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LAHM

„Unser Dorf hat Zukunft“: Ein Herz für Bienen angelegt

Die „Buntspechte“ haben im Frühjahr ein Herz für Bienen angelegt. Foto: Gerda Völk

Ein kleines Empfangskomitee der Gartenfreunde Lahm unter der Leitung von Angelika Schütz wartet schon seit rund einer viertel Stunde auf dem Spielplatz des Ortes auf die Bewertungskommission. Hier findet einmal im Monat ein Seniorencafé für Jung und Alt statt. Dann stehen noch mehr Tische und Sitzgelegenheiten bereit.

Lahm war am Montagvormittag die erste Station im Dorfwettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft – unser Dorf soll schöner werden“ auf Kreisebene. Parallel dazu führt der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege heuer einen kreisinternen Themenwettbewerb zum „Blumenschmuck“ durch.

Blumenkästen entlang des Spielplatzes

Ein Grundstücksbesitzer hat ein kleines naturnahes Paradies mit Hochbeeten, mehreren Insektenhotels, Gemüse und Blumenpflanzen geschaffen. Foto: Gerda Völk

Als erstes trifft Bürgermeister Andreas Hügerich ein. Wenig später dann die weiteren Jurymitglieder unter der Leitung von Kreisfachberater Michael Stromer. Die Außenanlagen, wie der Bereich um die Kirche, des Kreuzes sowie Blumenkästen entlang des Spielplatzes werden von den Gartenfreunden gepflegt. Den Rasen am Spielplatz und einen eventuellen Baumschnitt übernimmt die Stadt Lichtenfels. Der Ort musste sich für den Besuch der Bewertungskommission nicht eigens rausputzen. „Bei uns ist es ja immer schön“, erklärt die Vorsetzende selbstbewusst. In dem kleinen Juraort gibt es einen Gieß- und Pflegeplan, bei dem alle Mitglieder einmal reihum dran sind.

1989 gründeten sich die Gartenfreunde Lahm. Der Verein zählt heute 87 Mitglieder bei 107 Einwohnern. Auch der Nachwuchs, die „Buntspechte“, werden ganz selbstverständlich eingebunden. Ihre Handabdrücke haben die Kinder im Schulbushäusle hinterlassen. Jüngste Errungenschaft der 16 Mädchen und Jungen ist ein erst im Frühjahr angelegtes Herz für Bienen mit Nahrung und Unterschlupf für Insekten.

Oben auf der Hochfläche des Juras hat die Landwirtschaft schon immer etwas mit Wassermangel zu kämpfen. Ein privater Grundstücksbesitzer hat sich inmitten einer Wiese, ein kleines naturnahes Paradies geschaffen mit Hochbeeten, mehreren Insektenhotels, Gemüse und Blumenpflanzen und einer kleinen gemütlichen Sitzfläche.

In den Vorgärten fallen prächtige Blumenrabatte und üppig blühende Rosenstöcke auf. Wo früher Kühe gehalten wurden, werden heute Familienfeste gefeiert. Zwischen der kleinen Kapelle und einem angrenzenden Wirtshaus werden Wallfahrergruppen bewirtet.

Naturschutz fängt im Garten an, auch das gitb es in Lahm zu sehen. Foto: Gerda Völk

Bewertet werden fünf Teilaspekte, unter denen der dörfliche Lebensraum betrachtet werden. Dazu zählen Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen, soziale und kulturelle Aktivitäten, Baugestaltung und -entwicklung, Grüngestaltung und -entwicklung sowie das Dorf in der Landschaft. Insgesamt kann die Jury für einzelne Teilaspekte bis zu 20 Punkte vergeben, insgesamt sind 100 Punkte zu erreichen.

Stromer zieht ein positives Fazit

Das Fazit, welches Kreisfachberater Michael Stromer am Ende des Rundgangs durch die Juragemeinde zieht, fällt durchwegs positiv aus, spart aber auch nicht mit Kritik. Der Blumenschmuck sei tief im Ort verwurzelt. Positiv sieht Stromer den Blumenschmuck im Bereich der Kirche und des Kreuzes sowie des neuangelegte Herz für Bienen. Von der Struktur her sei Lahm eher ein Straßendorf mit langgezogenen Höfen. Dass der Ortskern von der Siedlungsstruktur her im Inneren eher eine Nachverdichtung erfährt, wird ebenfalls anerkannt. Auch, dass die Wallfahrer ein Platz zum Ausruhen finden.

In den Vorgärten fallen prächtige Blumenrabatte auf. Foto: Gerda Völk

Kritisch dagegen wird die Verwendung von Schotter bei der Gestaltung von großen Flächen angesehen. „Wenn ihr weiterhin die Verhältnismäßigkeit im Auge behaltet und überlegt was zu euch passt, werdet ihr in den nächsten Jahren viel Freude haben“, erklärt Stromer abschließend.

Nach dem Besuch in Lahm stand für die Bewertungskommission noch Schönsreuth, Altenbanz, Stublang, Schwabhtal, End und Kaider auf dem Programm. Am Dienstag dann Burkheim, Prügel, Maineck, Görau, Seubersdorf und Modschiedel.

Von Gerda Völk

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