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MISTELFELD

Wallfahrt: ein Vorurteil weniger, eine Idee mehr

Wallfahrt: ein Vorurteil weniger, eine Idee mehr
Die Pilgergruppe zog zum Ende der Gößweinstein-Wallfahrt gemeinsam mit den Einwohnern durch den Ort hinauf zur Sankt-Andreas-Kirche. Foto: Gerd Klemenz

„Es kommt niemals ein Pilger nach Hause, ohne ein Vorurteil weniger und eine neue Idee mehr zu haben“: So war es im Schaukasten vor der Mistelfelder Sankt-Andreas-Pfarrkirche zu lesen. Sicherlich erging es auch der Pilgergruppe am Sonntagabend so.

83 Teilnehmer aus der Pfarrgemeinde Mistelfeld-Klosterlangheim waren um den Dreifaltigkeitssonntag unterwegs, um auf den 106 Kilometern Hin- und Rückweg zur Wallfahrtsbasilika Gößweinstein Gott zu loben und zu preisen.

42 Kilometer Fußmarsch an nur einem Tag

Drei Tage dauerte die 172. Gößweinstein Wallfahrt durch die Fränkische Schweiz. Der Startschuss war am vergangenen Freitag frühmorgens. Über Klosterlangheim, Lahm und Eichig ging es nach Kleinziegenfeld, wo nach 16 Kilometern die erste Rast eingelegt wurde. Von dort marschierten die Wallfahrer nach Wotzendorf und Eichenhüll. Über Krögelstein ging es nach Hollfeld zur Mittagspause. Über Feldwege und Teerstraßen führte die Route nach Waischenfeld, wo die Pilger am Abend nach 42 Kilometer Fußmarsch von den Einwohnern des Luftkurortes erwartet wurden.

Nach der Übernachtung ging es am Samstagmorgen nach Oberailsdorf und über Behringersmühle nach Gößweinstein. Dort besuchten die Mistelfelder Wallfahrer um 7 Uhr den Gottesdienst in der päpstlichen Basilika und um 9.15 Uhr beteten sie einen Kreuzweg. „Auswallen“ hieß es nach einem kurzen Aufenthalt mit Mittagspause um 13.15 Uhr. Nach erneuter Übernachtung in Waischenfeld führte der Weg nach Hollfeld, wo um 7.30 Uhr der Sonntagsgottesdienst gefeiert wurde. Erneut über Krögelstein, Lahm und Klosterlangheim ging es wieder zurück nach Hause.

Blumensträuße für die Pilgerer, Bonbons für die Einwohner

Kurz vor 20 Uhr konnte schließlich Pfarrer Henryk Chelkowski die Pilgergruppe vor den Toren des Ortes begrüßen und in einem feierlichen Zug durch die Straßen zur Sankt-Andreas-Kirche begleiten. Bei den Einwohnern, die sie mit Blumensträußen willkommen hießen, bedankten sich die Heimkehrer mit Bonbons und Pfefferkuchen aus dem Gnadenort.

„Die Teilnahme hat weit meine Erwartungen übertroffen. Dr. Johannes Puff hat mir jedes Jahr von der Wallfahrt vorschwärmt.“
Martin Maurer, Pfarrer aus Füssen
Wallfahrt: ein Vorurteil weniger, eine Idee mehr
Treue Wallfahrer wurden für ein besonderes Jubiläum geehrt: (v. li.) Wallfahrtsführer Thomas Hiller, Pfarrer Henryk, Niklas Brehm, Zweite Bürgermeisterin Sabine Rießner, Maximilian Puff, Bürgermeister Andreas Hügerich, Martin Dirauf, 2. Wallfahrtsführer Jürgen Panzer, Johannes Schardt, Pfarrer Martin Maurer und Helmut Handke.

Am Ausgangspunkt des Pilgerganges angekommen, zog Wallfahrtsführer Thomas Hiller eine rundum positive Bilanz. Dank richtete er an alle Wallfahrer für das Mitbeten, Mitsingen sowie für die sehr gute Disziplin und die gegenseitige Rücksichtnahme. Weiterhin lobte er Hubert Bittner und Christ Fliegner für die Organisation der Buswallfahrt, die es auch älteren Gläubigen ermöglichte, beim Einzug am Wallfahrtsort dabei sein können.

Pfarrer Martin Maurer aus Füssen begleitete erstmals die Pilgergruppe und hielt auch die Gottesdienste während der Wegstrecke. „Die Teilnahme hat weit meine Erwartungen übertroffen. Dr. Johannes Puff hat mir jedes Jahr von der Wallfahrt vorschwärmt“, erzählte der Geistliche. Pfarrer Chelkowski sprach den Pilgern seinen Dank aus. Es freute ihn, dass viele junge Wallfahrer am Pilgergang teilnahmen.

Auf die einführenden Worte des Pfarrers nahm auch der Lichtenfelser Bürgermeister Andreas Hügerich Bezug, der es sich ebenso wie seine Stellvertreter Sabine Rießner und Winfried Weinbeer nicht nehmen ließ, die Wallfahrer zu begrüßen.

„Ich hoffe, jeder hat das Ziel gefunden, das er gesucht hatte.“
Andreas Hügerich, Bürgermeister

„Es ist mir ein sehr großes Herzensanliegen, euch in unserer Kirche willkommen zu heißen“ so der Mistelfelder, der selbst schon fünf Mal den Weg zu Basilika auf sich genommen hat. „Ich hoffe, jeder hat das Ziel gefunden, das er gesucht hatte“, wandte sich Hügerich an die versammelte Pilgergruppe. Sein Dank galt Wallfahrtsführer Thomas Hiller und dessen Stellvertreter Jürgen Panzer. Fünf Wallfahrer feierten in diesem Jahr ein rundes Jubiläum. Einen Blumenstrauß und einen Teller mit der Ansicht Gößweinsteins gab es für Martin Dirauf und Johann Schardt, die zum 25. Mal dabei waren. Einen Blumenstrauß und eine Plakette erhielten Nikolas Brehm, Maximilian Puff (Dinkelsbühl) und Johann Schardt (Trieb).

Mit dem Segen von Pfarrer Henryk und dem Abendlied der Wallfahrer endete die 172. Gößweinstein-Wallfahrt. Wallfahrtsführer Hiller wies auf den Dankgottesdienst mit Prozession hin, der am Fronleichnamstag stattfindet.

Er beginnt am Donnerstag, 20. Juni, um 8.30 Uhr in der Sankt-Andreas-Kirche, das Pfarrfest mit Frühschoppen, Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen schließt sich an.

Von Gerd Klemenz

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