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LICHTENFELS

Stadt Lichtenfels baut neue Schule in Roth

Auf diesem Grundstück neben dem Feuerwehrhaus in Roth soll in den nächsten Jahren die neue Grundschule Leuchsental gebaut werden. Foto: Steffen Huber

Die Grundschule Leuchsental erhalt ein neues Gebäude – im Dorfzentrum von Roth. Das 5,7 Millionen teure Vorhaben beschloss der Stadtrat einstimmig in seiner Sitzung am Montagabend. Waren sich in dem Vorhaben alle 26 anwesenden Mitglieder des Gremiums einig, gab es dagegen erheblichen Diskussionsbedarf, wo die derzeit noch in Oberlangheim untergebrachten Schüler bis zur Fertigstellung des Neubaus untergebracht werden sollen. Aber der Reihe nach.

Stadtbaumeister Gerhard Pülz stellte fünf Varianten zur Neuausrichtung des Schulstandorts Leuchsental mit seinen zwei Teilschulen Roth und Oberlangheim vor. Keine Chance hatten die Sanierung und der Weiterbetrieb beider Einrichtungen. Dies widerspreche dem Ziel der Schulfamilie „Schule an einem Standort“ und sei rechtlich problematisch mit nur einem Lehrer in Oberlangheim. Es seien weiterhin Fahrten zur Sporthalle in Oberlangheim notwendig, außerdem gebe es Einschränkungen durch nur bedingt geeignetem Sportraum. Variante zwei, die Sanierung und Erweiterung der Schule in Oberlangheim, komme wegen der räumlichen Voraussetzungen ebenfalls nicht in Frage.

Schulstandort aufgeben keine Option

Ebenfalls diskutiert wurde die Aufgabe des Schulstandorts Leuchsental und die Übernahme durch eine Schule in Lichtenfels. „Diese Gedanken haben wir aber verworfen“, sagte Erster Bürgermeister Andreas Hügerich und betonte: „Die Grundschule Leuchsental macht Sinn, sie ist zu wertvoll für uns und soll erhalten werden.“ Und auch Pülz betonte, dass die Schülerzahlen zu gut seien, um den Standort zu schließen. Derzeit besuchen 69 Mädchen und Jungs aus Roth (17 Kinder), Klosterlangheim (13), Isling (12), Oberlangheim (6), Lahm (5), Mönchkröttendorf, Eichig, Köttel und Rothmannsthal (je 4) bei Standorte. Die Prognose sagt dem Stadtbaumeister zufolge bis 2024/25 immer zwischen 67 und 71 Schüler voraus.

Schließlich blieben zwei Möglichkeiten für die Fortführung der Grundschule Leuchsental: die Sanierung und Erweiterung der Schule in Roth oder ein kompletter Neubau. Stadtbaumeister Pülz bezifferte die Kosten für Sanierung auf 5,8 Millionen Euro, wovon die Stadt die Hälfte zahlen müsste, die anderen 2,9 Millionen Euro würden durch Zuschüsse gedeckt.

Favorit ist der Standort neben dem Feuerwehrhaus

Bleibe noch ein Neubau. Hier stellte der Chef des Stadtbauamtes vier mögliche Standorte in Klosterlangheim, Isling und Roth vor. „Favorit der Stadtverwaltung ist das Areal beim Feuerwehrhaus in Roth, der viele Vorteile mit sich bringt“, so Pülz. So könne beispielsweise der Spielplatz mitgenutzt werden, es gebe eine ideale Busanbindung, in Roth gebe es ein Waldklassenzimmer und schließlich schaffe man städtebaulich eine neue Ortsmitte. Allerdings müsse dieses Grundstück noch erworben werden, so Pülz, der den Neubau mit Kosten von 5,7 Millionen Euro bei einem städtischen Eigenanteil von 2,7 Millionen Euro bezifferte. Der Stadtbaumeister: „Neubau und Sanierung geben sich nicht viel von den Kosten. Vor diesem Hintergrund ist die Verwaltung immer für einen Neubau.“

In diesem Neubau enthalten sei unter anderem eine einzügige Grundschule mit vier Klassen, dazu ein Multifunktionssaal, der als Pausen- oder Sporthalle genutzt werde könne sowie als Veranstaltungsraum der örtlichen Vereine. Das alte Schulgebäude könne ebenso von Vereinen oder für Theateraufführungen genutzt werden, sagte Pülz.

