aktualisiert:

LICHTENFELS

Klassik-Open-Air auf dem Lichtenfelser Marktplatz

Vertreter der Sponsoren, der Stadt, und der „Stiftung unser Lichtenfels“ freuen sich auf das Klassik-Open-Air auf dem Marktplatz: (v. li.) Christian Hoh (Brauerei Leikeim), Dritter Bürgermeister Winfried Weinbeer, Zweite Bürgermeisterin Sabine Rießner, Rolf Müller (Inhaber Piano Müller), Pianistin Katie Mahan, Stiftungsratsmitglied Roberto Bauer, Bürgermeister Andreas Hügerich, Sebastian Müller (Bürgermeisteramtsleiter) und Citymanager Steffen Hofmann. Foto: Markus Häggberg

Katie Mahan ist eine Erscheinung. In Natura wie auch auf dem Plakat und den Flyern, welche ihren Auftritt ankündigen. Die junge New Yorkerin wird am Donnerstag, 1. August, auf dem Marktplatz am Flügel konzertieren und die Reihe der Klassik-Open-Airs fortsetzen. Zur Pressekonferenz reiste sie eigens aus Salzburg an.

Ehemalige Synagoge, Dienstag um 11.30 Uhr. An den eine U-Form ergebenden Tischen nimmt Bürgermeister Andreas Hügerich neben Roberto Bauer Platz. Der wiederum sitzt neben der amerikanischen Pianistin, die ihrerseits neben Rolf Müller zum Sitzen kommt. Man ist gut gelaunt, und man hat etwas zu verkünden: Die Stadt und die „Stiftung unser Lichtenfels“ warten auch diesen Sommer mit einer internationalen Konzertgröße auf.

Katie Mahan ist vielfache Preisträgerin, gilt als herausragendes Talent in der internationalen Konzertszene und ist in vielen Stilrichtungen beheimatet. Zwischen Debussy, Mozart, Liszt und Beethoven hat sie sich von Moskau bis Prag, von München bis Berlin einen Namen gemacht. Aber es gibt einen Komponisten, zu dem sie sich womöglich in Richtung Spezialistentum entwickelt: George Gershwin. Und sie pflegt eine persönliche Freundschaft zu einem weltberühmten Kollegen: Lang Lang.

Das spielt in die Bemerkung hinein, mit der Stiftungsratsmitglied Bauer eines klarstellte: „Wir wollen Qualität nach Lichtenfels bringen.“ Die Qualität Mahans nahm ihren Anfang, als sie vier Jahre alt war. Sie verliebte sich in Musik anlässlich des Besuchs eines französischen Klavierduos und bat ihre Mutter, selbst Pianistin, um Einweisung ins Klavier und Musikunterricht. Diese riet ihr, möglichst bald damit anzufangen, und das tat die kleine Katie schon am Folgetag. Seither ist es ihre Leidenschaft geblieben. „Wenn man liebt, was man tut, wird man Erfolg haben“, kommentierte Bauer.

Bodenständige Ausnahmepianistin mit Lampenfieber

Katie Mahan hat es gut. Sie wohnt in New York und Salzburg. Was nach High Society klingt, findet Erdung, wenn man mit der Ausnahmepianistin ins Gespräch kommt. „Vier Stunden vor einem Konzert muss ich essen, und ich muss Fleisch haben, sonst bin ich schwach“, so Mahan, die auch zugibt, Lampenfieber zu haben. Als Kind sei sie mit ihren Eltern durch Deutschland und Österreich gereist, habe die Landschaft, die Berge, all die Burgen und Schlösser gesehen und sich in etwas verliebt, was ihr Kindergemüt als märchenhaft empfing. „Das alles macht auf Kinder großen Eindruck (…) und es war mein Traum, dort zu leben“, erklärt sie schmunzelnd und in gutem Deutsch.

„Vier Stunden vor einem Konzert muss ich essen, und ich muss Fleisch haben, sonst bin ich schwach.“
Katie Mahan, Pianistin

Und dann ist da noch die Sache mit Salzburg und Mozart. Das Metropolhafte hier, das Märchenhafte dort – das spielt in die Erklärung der Wohnsitze hinein und spannt den künstlerischen Bogen zwischen Gershwin und Mozart. Im Nachgang des Gesprächs bekam Mahan auch Einblicke zu Lichtenfels, und sie wird sich auch vor ihrem Auftritt Zeit nehmen, dieses Lichtenfels ein wenig in Augenschein zu nehmen.

Das Konzert wird rein ehrenamtlich organisiert

Das Lampenfieber wird sie womöglich auch am 1. August um 20 Uhr heimsuchen, wenn sie auf dem Marktplatz in Lichtenfels an den Flügel tritt, der ihr von Piano Müller ehrenamtlich auf den Marktplatz gestellt und gestimmt wird. Für 700 Besucher wird der Ort bestuhlt und dekoriert werden, erfahrungsgemäß stoßen dann noch mehrere hundert Konzertbesucher dazu, die dem Event auch liebend gerne im Stehen beiwohnen.

Doch dass das Planen und Umsetzen nicht selbstredend ist, hob Roberto Bauer hervor. „Es ist ehrenamtlich, was da stattfindet, es ist nicht alles selbstverständlich.“ Mit diesem Satz hob er unter anderem das Engagement der Stiftung und Sponsoren hervor, welche die Konzertreihe nun schon im dritten Jahr mittragen.

So auch dieses Konzert, das ein Benefizkonzert zugunsten der „Stiftung unser Lichtenfels“ sein wird.

Mit Debussy, Gershwin und Autogrammen

Mit Debussy (Suite Bergamasque) und Gershwin (An American in Paris) wird am Konzertabend ab 20 Uhr bei freiem Eintritt zu rechnen sein. Die Rede war aber auch von Liszt und Mozart. Und ganz gewiss, das sicherte Katie Mahan auf der Pressekonferenz zu, werde sie auch für Autogrammwünsche parat stehen.

Von Markus Häggberg

Weitere Artikel