rentenberechtigung, Schwerbehindertenrecht, Kranken- und Pflegeversicherungen, Arbeitsförderung, Unfallversicherung und Grundsicherung. Mit 170 ehrenamtlichen Mitgliedern mit Heinz Wittmann an der Spitze wird der VdK im Landkreis unterstützt.

Wieso gibt es Altersarmut nach einem Leben voller Arbeit?

Immer mehr Menschen seien mit der sozialpolitischen Entwicklung unzufrieden. 80 Prozent der Erwerbstätigen gingen davon aus, dass sie später von ihrer Rente gar nicht oder nur so gerade noch leben können. Dies bezeichnete Christine Rieder als erschreckend. Deshalb startete der VdK im vergangenen Monat die Kampagne „Renten für Alle“. Der Sozialverband fragt: „Wieso wird die Rente gekürzt, wenn man sich kaputtgearbeitet hat? Wieso gibt es Altersarmut nach einem Leben voller Arbeit? Wieso wird bei der Rente Alt gegen Jung ausgespielt?“

Deshalb fordert der VdK eine Stärkung gesetzlicher Renten in vier Punkten: gerechte Renten für alle Generationen, für alle Erwerbstätigen, für Geringverdiener und für alle Erwerbsminderungsrentner. Und einen Umbau der gesetzlichen Rente, die für alle Genannten wirksam wird.

Barrieren in Köpfen und Architektur überwunden

Der VdK-Berater für Barrierefreiheit, Wolfgang Dietzel, machte in einem interessanten Vortrag auf die noch fehlende Bereitschaft in punkto Barrierefreiheit aufmerksam. Inklusion und Barrierefreiheit waren immer schon zentrale Anliegen des VdK. Das gemeinsame Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung sei nur möglich, wenn bestehende Barrieren überwunden werden – architektonisch und in den Köpfen. Nicht minder interessant war ein Vortrag von Sozialrechtsberaterin Lisa Lüttig zum Thema „Pflege – Pflegegrade, Module, Leistungen der Pflegekasse.“

Groß war die Freude, dass Richard Reich nach seinem Ausscheiden aus seinem Amt als Geschäftsführer der Caritas Coburg anwesend war. Christine Rieder und Bürgermeister Andreas Hügerich beglückwünschten ihn zu seiner Auszeichnung mit der Bayerischen Staatsmedaille für soziale Verdienste. Man sei lange Zeit Wege im sozialen Bereich zusammen gegangen.

Von Roland Dietz

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