„Die WLJ bittet von Containern abzusehen und bis zur Fertigstellung in Oberlangheim bleiben.“
Roland Lowig, Fraktionssprecher WLJ

Während der Bauzeit – Pülz rechnete mit einer Fertigstellung bis 2024 – werde am Standort Roth der Schulbetrieb aufrecht erhalten. Die Verwaltung schlage darüber hinaus vor, die Kinder aus Oberlangheim solange in einem mobilen Klassenzimmer in Roth untzubringen. Die andere Möglichkeit wäre eine Unterbringung von zwei Klassen in Oberlangheim, wodurch die Kosten für das mobile Klassenzimmer von 120 000 Euro zwar entfallen würden, es aber Mehrkosten für den notwendigen Bustransfer zwischen beiden Standorten von 20 000 Euro gebe. Darüber hinaus entspreche das Schulhaus in Oberlangheim nicht mehr den Anforderungen, außerdem wäre der pädagogische Gedanke einer Schule nicht mehr zu verwirklichen.

Ergänzend dazu sagte Schulrätin Stefanie Mayr-Leidnecker, dass eine Unterbringung einer Klasse in Oberlangheim nicht mehr zeitgemäß sei. Zwar gebe es hier in Oberlangheim einen zweiten Raum, dieser sei jedoch als Klassenzimmer ungeeignet. Ferner fehlten Toiletten für die Lehrer.

Noch bis zum Ende des Schuljahres wird in der alten Schule in Oberlangheim unterrichtet. Ab dem kommenden Schuljahr finden die Schüler dann in einem modularen Klassenzimmer in Roth ihr neues Zuhause.

Roland Lowig, Fraktionssprecher der Wählervereinigung Leuchsental-Jura (WLJ), sprach sich für den Neubau aus, lehnte aber die Unterbringung der Schüler im mobilen Klassenzimmer ab. Er mahnte Versorgungsschwierigkeiten mit Strom und Wasser bei den Behelfsbauten an, ebenso eine räumliche Trennung, sollten die mobilen Räume beim alten Sportplatz aufgestellt werden. Lowig: „Die WLJ bittet von Containern abzusehen und bis zur Fertigstellung in Oberlangheim bleiben.“

Unterstützung bekam Lowig von der Oberlangheimer Ortssprecherin Andrea Dinkel. Sie hielt die Schule mit ihren 68 und 46 Quadratmeter großen Zimmern in einem Topzustand. Die Lehrer könnten zur Not die Schülertoiletten nutzen, schlug Andre Dinkel ferner vor.

„Moderne Gebäude auf dem aktuellen technischen Level“

Rudi Breuning, Monika Faber, Dr. Arnt-Uwe Schille (alle SPD), Bernhard Christoph (Grüne) und Frank Rubner lehnten einen Verbleib in Oberlangheim ab. Zum einen habe sich der Hauptausschuss, mit den Stimmen der WLJ, für die Lösung mit dem mobilen Klassenzimmer ausgesprochen. Zum anderen sprächen viele gute Gründe für eine Zusammenlegung. So sagte beispielsweise Schille: „Wir reden hier nicht von einem Transportcontainer, sondern von einem modernen Gebäude auf dem aktuellen technischen Level.“

Unruhe gab es im Gremium, als Lowig um eine Teilung des Beschlussvorschlags bat. Er wollte gesondert über den Neubau und über die Unterbringung der Schüler abstimmen. Das lehnte das Gremium mit 15 zu elf Stimmen ab. Nach einer kurzen Unterbrechung mit anschließender Beratung der WLJ-Fraktion stimmten deren beiden Städträte schließlich für den Neubau und die Unterbringung der Schüler in einem mobilen Klassenzimmer – wie alle anderen Stadträte. Laut Stadtbaumeister Gerhard Pülz soll dies bereits zum neuen Schuljahr geschehen.

Aus dem Stadtrat

• Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am Montag den Bebauungsplan „Solarpark Klosterlangheim“ gegen die Stimmen von Zweiter Bürgermeisterin Sabine Rießner und Bernd Krauß (beide CSU) beschlossen. Er folgte damit der Empfehlung des Bauausschusses, der dem Vorhaben des Investors IBC Solar bereits Ende Mai sein gemeindliches Einvernehmen gegeben hatte.

Da es sich hier nach den Kriterien des Leitfadens der Stadt um eine diskussionswürdige Anlage , sei diese nur in begründeten Ausnahmefällen zustimmungsfähig. Der Bauausschuss vertrat die Auffassung, dass dieser Ausnahmefall zutreffe. Zum einen liege die Anlage im unmittelbaren Bereich des neuen Sendemastes, zum anderen sei sie weder von Oberlangheim beziehungsweise der Kreisstraße Lif 22 noch von der Staatsstraße 2203 oder von Kosterlangheim aus einsehbar. Aus der Sichtachse des Nothelferwegs sei keine Blendwirkung zu erwarten, da von hier aus nur die Rückseite der Modultische zu sehen sei. Um hier die Sichtbarkeit zu kompensieren, solle eine schnellwachsende, hochstämmige Baumallee für entsprechende Eingrünung sorgen.

Bernhard Christoph (Bündnis 90/Die Grünen) erinnerte daran, dass die Kulturlandschaft bei Klosterlangheim von den Zisterziensern gestaltet worden sei und sich durch große Flächen ausgezeichnet hätte. „Der Abt von Langheim hatte Mühlen in seinem Gebiet, um Energien zu gewinnen. Er hätte darum sicher auch diesem Vorhaben zugestimmt“, vermutete Christoph. Sehr wichtig sei ihm, dass die Baumallee auch wirklich angelegt werde.

Negativ äußerte sich dagegen Bernd Krauß zur geplanten Photovoltaikanlage zwischen Kloster- und Oberlangheim. Man habe Dächer, haben besser nutzbare Hanglagen, die für Photovoltaik geeignet sind. „Wir sollten unsere landwirtschaftlichen Flächen erhalten“, sagte er. Elke Werner (SPD) erwiderte, dass im aktuellen Plan gerade einmal ein Drittel der ursprünglich erwünschten Fläche errichtet werden soll. „Wir achten darauf, dass die Anlage begrünt wird. Drumherum gibt es übrigens noch genug Äcker“, so die Schneyer Stadträtin. Auch Johannes Oppel (WLJ) und Siegbert Koch (Grüne) argumentierten für die Anlage.

• Der Stadtrat hat einer Änderung des Bebauungsplan B 60 „Von-Brockdorff-Straße“ im Stadtteil Schney zugestimmt und die Bauverwaltung beauftragt, das Bauleitverfahren zu vollziehen. Grund waren Einwände der DB Energie, die am Rande des Gebiets eine 110-kV-Bahnstromleitung unterhält. So ist im Schutzstreifenbereich der Leitung mit stark eingeschränkten Bauhöhen oder gar mit einem kompletten Bauverbot zu rechnen. Außerdem dürfen Bäume oder Sträucher hier nicht höher als 3,5 Meter hoch wachsen. Des Weiteren ist eine Bebauung des Flurstücks 723/1 aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nicht zulässig.

• Erster Bürgermeister Andreas Hügerich gab drei in der nichtöffentlichen Sitzung vom 13. Mai beschlossene Auftragsvergaben bekannt. Die Anschaffung von neuen Marktständen für den Korbmarkt erhält die Firma Eschenbach Zeltbau aus Bad Königshofen für knapp 167 000 Euro. Der Bau des „familienfreundlichen Wanderwegs“ am Ortswiesensee Oberwallenstadt geht zum Angebotspreis von gut 105 000 Euro an die Firma Newo-Bau aus Theres-Horhausen. Schließlich billigte das Gremium einen Nachtrag für die Erstellung einer Stützwand im Baugebiet „Maintal“ in Reundorf zum Preis von gut 134 000 Euro für die Firma Otto Mühlherr aus Küps.

Von Steffen Huber

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